Karnevalisten in Scharmede und Fürstenberg planen ohne Umzüge
Session so gut wie abgeschminkt

Fürstenberg/Scharmede (WB). „Damit haben wir eigentlich schon länger gerechnet. Auch unsere Überlegungen gingen in die Richtung, dass wir größere Veranstaltungen in der bewährten Form in der kommenden Session nicht machen können“, so kommentiert Uwe Feddermann, Präsident des Fürstenberger Carnevals Clubs das Ergebnis des Karnevalsgipfels am vergangenen Freitag in Düsseldorf.

Montag, 21.09.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 09:32 Uhr
In Fürstenberg konnte am Rosenmontag in diesem Jahr der Umzug noch gestartet werden. In Scharmede fiel er wetterbedingt aus. Und auch im nächsten Jahr wird es wohl keinen Straßenkarneval in den heimischen Hochburgen geben Foto: Oliver Schwabe
In Fürstenberg konnte am Rosenmontag in diesem Jahr der Umzug noch gestartet werden. In Scharmede fiel er wetterbedingt aus. Und auch im nächsten Jahr wird es wohl keinen Straßenkarneval in den heimischen Hochburgen geben Foto: Oliver Schwabe

Die Landesregierung sowie Vertreter der Karnevalshochburgen und des Bundes Deutscher Karneval hatten massive Einschränkungen angekündigt. Somit haben sich auch die Jecken in den heimischen Hochburgen Scharmede und Fürstenberg die Session weitgehend abgeschminkt.

In Fürstenberg solle die Session zwar nicht ersatzlos gestrichen werden, für die großen Saalveranstaltungen sowie den Rosenmontagsumzug sieht Uwe Feddermann allerdings kaum Chancen. Die Fürstenberger Karnevalisten entscheiden in dieser Woche endgültig über eine Absage. Gleichzeitig soll über Alternativen gesprochen werden. „Auch wenn die Saalveranstaltungen nicht stattfinden können, wird man trotzdem hoffentlich merken, dass Karneval ist“, sagte Feddermann auf WV-Anfrage, „so wie man uns kennt, kann man schon kleinere, verrückte Sachen erwarten.“

Hoppeditz-Erwachen unter Corona-Schutzmaßnahmen

Das Hoppeditz-Erwachen am 11. November werde unter den entsprechenden Corona-Schutzmaßnahmen veranstaltet. Die anschließende Feier werde allerdings wohl ausfallen müssen. Wirklich planbar sei die Session nicht. „Wenn die Coronazahlen sich verändern, muss man das sicherlich neu bewerten“, so Feddermann. Der FCC-Präsident unterscheidet zwischen der vergangenen Schützensaison und der Session der Karnevalisten. „Im Gegensatz zu den Schützen konnten wir unsere Feste ja noch feiern und die Session zum Abschluss bringen“, sagte Feddermann.

Theoretisch könne somit auch ein neuer Prinz proklamiert werden, eventuell dann aber für zwei Jahre. „Wenn man realistisch ist, kann der Rosenmontagsumzug aber nicht stattfinden. Der Aufwand wäre einfach zu groß. Man sieht es derzeit an der Tour de France, bei der die Menschen dicht an dicht stehen. Wir werden sicher nicht für jeden Zuschauer eine Plexiglaswand aufstellen können“, so der Präsident. Bedauerlich sei die Situation für alle Aktiven wie etwa die Tanzgarden, die zwar regelmäßig trainierten, aber vielleicht keinen Auftritt haben werden. „Da werden wir versuchen, Alternativen anzubieten“, sagte Feddermann. In dieser Woche soll zudem darüber gesprochen werden, ob der Verein finanzielle Unterstützung benötigt. Kosten für die beiden Immobilien Schafstall und Verwandelbar fielen natürlich weiter an, Einnahmen aus Vermietungen blieben aber aus.

Scharmeder doppelt getroffen

Auch in der Karnevalshochburg Scharmede haben die Verantwortlichen beim SCC Verständnis. „Wir hatten uns darauf geeinigt, zunächst einmal abzuwarten und uns dann der Mehrheit anzuschließen. Das Ergebnis des Karnevalsgipfels hat hier niemanden in irgendeiner Weise überrascht“, sagte SCC-Geschäftsführer Konrad Werning, „wir wollen den Karneval nicht ganz ausfallen lassen, aber es wird ihn nicht in der Form geben, wie wir ihn kennen.“

Hoffnung auf einen normalen Karneval hat Werning erst, wenn es einen Impfstoff gibt. Die Scharmeder sind doppelt getroffen.

Bereits im Februar wurde der große Umzug aufgrund des Wetters kurzfristig abgesagt. Er konnte auch nicht – wie zunächst geplant – im Mai nachgeholt werden. „Ich hätte mir natürlich schon ein schönes Karnevalsjahr gewünscht“, so Werning, „aber wir Karnevalisten sind doch nur ein ganz kleines Rad. Ich halte die Entscheidung für richtig, denn inzwischen haben wir alle unsere Erfahrung mit der Pandemie gemacht. Wichtig ist, dass sie nicht wieder solche Ausmaße annimmt wie im März.“

Prinzenproklamation schon vorzeitig abgesagt

Werning ist froh, dass die Weichen frühzeitig gestellt werden. So bestehe Klarheit, der Verein müsse keine Verträge mit Dienstleistern und Künstlern abschließen und nicht in Vorleistung treten. So gestalte sich die Session für den SCC kostenneu­tral. Sorgen müsse man sich aber um die Künstler, Dienstleister und Festwirte machen. Ein zweites Jahr ohne Veranstaltungen sei für diese sicherlich schwer zu kompensieren. Die Prinzenproklamation am 11. November ist in Scharmede bereits vorzeitig abgesagt worden. Das Prinzenpaar Baurichter bleibt zunächst im Amt. Für eine neue Session soll dann aber vermutlich ein neuer Prinz proklamiert werden.

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