Do., 08.08.2019

Werner Schlegel stellt seine neuen Werke im Atelier in Niederntudorf vor Erfolgreich auf dem Holzweg

Werner Schlegel in seinem Atelier. Die Werke aus Holz stünden in einem reizvollen Kontrast zu den türkisfarbenen Bildern, betont er.

Werner Schlegel in seinem Atelier. Die Werke aus Holz stünden in einem reizvollen Kontrast zu den türkisfarbenen Bildern, betont er. Foto: Dietmar Kemper

Von Dietmar Kemper

Salzkotten (WB). Künstler brauchen neben Kreativität auch Disziplin. Wie ein fleißiger Handwerker erschafft Werner Schlegel in seinem Atelier in Niederntudorf immer wieder neue Arbeiten. Am Wochenende sind sie zu sehen.

»Ich zeige einen Querschnitt aus drei Jahrzehnten mit Arbeiten, die ich in den letzten drei Monaten gemacht habe«, sagte Schlegel am Mittwoch. Er öffnet sein Atelier an der Antoniusstraße am Samstag von 15 bis 19 und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Die Besucher erwartet eine Kombination aus Holzarbeiten und Malerei. Neu ist zum Beispiel das Bild »Big Turquoise«. Die Farbe Türkis hat der 66-Jährige gewählt, weil sie Tiefe und Weite repräsentiere. Für das Bild hat Schlegel zwei Leinwände übereinandergelegt und mit Wellen und Löchern auf diese Weise eine reliefartige Struktur geschaffen.

Mit der Malerei hatte der aus Thüringen stammende Künstler angefangen, seit 1992 verlegt er sich auf die Bildhauerei und arbeitet mit dem Material Holz. Der Geruch, die Weichheit und die Vergänglichkeit, die Holz verkörpere, faszinieren ihn daran. Für Werke im Außenbereich verwendet Schlegel Eiche, für Werke innerhalb von Gebäuden Pappelholz. Solche Arbeiten dominieren im Atelier, das Schlegel seit 2010 nutzt. Es ist geräumig, liegt idyllisch und es herrscht dort eine beneidenswerte Ruhe. »Total happy« sei er mit dem Atelier, schwärmte Schlegel am Mittwoch.

Er versteht sich mehr als Handwerker

In ihm können die Kunstfreunde am Wochenende zu großen Platten aneinandergeleimte Pappelbretter sehen, die Schlegel mit Farbschichten überzogen und deren Struktur er mit Säge, Beitel und Klöpfel skulptural herausgearbeitet hat. Figürliche Arbeiten findet man bei ihm nicht. »Da ist schon alles erzählt«, glaubt Schlegel. Er versteht sich auch mehr als Handwerker: »Ich bin kein überkandidelter Künstler, ich brauche das Handwerkliche.«

Seine Altäre mit zwei Seitenteilen und dem Mittelteil in Kreuzform stehen inzwischen in acht Kirchen, sozialen Einrichtungen und Kliniken – so in der Sankt-Georgs-Kapelle in Rüthen, im Sankt-Johannisstift Paderborn und vor der Intensivstation des Herz- und Diabeteszentrums NRW in Bad Oeynhausen. Botschaften verkünden will Werner Schlegel nicht: »Ich will nichts erzählen, meine Werke sind still und meine Kunst ist eine Einladung zur Meditation.«

Längst über den Kreis Paderborn hinaus bekannt

Der Bildhauer ist längst über den Kreis Paderborn hinaus bekannt. Am 26. Oktober wird eine Ausstellung von ihm im Mindener Museum eröffnet und bis zum 8. Dezember zu sehen sein. Abgesehen von den eigenen Präsentationen hat auch »Stationkunst« mittlerweile Tradition. Schlegel präsentiert dabei in seinem Atelier befreundete und neue Künstler. Ziel ist es, mit ihnen unkompliziert ins Gespräch zu kommen und Werke zu erschwinglichen Preisen kaufen zu können. Beim nächsten Mal am 23. und 24. November werden die Fotografen Matthais Gödde, Dirk Vogel und Andreas Rzadkowsky im Blickpunkt stehen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6834939?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851069%2F