Ulrich Berger erzielt Spitzenplatz im Land – Grüne zweiter Sieger in Salzkotten
(Fast) bestes Ergebnis in NRW

Salzkotten (WB). Eine kleine Gemeinde im äußersten nordöstlichen Zipfel Nordrhein-Westfalens nahe der Grenze zu Niedersachsen und gar nicht so weit entfernt wird zum Spielverderber. Dort nämlich, im lippischen Schieder-Schwalenberg (knapp 8400 Einwohner), erreichte der parteilose Bürgermeisterkandidat Jörg Bierwirth 94,1 Prozent der Wählerstimmen.

Dienstag, 15.09.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 15.09.2020, 06:16 Uhr
Elisabeth Schaper, René Scherf, Jasmin Zoll, Nicole Ludwig, Katharina Stelbrink, Christina Wilmes und Hendrik Schlune (von links) verfolgen per Laptop den Ergebnisdienst. Die Grünen erzielen das beste Ergebnis in Salzkotten, seit sie sich dort dem Wähler stellen. Foto: Steines
Elisabeth Schaper, René Scherf, Jasmin Zoll, Nicole Ludwig, Katharina Stelbrink, Christina Wilmes und Hendrik Schlune (von links) verfolgen per Laptop den Ergebnisdienst. Die Grünen erzielen das beste Ergebnis in Salzkotten, seit sie sich dort dem Wähler stellen. Foto: Steines

Damit verdrängt er Salzkottens Bürgermeister Ulrich Berger mit 93,9 Prozent auf Platz zwei im Ranking der besten Wahlergebnisse in NRW. Allerdings: Bierwirth hatte keinen Gegenkandidaten. Damit erzielte Berger als Kandidat mit Konkurrenz das beste Ergebnis in NRW. „Natürlich macht mich das schon ein bisschen stolz“, sagte Berger am Tag nach der Wahl auf WV-Anfrage. Gleichzeitig unterstrich er aber auch die Freude über das stabile Ergebnis der CDU. „Im Wahlkampf war es das erklärte Ziel der anderen Parteien, die Mehrheit der CDU zu brechen. Daher war die Wahl für uns kein Selbstläufer“, so Berger, der zudem auf den negativen Bundestrend verwies. Gefreut hat sich der 50-Jährige ebenso für seinen Vorgänger im Salzkottener Rathaus, Michael Dreier, mit dem er noch in der Nacht telefonierte. Gerade nach dem Facebook-Ärger und bei acht Gegenkandidaten sei die Wahl für den Paderborner Bürgermeister eine echte Mammutaufgabe gewesen.

Auch beim zweiten Sieger der Kommunalwahlen in Salzkotten blickt man optimistisch nach vorn. Die Salzkottener Grünen haben am Sonntag das beste Ergebnis erzielt, seit sie in Salzkotten antreten. Mit 16,3 Prozent (2014: 9,7 Prozent) rangieren sie nur knapp hinter der SPD (17,4). Gefeiert wurde am Sonntagabend bei Kandidatin Nicole Ludwig auf der Terrasse. „Ich freue mich, dass wir noch ein bisschen stärker geworden sind, und wir sind weiter guter Hoffnung, wenn auch auf Umwegen Politik in Salzkotten mitgestalten zu können“, sagte am Montag der Fraktionsvorsitzende Marc Svensson. Die beiden neuen Ratsmandate könnten die Grünen mit kompetenten Leuten besetzen.

Mangelnder Rückenwind aus Berlin ist für den FDP-Fraktionsvorsitzenden Christoph Sonntag Grund für das schlechte Abschneiden der Liberalen. „Wir hätten uns natürlich ein besseres Ergebnis gewünscht. Aber wenn der Bundestrend bei fünf Prozent liegt, ist es schwer, zehn zu holen“, so Sonntag. Ebenso habe die FDP nicht mehr von „Sonderfaktoren“ profitieren können wie etwa 2009, als Brigitte und Dr. Peter Kesternich in Scharmede einen Großteil der Stimmen holten. Sonntag bedauert zwar, ein Mandat verloren zu haben, „wir werden uns aber weiterhin genauso motiviert für Salzkotten einsetzen und sind den Wählern dankbar, die uns ihre Stimme gegeben haben“, sagte der FDP-Fraktionschef.

Einen problemlosen Verlauf der Wahlen vermeldete am Montag Bernd Werny aus dem Wahlamt. 192 Wahlhelfer hätten für einen reibungslosen Ablauf gesorgt. Zu längeren Warteschlangen sei es nicht gekommen. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,3 Prozent. 2014 waren es 56,6. Die konstituierende Sitzung des neuen Salzkottener Stadtrates ist für Montag, 2. November, geplant. Insgesamt werden 38 Ratsmitglieder dann für die nächsten fünf Jahre die politischen Geschicke der Stadt lenken.

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