NRW-Modellprojekt zur digitalen Kontaktdatenerfassung ist startet – Padersprinter auch mit dabei
Luca-App ist im Kreis Paderborn ab sofort nutzbar

Paderborn (WB/LaRo) -

Verträge unterschrieben, Testläufe abgeschlossen: Im Kreis Paderborn kann die Luca-App ab sofort genutzt werden. Das teilte der Kreis am Freitagvormittag mit. „Gemeinsam können wir die Pandemie bekämpfen!“, wird Landrat Christoph Rüther (CDU) in einer Mitteilung zitiert. Die App sei ein technischer Baustein, der wieder mehr Freiheiten ermöglichen könne.

Freitag, 09.04.2021, 09:45 Uhr aktualisiert: 09.04.2021, 11:20 Uhr
Die Luca-App im Appstore eines iPhones.
Die Luca-App im Appstore eines iPhones. Foto: Lars Rohrandt

Rüther ruft alle Bürgerinnen und Bürger auf, die kostenlose App herunterzuladen. Wie berichtet, hatten der Kreis und die Paderborner Werbegemeinschaft bereits Einzelhändler, Gastronomie, kulturelle Einrichtungen und Dienstleister dazu aufgerufen, sich möglichst schnell der Luca-App anzuschließen . Kreis Paderborn nimmt an einem Modellprojekt zur digitalen Kontaktdatenerfassung teil. Das hatte der Landrat März auf WV-Anfrage bestätigt. Der Start der App war für vergangene Woche geplant. Er verzögerte sich laut Kreis aufgrund des zurzeit hohen Arbeitsaufkommens bei dem App-Anbieter um einige Tage. Die Projektphase ist für den Kreis Paderborn ohne Kosten verbunden, teilte der Kreis auf Anfrage am Donnerstag mit.

Die App des Anbieters „culture4life“ ist die wohl bekannteste Lösung, um das Problem der Kontaktnachverfolgung in den Griff zu bekommen. Sänger Smudo hat sie mitentwickelt. Sie soll eine schnelle und sichere Kontaktnachverfolgung im Falle einer Corona-Infektion sicherstellen. Die Luca-App kann genutzt werden, um digitale Besucher- und Teilnehmerlisten zu erstellen. „Alle Daten werden sicher und datenschutzkonform gespeichert und ausschließlich dem Gesundheitsamt im Falle eines vorliegenden Infektionsfalles übermittelt“, heißt es in der Kreis-Mitteilung. Das Amt könne die Daten digital in seine Software überspielen.

Die Luca-App beschleunige und vereinfache die Kontaktnachverfolgung enorm, sagt die Leiterin des Paderborner Kreisgesundheitsamts Dr. Constanze Kuhnert: „Statt wie bisher Listen, die von Teilnehmern und Besuchern per Hand ausgefüllt wurden, bekommen wir nun alle Kontaktdaten digital und können diese direkt verarbeiten. Gerade der letzte Punkt war für den Kreis wichtig. „Technische Innovationen sollen unsere Arbeit erleichtern und nicht erschweren, indem mehrere parallele Meldesysteme aufgebaut werden. Wir werden daher auch alle weiteren sinnvollen Apps und Anbieter, die eine digitale Einspielung der Daten in unsere Software ermöglichen, unterstützen“, sagt Landrat Rüther.

Die Stadt Paderborn hatte Anfang März ein kostenloses Online-Registrierungsportal für Besucher entwickelt und präsentiert. Auch der sogenannte „PixelPass“ ermöglicht die in der NRW-Coronaschutzverordnung festgeschriebene Rückverfolgbarkeit sichere und gesetzlich konforme Gästeregistrierung. Die Stadt ist für die Einführung dieser Lösung auch kritisiert worden.

Der Kreis Paderborn informiert auf seiner Website darüber, wie die Luca-App funktioniert: www.kreis-paderborn.de/luca-app . Außerdem hat er eine Servicenummer eingerichtet, die insbesondere Händler und Veranstalter bei Fragen berät. Das Servicetelefon ist unter 05251/3082222 zu erreichen (montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr). So beantwortet der Kreis zwei wichtige Fragen:

Wie funktioniert die Kontaktnachverfolgung über die Luca-App?

„Händler oder Veranstalter registrieren sich in der Luca-App und generieren anschließend über die App einen QR-Code. Diesen hängen sie öffentlich aus, sodass sich ihre Gäste, welche die Luca-App auf ihrem Smartphone installiert haben, selbstständig über den QR-Code beim Betreten einchecken können. Ein Auschecken ist nicht notwendig, dies erfolgt automatisch. Der Kreis hat Plakate vorbereitet, auf denen die Gastgeber den QR-Code aushängen können. Diese können auf der Informationsseite des Kreises zur App heruntergeladen werden.

Hat sich jemand infiziert, gibt er dies in seiner Luca-App an. Alle Personen, die sich zeitgleich mit dem Infizierten an einem Ort aufgehalten haben, werden informiert. Parallel wird das Gesundheitsamt informiert.“

Was ist, wenn jemand kein Smartphone hat oder die Luca-App nicht installieren will?

„Wer die Luca-App nicht auf einem Smartphone installiert hat, kann sich entweder auf der Internetseite luca-app.de registrieren oder er nutzt einen der 15.000 Schlüsselanhänger für die App, die der Kreis Paderborn bestellt hat. Wer einen solchen Schlüsselanhänger hat, braucht sich nur einmalig auf der Internetseite des App-Anbieters registrieren und kann sich danach mit dem Anhänger zum Beispiel in Geschäften, Kultureinrichtungen oder beim Restaurantbesuch einchecken.“

„Wir haben 15.000 Stück dieser Anhänger bei dem App-Anbieter bestellt und warten zurzeit noch auf die Lieferung“, sagt Rüther. „Sobald diese da sind, werden wir sie kostenfrei in den Kommunen verteilen.“

Padersprinter unterstützt in seinen Bussen die Luca-App

„Um Kontakte digital nachverfolgen und Infektionsketten schneller durchbrechen zu können, unterstützt auch der Paderprinter in seinen Bussen ab sofort die Luca-App.“ Das teilte die städtische Tochtergesellschaft am Freitagvormittag mit. Dafür habe der Paderborner Nahverkehrsbetrieb seine Fahrzeugflotte mit individuellen QR-Code-Aufklebern außen und Plakaten im Innenraum der Busse ausgestattet. Weitere kleinere QR-Codes befinden sich an den Sitzplätzen. So haben Fahrgäste im und am Bus mehrere Möglichkeiten, sich einzuchecken.

„Seit Beginn der Corona-Pandemie beobachten wir die Entwicklung des Virus mit Fokus auf den ÖPNV sehr aufmerksam. Dementsprechend haben wir auch immer ein Auge darauf, welche wirksamen Chancen sich in unserer Branche entwickeln, um die Infektionsgefahr im ÖPNV weiterhin so gering wie möglich zu halten. Deshalb waren wir auch sofort Feuer und Flamme, als wir erfahren haben, dass das Gesundheitsamt des Kreises Paderborn eine Anbindung an die Luca-App realisieren möchte”, wird Peter Bronnenberg, Geschäftsführer des Padersprinters, in der Mitteilung zitiert. Auch in den Fahrzeugen der Auftragsunternehmen und im Kundencenter am Kamp 41 werden entsprechende QR-Codes folgen.

Die Nutzung der Luca-App in den Bussen des Padersprinters ist für Fahrgäste freiwillig.

Michael Dreier, Bürgermeister der Stadt Paderborn (links), und Peter Bronnenberg, Geschäftsführer Padersprinter, präsentieren eines der individuellen QR-Code-Plakate.

Michael Dreier, Bürgermeister der Stadt Paderborn (links), und Peter Bronnenberg, Geschäftsführer Padersprinter, präsentieren eines der individuellen QR-Code-Plakate. Foto: Oliver Schwabe

Wie funktioniert die Kontaktnachverfolgung beim Padersprinter?

Diese Frage beantwortet der Nahverkehrsbetrieb folgendermaßen: „Um die kostenlose App nutzen zu können, müssen sich Fahrgäste diese zunächst auf ihr Smartphone herunterladen und dort einmalig mit ihren Kontaktdaten registrieren. In allen Linienbussen des PaderSprinter befinden sich QR-Codes. Diese scannen die Fahrgäste, checken sich auf diese Weise im Fahrzeug ein und dokumentieren so digital ihre Anwesenheit. Beim Verlassen des Busses checken sie sich über die App auf ihrem Smartphone wieder aus. ‚Das bewusste Ein- und Auschecken der Fahrgäste ist dabei besonders wichtig, damit in der luca-App immer die genaue Busfahrt erfasst wird‘, sagt Peter Bronnenberg. ‘Das gilt auch für Umstiege. Wer z. B. am Westerntor in einen anderen Bus umsteigt, muss sich zunächst aus dem vorherigen Fahrzeug aus- und dann wieder neu in den anderen Linienbus einchecken.‘

Im Falle einer Infektion können Nutzer die Historie ihrer Check-ins dann an das Gesundheitsamt weiterleiten. Das Gesundheitsamt kann anschließend Zugriff auf die Kontaktdaten der übrigen Fahrgäste in dem betreffenden Fahrzeug anfordern und auf diese Weise die Kontakte nachverfolgen. ‚Für die Busfahrt ist das deshalb interessant, weil sich die Fahrgäste untereinander oft nicht kennen. Infiziert sich ein Fahrgast, wird er beim Gesundheitsamt im Zuge der Nachverfolgung nach seinen Kontakten gefragt. Dabei gibt er wahrscheinlich die Personen in seinem näheren Umfeld als Kontakte an, aber nicht die anderen, ihm unbekannten Personen, die z. B. mit ihm zusammen im Bus unterwegs waren‘, gibt Bürgermeister Michael Dreier an.“

Aus Sicht des Paderborner Verkehrsunternehmens sind sowohl die Luca-App als auch die Corona-Warn-App des Bundes zwei gute Ergänzungen zu den bereits bestehenden Schutzmaßnahmen, die seit Beginn der Pandemie in den Bussen des Padersprinters gelten. Dazu zählen beispielsweise die allgemein gültigen Abstands- und Hygieneregeln, die Tragepflicht eines medizinischen Mund-Nasenschutzes und die Sicherheitsscheiben zwischen Fahrerarbeitsplatz und Fahrgastraum. „Wenn man die geltenden Corona-Regelungen in unseren Fahrzeugen beachtet und sich sorgsam verhält, ist die Nutzung unserer Busse für alle Fahrgäste auch weiterhin sicher. Nationale und internationale Studien zeigen ebenfalls, dass der ÖPNV bisher kaum für Infektionen verantwortlich ist“, sagt Peter Bronnenberg.

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