Familie Stöver setzt auf ihrem Hof auf Freilandhaltung und baut ein Hühner-Mobil
Vielser-Ei: Frischer geht es nicht

Salzkotten (WB/sh). Seit einigen Tagen hat das Hühnervolk auf dem Vielser Hof in Salzkotten mit 100 weiteren Artgenossen einen enormen Zuwachs bekommen. Grund: Das „Vielser-Ei aus eigener Freilandhaltung“ wurde aus der Taufe gehoben.

Samstag, 02.05.2020, 09:00 Uhr
Die Gebrüder Matthias und Christian Stöver vor ihrem Hühner-Mobil. Hier gibt es täglich frische Eier aus Freilandhaltung. Foto: Helmut Steines
Die Gebrüder Matthias und Christian Stöver vor ihrem Hühner-Mobil. Hier gibt es täglich frische Eier aus Freilandhaltung. Foto: Helmut Steines

Damit sich die Hühner auch richtig wohlfühlen, wurde in nur einer Woche ein Hühner-Mobil gebaut.

„Das war echte Teamarbeit”, berichtet Hofherr Gerd Stöver, der beim Mobilbau tatkräftig von seinen beiden Söhnen Matthias und Christian unterstützt wurde. Die Idee, die Hühnerhaltung aufzustocken, hatte den Landwirt schon länger beschäftigt. Um vielen Sälzern die Möglichkeit zu geben, „regional, frisch und auf kurzen Wegen Eier einzukaufen, sind wir diesen Schritt gegangen”, erzählt Stöver.

Der Verkaufsstand, der direkt auf dem Vielser Hof steht, wird als Selbstbedienungsladen geführt. Der Kunde nimmt sich die benötigte Anzahl Eier und wirft pro Ei 35 Cent in die Kasse. „Alles Vertrauenssache, ich setze auf die Ehrlichkeit meiner Kunden“, so Gerd Stöver.

Durch das Hühner-Mobil haben ihre zweibeinigen Bewohner jeden Tag freien Auslauf und alle vier Wochen rund um den Hof einen neuen Standort. Es ist also immer was los auf der Hühnerwiese. Man kann wieder – wie früher auf jedem Gehöft üblich – freilaufende Hühner beobachten.

Der Vielserhof hat eine geschichtsträchtige Vergangenheit. Er war quasi der Mittelpunkt des Kirchdorfes Vielsen, das in etwa um 850 entstand. Ein Steinwurf weit vom Gehöft entfernt, liegt der Vielser Berg, unter dem sich die Überreste der längst verfallenen Kirche von Vielsen befinden.

In den Annalen des Klosters Böddeken wird der Vielserhof sogar als Salzhof geführt. Erklärlich, denn zu den Ländereien des Hofes gehört auch die unter Naturschutz stehende Sültsoid, wo die reichsten Salzpflanzen-Vorkommen Westfalens zu finden sind. Im Mittelalter wurde die dortige Sole auch zur Salzgewinnung genutzt.

Die ehemalige Siedlung Vielsen, durch den Vielser Hof, den Vielser Bach und die Vielser Straße in Erinnerung gehalten, wurde 1216 als Pfarrei genannt, ist aber vermutlich weitaus älter. Die Pfarrei umfasste den Bereich zwischen Upsprunge, Verne und der Dreckburg.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7391305?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851069%2F
Krisenstab mietet Wohnsiedlung für positiv getestete Tönnies-Mitarbeiter an
Symbolbild. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker