Anwohner kritisieren zwei neue Mehrfamilienhäuser in Salzkotten als überdimensioniert
Ärger am Tempelweg

Salzkotten (WB). Am Tempelweg in Salzkotten stehen zurzeit zwei Neubauten kurz vor der Fertigstellung. Ein Investor aus Wewelsburg hat in der Wohnstraße in der Nähe des Friedhofs, auf dem ehemaligen Grundstück Claes zwei Mehrfamilienhäuser für jeweils acht Parteien errichten lassen – sehr zum Ärger der Nachbarn. Sie bezeichnen die beiden weiß verklinkerten Gebäude als überdimensioniert und fürchten, wenn sie erst bewohnt sind, ein deutlich erhöhtes Verkehrsaufkommen in der Spielstraße. Der Investor habe die Grundstücke so groß wie nur irgend möglich bebaut und nur die allermindesten Abstandsgrenzen eingehalten, kritisieren sie. „Das ist eine Entwertung der Häuser in der Nachbarschaft“, ärgert sich Anwohnerin Margarete Breininger. Sie bezeichnet die Bauten als monströs.

Mittwoch, 26.08.2020, 12:13 Uhr aktualisiert: 26.08.2020, 12:16 Uhr
Ein Investor hat zwei Mehrfamilienhäuser für jeweils acht Parteien am Tempelweg in Salzkotten bauen lassen, die bei den Nachbarn auf wenig Begeisterung stoßen. Foto: Hanne Hagelgans
Ein Investor hat zwei Mehrfamilienhäuser für jeweils acht Parteien am Tempelweg in Salzkotten bauen lassen, die bei den Nachbarn auf wenig Begeisterung stoßen. Foto: Hanne Hagelgans

Gemeinsam mit 22 Nachbarn der Straßen Tempelweg und Am Friedhof hat sie jetzt einen Antrag an die Stadt Salzkotten gestellt. Die Anlieger fordern darin die Erstellung eines Bebauungsplans für die bisher nicht erfassten Bereiche des Tempelwegs. Dafür, so ihr Wunsch, solle der für Teilbereiche des Tempelwegs bereits geltende Bebauungsplan auch auf den Rest ausgeweitet werden. Er sehe Einfamilienhäuser in 1,5-geschossiger Bauweise vor.

Antrag an den Bauausschuss

Für das ehemalige Grundstück Claes, erläuterten die Nachbarn im Gespräch mit dem WV, gelte nämlich, ebenso wie für weitere Bereiche des Tempelwegs, aktuell kein Bebauungsplan. Diese Lücke habe der Investor ihrer Ansicht nach ausgenutzt. Wie dazu das städtebauliche Einvernehmen erteilt werden konnte, ohne dass Stadtrat oder Bauausschuss sich zuvor mit der Sache befasst hätten, ist den Anwohnern ein Rätsel.

Genau darüber wunderten sich im Haupt- und Finanzausschuss, der sich in seiner Sitzung am Montagabend mit dem Anliegerantrag beschäftigt hat, auch mehrere Politiker. Generell zeigte sich der Ausschuss dem Anliegen der Nachbarn gegenüber aber offen. „Wir könnten uns gut vorstellen, hier einen Bebauungsplan aufzustellen“, sagte etwa Michael Fechtler (CDU). Zuständigkeitshalber wurde der Antrag an den Bauausschuss verwiesen, der sich in seiner nächsten Sitzung am kommenden Donnerstag, 3. September, 18 Uhr in der Mensa der Gesamtschule, mit dem Thema auseinandersetzen wird. Auf WV-Nachfrage sagte Bauamtsleiter Ludwig Bewermeier, es werde dann eine ausführliche Erläuterung seitens der Verwaltung zu dem Sachverhalt geben.

Mit den beiden jetzt errichteten Mehrfamilienhäusern werde man sich wohl arrangieren müssen, ist den Anwohnern klar. Sie wollen etwas Ähnliches allerdings für weitere noch freie Bereiche im Tempelweg für die Zukunft verhindert wissen. Außerdem befürchten sie, dass ohne Bebauungsplan künftig einmal bei einem Generationswechsel bestehende Einfamilienhäuser durch deutlich größere Objekte ersetzt werden könnten.

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