Auf der Stadtbuslinie SK3 hakt es: In Scharmede ist der Bus unpünktlich oder kommt manchmal gar nicht
Verspätungen nerven Fahrgäste

Salzkotten-Scharmede -

Lydia Sallen kommt fast jeden Tag zu spät zur Arbeit. Aus so manchem Betrieb wäre die 50-Jährige inzwischen vielleicht längst rausgeflogen.

Mittwoch, 20.01.2021, 22:09 Uhr aktualisiert: 21.01.2021, 06:22 Uhr
Der Salzkottener Bahnhof ist Rendezvous-Standort der Stadtbuslinien. Doch nicht immer treffen sich die Linien hier auch, damit die Fahrgäste umsteigen können.
Der Salzkottener Bahnhof ist Rendezvous-Standort der Stadtbuslinien. Doch nicht immer treffen sich die Linien hier auch, damit die Fahrgäste umsteigen können.

Ihr Chef drückt jedoch (noch) ein Auge zu und lässt sie die Fehlzeit nacharbeiten. Denn die Scharmederin ist keinesfalls Langschläferin. Ihr Problem ist der Bus, genauer die Linie SK3 von Scharmede nach Salzkotten.

„Seit Ende der Sommerferien kommt der Bus, der eigentlich morgens um 7.38 Uhr an der Haltestelle Zur Laake losfahren soll, zehn bis 15 Minuten zu spät oder auch gar nicht“, ist die Scharmederin genervt. Dadurch verpasst sie am Salzkottener Bahnhof den Anschlussbus Richtung Krankenhaus. „Da sehe ich dann immer nur die Rücklichter, denn der fährt pünktlich ab“, sagt Lydia Sallen. Bestimmt 15 Mal hätten sie und Eltern ebenfalls auf diesen Bus angewiesener Schulkinder sich per E-Mail und unter der Service Hotline der DB Regio beschwert. Ihre Beschwerden seien entweder ignoriert, oder lapidar beantwortet worden. Man werde prüfen, ob es bestimmte besonders verspätungsanfällige Fahrten gebe. „Falls die Möglichkeit besteht, werden wir die Fahrzeiten entsprechend verlängern, damit die Pünktlichkeitswerte der erkannten Fahrten erhöht werden können“, heißt es in einer Antwort der DB Regio Bus. Passiert sei aber nichts, so Sallen. Stattdessen gab es einen Hinweis auf „tageszeitabhängig sehr unterschiedlich starkes Verkehrsaufkommen“, sodass Verspätungen nicht immer vermeidbar seien. Auch sei ihr schon vorgeworfen worden, sie könne Fahrpläne nicht lesen, berichtet Sallen. Denn sie hatte nebenbei darauf aufmerksam gemacht, dass ein im Fahrplan an der Haltestelle Zur Laake ausgewiesener Bus um 13.22 Uhr gar nicht fahre-

„So klappt der Umstieg auf den ÖPNV nie“, meint die Scharmederin. Auf den Bus müsse man sich verlassen können, sonst sei er keine Alternative. Und ganz billig sei das Einzelticket mit 2,70 Euro schließlich auch nicht. Nach eigenen Erkundungen weiß Lydia Sallen inzwischen, dass der Bus für die Linie SK3 aus Paderborn kommt und innerhalb von zehn Minuten in Scharmede sein solle. „Das ist doch viel zu knapp bemessen bis Scharmede. Wenn erst noch die Baustelle auf der Bahnhofstraße in Paderborn kommt, klappt das überhaupt nicht“, sagt sie und glaubt, dass die Verspätung billigend in Kauf genommen werde.

Auf WV-Anfrage erläutert ein Bahnsprecher, dass der morgendliche Bus in der vergangenen Woche tatsächlich einmal acht und einmal zwölf Minuten Verspätung gehabt habe. „Hierfür bitten wir um Entschuldigung. Der Grund ist, dass der Vorläufer, die R93, aus Paderborn kommt und es auf der Strecke morgens ziemlich voll ist. Eingeplant ist eine reguläre Fahrzeit Paderborn-Scharmede von 15 Minuten und die ist nach unserer Einschätzung möglich“, so der Sprecher. Die Beschwerden seien indes beim Kundendialog nicht eingegangen. Gern wolle man aber darauf eingehen, die Verspätungen entsprechend überprüfen und gegebenenfalls auch die Fahrzeiten noch einmal kritisch begutachten. Für Lydia Sallen ist das eine unbefriedigende Auskunft, sie mache täglich und nicht nur ein-, zweimal die Woche ganz andere Erfahrungen und hofft, dass ihr Bus endlich pünktlich kommt. Denn ob ihr Chef auch in Zukunft weiter mitspielt, weiß sie nicht.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7776036?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851069%2F
Einkauf rund um die Uhr
Markus Belte (links) und Alexander Burghardt stellen den Latebird-Prototypen vor. Der autonome Mini-Supermarkt im Kiosk-Format ermöglicht einen kontaktfreien Einkauf rund um die Uhr. Die ersten Container werden gerade in Paderborn gebaut.
Nachrichten-Ticker