Staatsanwaltschaft erhebt Anklage nach Unfalltod einer Mutter bei Verne
„Autofahrer war abgelenkt“

Salzkotten (WB). Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat gegen einen 29-jährigen Mann aus Salzkotten bei dem Amtsgericht (Jugendschöffengericht) Paderborn Anklage wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung erhoben.

Montag, 09.12.2019, 16:45 Uhr aktualisiert: 09.12.2019, 17:12 Uhr
Bei einem tragischen Unfall bei Verne kam im April dieses Jahres eine junge Mutter ums Leben. Die Staatsanwaltschaft erhebt jetzt Anklage gegen den Fahrer: Er hatte zum Unfallzeitpunkt auf seinem Handy getippt. Foto: Lukas Brekenkamp
Bei einem tragischen Unfall bei Verne kam im April dieses Jahres eine junge Mutter ums Leben. Die Staatsanwaltschaft erhebt jetzt Anklage gegen den Fahrer: Er hatte zum Unfallzeitpunkt auf seinem Handy getippt. Foto: Lukas Brekenkamp

Dem Mann wird vorgeworfen, am 19. April dieses Jahres in Salzkotten aus Unachtsamkeit einen Verkehrsunfall verursacht zu haben, durch den eine Mutter getötet und ihre zwei Kinder schwer verletzt worden sind. Das hat die Staatsanwaltschaft gestern mitgeteilt.

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen befuhr der Angeschuldigte gegen Mittag die Verner Straße aus Verne in Richtung Salzkotten. Ihm voraus fuhr das spätere Unfallopfer, eine Mutter, mit ihren zwei Kindern auf Fahrrädern.

WhatsApp-Nachrichten beantwortet

Der Angeschuldigte erhielt laut Staatsanwaltschaft auf seinem Smartphone zwei WhatsApp-Nachrichten, die er las und während der Fahrt beantwortete. Dadurch war er abgelenkt und bemerkte Mutter und Kinder auf der Straße zu spät, sodass er mit ihnen kollidierte. Ein eingeholtes Sachverständigengutachten habe ergeben, dass der Unfall vermeidbar gewesen wäre, wenn der Fahrer nicht durch die Benutzung des Smartphones abgelenkt gewesen wäre. Die junge Mutter erlitt durch den Unfall tödliche Verletzungen, ihre beiden Kinder wurden schwer verletzt.

Der Angeschuldigte, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war, hat im Ermittlungsverfahren gestanden und ist durch den Unfall tief betroffen. Ein Hauptverhandlungstermin ist noch nicht bekannt. Zu den Verletzungen der Kinder werden aus Opferschutzgründen keine Angaben gemacht.

Nach dem Unfall hatte es Diskussionen gegeben, dass eine fehlende Fahrbahnmarkierung möglicherweise die Ursache gewesen sein könnte. Die Staatsanwaltschaft Paderborn schließt das allerdings aus. Nach ihren Ermittlungen sei allein die Ablenkung des Fahrers ursächlich für den Unfall. Für den Straftatbestand der fahrlässigen Tötung sieht das Gesetz Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vor.

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