Di., 17.09.2019

100 Jahre KFD Upsprunge: Pastor Rüsing findet klare Worte »Kirche auf Augenhöhe«

Standen bei den Jubiläumsfeierlichkeiten im Mittelpunkt (von links): Ortsvorsteher Markus Zacharias, Gemeindereferentin Annette Breische, das KFD-Team Claudia Syrig, Birgit Schmidt, Uschi Wiedemann, Elisabeth Knaup, Alex Zacharias, Claudia Ilse und Andrea Schmidt, Pastor Hans-Josef Rüsing und stellvertretende Bürgermeisterin Betty Keuper.

Standen bei den Jubiläumsfeierlichkeiten im Mittelpunkt (von links): Ortsvorsteher Markus Zacharias, Gemeindereferentin Annette Breische, das KFD-Team Claudia Syrig, Birgit Schmidt, Uschi Wiedemann, Elisabeth Knaup, Alex Zacharias, Claudia Ilse und Andrea Schmidt, Pastor Hans-Josef Rüsing und stellvertretende Bürgermeisterin Betty Keuper. Foto: Helmut Steines

Von Helmut Steines

Upsprunge (WB). Die KFD Upsprunge hat mit vielen Gästen ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Pastor Hans-Josef Rüsing machte sich in diesem Zusammenhang für einen stärkeren Einfluss von Frauen in der Katholischen Kirche stark.

Mit dem Musikstück »Tochter Zion, freue dich«, gespielt von der Musikkapelle Upsprunge unter der Leitung von Jürgen Kirchhoff betraten am Sonntag zahlreiche Fahnenabordnungen aus dem Dorf und benachbarten KFD-Gruppen die Pfarrkirche in Upsprunge, um dem Jubiläumsgottesdienst beizuwohnen.

In seiner Predigt fand Pastor Hans-Josef Rüsing klare Worte zur Rolle der Frau in der Katholischen Kirche und damit auch zur Bewegung »Maria 2.0«: »100 Jahre KFD sind eine hundertjährige spannende Geschichte dieser Gemeinschaft, dieses Dorfes, dieses Landes, dieser Kirche. Dabei gilt der alte Grundsatz: Nur wer sich wandelt, bleibt sich selber treu.« Dies sei ein denkwürdiger Tag, denn es stehe auch folgende Frage im Raum: Wie kommen wir zu einer geschwisterlichen Kirche, in der Männer und Frauen auf Augenhöhe Verantwortung wahrnehmen, den Anbruch des Reiches Gottes verkünden und dieses in der Nachfolge Jesu erfahrbar werden lassen.

Pastor Hans-Josef Rüsing zitierte auch den geistlichen Autor und spirituellen Lyriker Andreas Knapp: »Wenn eine Frau das Wort (Jesus von Nazareth) geboren hat, warum sollten Frauen dann das Wort nicht von der Kanzel verkünden? Wenn eine Frau für ihr Zuhören gelobt wird, warum sollten Frauen das Gelernte nicht auch lehren? Wenn eine Frau die Füße Jesu küsste, warum sollten Frauen den Altar nicht küssen können? Wenn eine Frau den Leib Jesu Christi salben konnte, warum sollten Frauen dann nicht zum Salbungsdienst befähigt sein? Oder wenn eine Frau bei der Hochzeit zu Kana von Jesus Krüge voller Wein erbitten konnte, warum sollten Frauen dann über einen Kelch mit Wein nicht auch den Segen sprechen?«

Mit Pauken und Trompeten ging es nach dem Gottesdienst zum Festakt in das Bürgerhaus. Dort warb die stellvertretende Bürgermeisterin Betty Keuper in ihrem Grußwort ebenfalls um ein Miteinander auf Augenhöhe in und um die Kirche. Vor 100 Jahren hätten die Frauen erstmals wählen dürfen und mit einer Beteiligung von mehr als 85 Prozent gezeigt, dass sie Verantwortung übernehmen wollen. An vielen Beispielen zeigte sie auf, wie schwierig in all den Jahren eine Annäherung war und auch heute noch nicht abgeschlossen sei.

Ortsvorsteher Markus Zacharias überbrachte die Glückwünsche des Dorfes und hob dabei die »hervorragende Mitarbeit« der KFD im Dorfgeschehen hervor.

KFD-Vorsitzende Uschi Wiedemann ließ noch einmal die 100-jährige Geschichte der KFD vor Ort Revue passieren. Bemerkenswert sei, dass sich schon vor 100 Jahren in Upsprunge zwei Gruppierungen von Frauen gebildet haben. Bis heute würde die Arbeit der Katholischen Frauengemeinschaft das Ortsgeschehen mit entscheidend prägen.

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