Hasenpest in Bad Lippspringe nachgewiesen – Verendete Tiere nicht berühren
„Auch für Menschen gefährlich“

Bad Lippspringe -

In Bad Lippspringe ist bei einem tot aufgefundenen Feldhasen die sogenannte Hasenpest (Tularämie) festgestellt worden. Die Erkrankung kann bei zahlreichen Tierarten vorkommen, tritt aber überwiegend bei wildlebenden Hasen und Wildkaninchen auf.

Freitag, 09.04.2021, 17:28 Uhr
Ein Feldhase hockt auf einer Wiese. In Bad Lippspringe ist ein toter Hase gefunden worden, bei dem die auch für Menschen gefährliche Hasenpest festgestellt wurde.
Ein Feldhase hockt auf einer Wiese. In Bad Lippspringe ist ein toter Hase gefunden worden, bei dem die auch für Menschen gefährliche Hasenpest festgestellt wurde. Foto: dpa

Die Übertragung erfolgt durch ein Bakterium, das auch für den Menschen gefährlich werden kann. Jeder Fall dieser Infektionskrankheit bei Menschen und Tieren ist meldepflichtig. Spaziergänger mit kleinen Kindern, Hundebesitzer, Wanderer oder Jogger sollten aufpassen, wenn sie in Wald und Flur unterwegs sind. „Tote Tiere, insbesondere Hasen, sollten auf keinen Fall berührt werden“, warnt Kreisveterinärin Dr. Marlies Bölling.

Im Kreis Paderborn wurde der Feldhase im Bereich der Stadt Bad Lippspringe von einem Jäger aufgefunden. Infizierte Tiere verenden meist innerhalb weniger Tage. Auffälligste Krankheitszeichen sind Schwäche, Mattigkeit, Abmagerung, verändertes Verhalten wie zum Beispiel Ausbleiben des Fluchtreflexes.

Die Hasenpest kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden und dann auch lebensbedrohlich verlaufen. Die Übertragung erfolgt durch den Kontakt der Haut und Schleimhaut mit infektiösem Tiermaterial, über den Verzehr von nicht ausreichend erhitztem Hasenfleisch sowie durch das Einatmen von Staub oder Tröpfchen. Daher sollten kranke, auffällige oder tote Wildtiere nicht berührt werden.

„Die Erkrankung kann gut mit Antibiotika behandelt werden, wenn sie rechtzeitig erkannt wird“, erklärt die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Constanze Kuhnert. Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) liegt bei einem bis zu 14 Tagen, in der Regel bewegt sie sich bei drei bis fünf Tagen. Grundsymptome sind Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Unwohlsein oder Muskelschmerzen. Zusätzlich können auch Geschwüre und Lymphknotenschwellungen auftreten.

Jäger sind besonders gefährdet

Die Krankheitszeichen hängen davon ab, über welchen Weg der Erreger in den menschlichen Körper gelangt. „Kommt er beispielsweise über kleine Hautverletzungen an der Hand in den Körper, entsteht an dieser Stelle häufig ein Geschwür. Atmet man den Erreger beispielsweise beim Enthäuten eines infizierten Hasen ein, kommt es eher zu grippeähnlichen Symptomen mit Atembeschwerden bis hin zur Lungenentzündung“, so Kuhnert.

Besonders gefährdet sind Jäger, die deshalb Handschuhe und Mundschutz tragen sollten, weil durch die ungeschützte Berührung oder den Staub im Tierfell eine Ansteckung möglich ist. Nehme man den Erreger über infiziertes Fleisch auf, überwiegen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Fleisch sollte deshalb nur nach vollständigem Durcherhitzen verzehrt werden. Beim Braten und Kochen werden alle Erreger zuverlässig abgetötet.

Bürger sollten auffällige Tiere und Feldhasen auf keinen Fall berühren. Im Verdachtsfall ist der Revierinhaber zu verständigen. Eine Untersuchung kann über das Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen veranlasst werden. Panik sei nicht angesagt: In Deutschland treten bei Menschen pro Jahr im Schnitt etwa drei bis fünf Fälle auf.

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