So., 21.07.2019

Überraschungskönig in Salzkotten – Vogelschießen und tolle Schützenfesttage Marc Reidel fackelt nicht lange

Vorstellung der Majestäten und des Hofstaates vor dem angetretenen Bataillon der St.-Johannes-Schützenbruderschaft und der Zuschauermenge auf der Sälzerwiese: Oberst »Sonne« Kemper begleitete das Königspaar Marc Reidel und Stephanie Reidel-Keimer. Die Regentin trug ein schickes cremefarbenes Kleid mit feinen floralen Stickereien in einem dezenten Braunton.

Vorstellung der Majestäten und des Hofstaates vor dem angetretenen Bataillon der St.-Johannes-Schützenbruderschaft und der Zuschauermenge auf der Sälzerwiese: Oberst »Sonne« Kemper begleitete das Königspaar Marc Reidel und Stephanie Reidel-Keimer. Die Regentin trug ein schickes cremefarbenes Kleid mit feinen floralen Stickereien in einem dezenten Braunton. Foto: Jürgen Spies

Von Jürgen Spies

Salzkotten (WB). Eines kann man Marc Reidel, dem neuen Schützenkönig in Salzkotten, wahrlich nicht nachsagen – dass es ihm an Spontaneität mangeln würde. Am Samstag fasste er erst während des Vogelschießens den Entschluss, den Holzadler abzuschießen. Sogar seiner Ehefrau Stephanie Reidel-Keimer hatte der 33-Jährige vorher nichts davon gesagt. So ist es eben in Salzkotten! Man weiß nie, was beim Vogelschießen passiert.

Mit der 257. Patrone schoss Marc Reidel nach überaus spannendem Wettkampf um 16.01 Uhr den letzten kleinen Fetzen von der Stange und machte damit das große Abräumen der 1. Kompanie komplett, denn zuvor waren sämtliche Insignien bereits in die Erste gegangen. Binnen weniger Minuten standen die neuen Prinzen fest: Kronprinz wurde mit dem 13. Schuss Platzkommandant Markus Keuper, eine Minute später »pflückte« Oberleutnant Norbert Lichte mit dem 14. Schuss den Apfel aus den Klauen des Adlers, und Flintenladung Nummer 17 machte den Schützenbruder Uwe Rohde zum Zepterprinzen.

Über dieses Tempo staunte auch Landrat Manfred Müller, Stammgast beim Vogelschießen.

Als der Vogel schon seine Fittiche verloren hatte und der Rumpf stark bereits zerfleddert war, hielten in der ganz heißen Phase noch voll drauf: Joachim Deppe, Jörg Hucht, Norbert Lichte, Andreas Lehmann, Lars Zimmermann, Christian Berg und eben Marc Reidel. Glück gehört also dazu!

Die Jagd und die Reiterei

Der neue König, der als passionierter Jäger mit der Flinte bestens umzugehen weiß, stammt gebürtig aus Warendorf. Der berittene Adjutant der St.-Johannes-Schützenbruderschaft Salzkotten teilt mit seiner Ehefrau Stephanie eine weitere Leidenschaft: das Reiten und die Liebe zu Pferden und zum Vielseitigkeits-Pferdesport. Die Königsresidenz liegt auf Gut Wandschicht. Dort leben die Majestäten mit ihren drei Töchtern, die ebenfalls schon vernarrt in Ponys und Pferde sind.

Pferdewirtschaftsmeisterin Stephanie Reidel-Keimer und König Marc Reidel (Sales Manager bei der Firma Sauerland Spielgeräte im Salzkottener Ortsteil Niederntudorf) gehörten im Schützenjahr 2017/18 dem Hofstaat von Markus Keuper/Susanne Küsterameling an.

Festhöhepunkte waren unter anderem am Sonntag der obligatorische Besuch der 1. Kompanie samt Königspaar und Hofstaat im Mutterhausgarten der Franziskanerinnen, die Feierstunde mit Ehrungen am Ehrenmal, der Festmarsch sowie ganz besonders der Festakt auf der Sälzerwiese vor großer Zuschauerkulisse.

Festakt auf der Sälzerwiese

Bei allerbestem Schützenwetter verfolgten geschätzt etwa 1500 Besucher die Auffahrt der Königin und der Hofdamen in prachtvollen Kutschen. Per Mikrofon stellte Oberstadjutant Daniel Lieneke dem Publikum die gesamte Throngesellschaft vor. Nach einem Parademarsch in Zügen, durfte dann natürlich zur Gaudi aller Gäste auf der sonnenüberfluteten Wiese der »Lampenputzer«, der berüchtigte Parademarsch im Laufschritt, nicht fehlen.

Begonnen hatte das Schützenfest am überaus gut besuchten Freitagabend mit der Segnung der neuen Fahne der 4. Kompanie durch Präses Pfarrer Martin Beisler, dem Großen Zapfenstreich (gespielt vom Musikverein Jugendlust Scharmede und dem Spielmannzug Salzkotten) und einem prächtigen Feuerwerk. Für das Königspaar 2018/19, Moritz Jolmes/Carina Ahlers samt Hofstaat, war dies ein krönender Abschluss ihrer optimal verlaufenen Regentschaftszeit.

Schützenfest-Premiere hatte der komplett neue Thekenbereich in der Sälzerhalle samt trendiger Lounge mit Tischen und Sitzgelegenheiten – eine klare Aufwertung, sowohl optisch als auch funktional.

Auch die Vorverlegung des Einmarsches der neuen Majestäten mit Throngefolge in die Halle am Samstagabend auf 21 Uhr (früher: 22.30 Uhr) hat sich als vernünftige Neuerung erwiesen.

Ebenfalls positiv aufgenommen wurde von Schützen und Festbesuchern die deutliche Vergrößerung des Biergartens unter den Bäumen neben der Halle. Nicht wenige Besucher wünschten sich hier zwischen den Tischen und Bänken künftig etwas breitere Gänge.

Am Montag wird das Schützenfest der gut 1650 Mitglieder starken Bruderschaft mit der Schützenmesse (8 Uhr) und dem Schützenfrühstück (9.30 Uhr) fortgesetzt; 17.30 Uhr Vogelschießen der Jungschützen, 20 Uhr Königstanz und Festball.

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