Geriatrie zum Isolationsbereich erklärt – Aufnahmestopp in zwei Bereichen
22 Corona-Fälle in Salzkottener Krankenhaus

Salzkotten (WB). In der Abteilung für Geriatrie des St.-Josefs-Krankenhauses Salzkotten sind 22 Patienten und Mitarbeiter positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Auch einige Mitarbeiter der angrenzenden Station für Innere Medizin sind betroffen. Sicherheitshalber wurden beide Stationen zum Isolationsbereich erklärt und nehmen derzeit keine neuen Patienten auf.

Donnerstag, 02.04.2020, 17:14 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 09:48 Uhr
Dr. Martin Baur (Ärztlicher Direktor und Vorsitzender der Hygienekommission, rechts) und Ralf Diermann (stv. Pflegedirektor) haben gemeinsam mit den Teams alle notwendigen Maßnahmen getroffen. Foto:
Dr. Martin Baur (Ärztlicher Direktor und Vorsitzender der Hygienekommission, rechts) und Ralf Diermann (stv. Pflegedirektor) haben gemeinsam mit den Teams alle notwendigen Maßnahmen getroffen.

Alle Patienten und alle Mitarbeiter der betroffenen Bereiche wurden umgehend auf das Corona-Virus getestet. Bei bislang 14 Mitarbeitern, darunter drei Ärzte, und acht Patienten fiel der Test positiv aus (Stand: 2. April, 15 Uhr). Weitere Testergebnisse stehen noch aus und werden in den nächsten Tagen erwartet. „Den Patienten, die positiv auf das Virus getestet wurden, geht es bislang gut“, sagt Chefarzt Prof. Dr. Jobst Greeve, der mit seinem Team der Medizinischen Klinik derzeit die Versorgung der Patienten übernimmt. „Alle geriatrischen Patienten bleiben bis auf Weiteres in unserer Obhut“, so der Mediziner. Patienten, die kürzlich im St.-Josefs-Krankenhaus waren, bräuchten sich zunächst keine Sorgen zu machen. „Alle, die zusätzlich von der Situation betroffen sein könnten, werden durch das Krankenhaus oder das Gesundheitsamt informiert“, teilte die Klinik mit.

Auch im Paderborner Perthes-Haus und im Hövelhofer Altenheim Haus Bredemeier waren jüngst Bewohner und Mitarbeiter an Corona erkrankt. Mittlerweile sind fünf Menschen verstorben. Mittlerweile hat der Kreis Paderborn die Besuchsregeln in Senioren- und Pflegeeinrichtungen verschärft.

Klinik: Situation unter Kontrolle

Dies sei aus mehreren Gründen sinnvoll: Während der 14-tägigen Quarantänezeit, die nun zu absolvieren sei, seien die betroffenen Stationen zum Isolationsbereich erklärt worden, so dass sich das Virus nicht weiter unkontrolliert verbreiten könne. Gleichzeitig könne man betroffene Patienten im Krankenhaus bestmöglich versorgen, sollte sich der Gesundheitszustand aufgrund des Virus noch verschlechtern. „Das St.-Josefs-Krankenhaus ist für die Versorgung von Corona-Patienten bestens gerüstet. Sowohl ausreichend Beatmungsgeräte als auch Intensivkapazitäten und entsprechend ausgebildete Mitarbeiter sind verfügbar“, betont Dr. Martin Baur, Ärztlicher Direktor und Vorsitzender der Hygienekommission der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH. Allen Patienten der Inneren Medizin des St.-Josefs-Krankenhauses, die in diesen Tagen entlassen würden, werde dringend eine häusliche 14-tägige Quarantäne empfohlen.

Neben den im St.-Josefs-Krankenhaus betroffenen Patienten, sei inzwischen ein weiterer Patient, der am Montag ohne Anzeichen einer Infektion aus der Geriatrie entlassen worden war, inzwischen mit positivem Corona-Befund im St.-Vincenz-Krankenhaus aufgenommen worden, sagt Chefarzt Prof. Dr. Greeve. Er sei schwer erkrankt.

Mitarbeiter werden isoliert

Die Isolation der Mitarbeiter erfolge streng nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts, so Baur. Die bereits positiv getesteten Ärzte und Pflegenden seien in häuslicher Quarantäne, alle anderen stünden unter enger Beobachtung und arbeiten zum Schutz der Kollegen und Patienten ab sofort durchgehend mit einem Mund-Nasen-Schutz und ausschließlich auf der betroffenen Station. Kontakte in andere Bereiche des Krankenhauses finden nicht statt, auch nicht in den Pausen. Trotz der hohen Zahl an betroffenen Mitarbeitern sei die Versorgung der Patienten gesichert: „In dieser Situation macht sich die von Anfang an enge Zusammenarbeit der Medizinischen Klinik und der Abteilung für Geriatrie bezahlt“, betont Prof. Greeve. „So können wir aus der Medizinischen Klinik die Mitarbeiter auf der geriatrischen Station jetzt ohne Probleme sowohl ärztlich als auch pflegerisch kompetent unterstützen.“

Unklar, wie das Virus eingeschleppt wurde

Wie das Virus seinen Weg auf die zuerst betroffene geriatrische Station gefunden hat, lässt sich nicht mit Sicherheit rückverfolgen. Keiner der Mitarbeiter habe in seinem Umfeld einen betroffenen Corona- oder Corona-Verdachtsfall. Patienten, die aus einem Altenpflegeheim ins Krankenhaus kämen, seien derzeit aus verschiedenen Gründen eine Risikogruppe, so Baur: Grundsätzlich aufgrund ihres Alters und der möglichen Vorerkrankungen. Für das Krankenhaus zudem, weil sich das Corona-Virus derzeit besonders in Altenpflegeeinrichtungen schnell verbreite. „Für uns ist die Konsequenz, dass alle Patienten, die aus einem Altenpflegeheim in unser Krankenhaus kommen ab sofort nur noch isoliert, das heißt in einem Einzelzimmer, versorgt werden, bis das Ergebnis eines vorsorgenden Corona-Tests vorliegt.“

„Schwangere müssen sich keine Sorgen machen“

Für die Patienten der chirurgischen, gynäkologischen und geburtshilflichen Fachabteilungen des Krankenhauses besteht kein Risiko. Der betroffene Bereich ist klar abgetrennt und isoliert, die Mitarbeiter arbeiten ausschließlich auf den betroffenen Stationen. „Auch die werdenden Eltern müssen sich keine Sorge machen. Der Kreißsaal und die Wöchnerinnenstation sind mehrere Stockwerke von dem betroffenen Bereich entfernt“, nimmt Dr. Baur eventuelle Ängste vorweg. Sollten dennoch Fragen oder Sorgen bestehen, können sich Patienten und werdende Eltern über die Telefonzentrale unter 05258/10-0 an die jeweiligen Sekretariate der Fachabteilungen wenden.

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