Im Juni wird letzte Rate für Verner Gruppenklärwerk fällig
Schuldenfrei

Salzkotten (WB). Ende des Monats ist es geschafft. Dann „gehört“ das Salzkottener Gruppenklärwerk an der Krewetstraße in Verne den Salzkottener Bürgern. Denn zum 30. Juni ist die einst mit knapp 14 Millionen Euro belastete Anlage schuldenfrei. Stadtwerkeleiter Ludwig Bewermeier hat den Mitgliedern des Betriebsausschusses am Mittwoch diese Nachricht übermittelt und von einem Meilenstein in einer „wahren Erfolgsgeschichte“ berichtet.

Freitag, 12.06.2020, 22:36 Uhr aktualisiert: 12.06.2020, 22:40 Uhr
Eine Schuldenlast von knapp 14 Millionen Euro lag vor 20 Jahren auf der Kläranlage in Verne. Jetzt ist sie schuldenfrei. Herzstück des Gruppenklärwerkes, in dem bei trockener Wetterlage täglich 4000 Kubikmeter Schmutzwasser ankommen, sind die Belebungsbecken. Im Vordergrund ist der Faulturm zu sehen. Dort wird aus Klärschlamm Methangas und schließlich Strom erzeugt.

Lagen die Zinsaufwendungen im Jahr 2000 noch bei 800.000 Euro, so stand im Haushaltsplan für 2020 nur noch die Restsumme von 2500 Euro. Auch die Tilgung der Kredite läuft Ende des Monats aus. An der Gebührenschraube wird aber nicht gedreht. „Wir haben die Gebühren für das Schmutzwasser bereits in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesenkt und werden nun 1,90 Euro pro Kubikmeter halten können“, so Christian Henkemeier, zuständig für die Finanzen bei den Salzkottener Stadtwerken. In den Jahren 1997 bis 2004 hatten die Gebühren mit mehr als drei Euro pro Kubikmeter ihren Höchststand – eine Folge der Investitionen in den Umbau der Kläranlage in Verne. „Die Anlage war zu klein geworden und es gab verfahrenstechnische Probleme“, erläutert Ludwig Bewermeier.

Mit zwei Euro pro Kubikmeter lag Salzkotten im vergangenen Jahr auf der Rangliste der günstigsten Gebühren dann auf Platz zwei der zehn Städte im Kreis Paderborn. Nur in Hövelhof war die Abwassergebühr mit 1,85 Euro noch niedriger. Bad Wünnenberg ist mit 3,80 Euro Schlusslicht. Ein Musterhaushalt mit jährlich 200 Kubikmetern Schmutzwasser und 130 Grundstücksquadratmetern (seit 2010 wird das Regenwasser getrennt abgerechnet) musste damit in Salzkotten 454,60 Euro im Jahr für die Wasserreinhaltung aufbringen.

272 Kilometer Kanalnetz

Die Stadt Salzkotten betreibt an den Standorten Niederntudorf und Verne zwei Kläranlagen, in denen für rund 25.300 Einwohner das Schmutzwasser gereinigt wird. Zum Abwassersystem zählen zudem 272 Kilometer Kanalnetz, 17 Pumpwerke, sechs Regenüberlaufbecken, vier Regenüberläufe, ein Regenklärbecken sowie vier Regenrückhaltebecken. Damit beträgt der Wert dieses zu bewirtschaftenden Vermögens 27,5 Millionen Euro. Das Abwasserwerk ist einer von vier Betriebszweigen (außerdem Wasserwerk, Bäderwesen, Energie) der Stadtwerke Salzkotten.

Fast sieben Millionen Euro haben in den vergangenen 16 Jahren die Unterhaltung des Kanalsystems und die so genannte Fremdwassersanierung gekostet. Denn Regen- und Grundwasser soll möglichst aus den Kanälen herausgehalten werden, damit die zu reinigende Menge Wasser möglichst gering ist, was wiederum die Betriebskosten senkt. Die Wassermenge, die in der Verner Anlage gereinigt werden muss, hat sich somit von 3,7 Millionen Kubikmetern auf 1,8 Millionen reduziert. Bei trockenem Wetter kommen in Verne täglich 4000 Kubikmeter Schmutzwasser an.

Strom wird vor Ort produziert

Einen großen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit des Gruppenklärwerkes leiste der Faulturm, in dem aus dem Klärschlamm Gas produziert werde, so der Stadtwerkeleiter. Damit könnten 60 Prozent des Strombedarfs von einer Million Kilowattstunden selbst erzeugt werden. Weiterhin habe sich ausgezahlt, in Personal und Weiterbildung zu investieren. „Wir haben in Technik investiert, die wir auch selbst bedienen können, so dass wir kaum Wartungsdienste bezahlen müssen“, so Bewermeier.

Herzstück der Anlage an der Krewetstraße sind die Belebungsbecken. Abwassermeister und Leiter des Abwasserwerkes Tobias Lenzmeier ist mit der Reinigungsleistung sehr zufrieden. Der CSB-Wert (chemischer Sauerstoffbedarf) und der Stickstoffwert im gereinigten Wasser lägen weit unter der erlaubten Höchstmarke. „Damit können wir uns hier in der Gegend sehr gut sehen lassen“, sagt Lenzmeier. Auch der Vorsitzende des Betriebsausschusses, Kurt Lindenblatt (SPD), ist zufrieden: „Bei stets parallel laufenden Investitionen ist die Entschuldung der Kläranlage sehr gut gelaufen.“

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