Tourismusausschuss und Stadtrat entscheiden über Beitritt zu Kasseler Verein
Höxter will Teil der Märchenstraße werden

Höxter (WB/thö). Die Stadt Höxter will Mitglied im Verein Deutsche Märchenstraße mit Sitz in Kassel werden. Hintergrund ist, dass zur Landesgartenschau auch das Thema Märchen bespielt werden soll.

Mittwoch, 17.06.2020, 08:14 Uhr
Darsteller der Figuren aus den Märchen und Sagen der Brüder Grimm sind hier in Hameln zu sehen, wo vor vier Jahren der 200. „Geburtstag“ der Grimmschen Märchen gefeiert wurde. Foto: dpa
Darsteller der Figuren aus den Märchen und Sagen der Brüder Grimm sind hier in Hameln zu sehen, wo vor vier Jahren der 200. „Geburtstag“ der Grimmschen Märchen gefeiert wurde.

Dazu möchte die Gartenschaugesellschaft eine Kooperation mit dem Verein eingehen. Dazu muss die Kommune dort aber Mitglied werden. Sollte der Stadtrat den Wunsch der Gartenschaugesellschaft durchwinken, wäre Höxter die erste Stadt im Kreis, die der Märchenstraße beitritt. Bislang wird der Verein im Wesentlichen von Kommunen aus Hessen und Südniedersachsen getragen. Nachbarstädte wie Holzminden oder Bad Karlshafen gehören dem Verein bereits an.

„Die Deutsche Märchenstraße (DMS) genießt nicht nur in Deutschland und Europa, sondern vor allem auch in Übersee und Asien ein sehr positives Image“, sagt deren Geschäftsführer Benjamin Schäfer. Idee und Geschichte wurzeln in den weltweit verbreiteten „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm, die inzwischen als Unesco-Weltdokumentenerbe anerkannt sind und deren zweihundertster ‚Geburtstag’ vor kurzem gefeiert wurde.

Bliebte deutsche Ferienroute

Seit der Gründung der „Arbeitsgemeinschaft Deutsche Märchenstraße“ 1975 habe sie sich zu einer der bekanntesten der mehr als 150 deutschen Ferienrouten entwickelt. 2007 sei aus der Arbeitsgemeinschaft ein eingetragener Verein mit eigenständiger Geschäftsstelle entwickelt worden, um dem Potenzial des Themas noch besser gerecht zu werden.

Die Brüder Wilhelm und Jacob Grimm haben Spuren im Kreis Höxter hinterlassen. Vor allem Wilhelm Grimm verband eine Freundschaft mit der Familie von Haxthausen in Bökendorf. Hier soll er gut 60 Märchen „aus dem Paderbörnschen“ gesammelt haben. In Höxter wirkte ein Jugendfreund, Paul Wigand, als Friedensrichter. Mit den Bremer Stadtmusikanten hat auch eines der Grimmschen Märchen Schauplätze im Kreis Höxter. So soll das Räuberhaus zwischen Brakel und Bosseborn gestanden haben.

Stadtmusikanten ohne Bremen?

Der Germanist Gerrit Reichert geht sogar davon aus, dass die Stadtmusikanten mit der Weserstadt Bremen überhaupt nichts zu tun haben. Er kommt in dem Buch „Das Geheimnis der Bremer Stadtmusikanten“ zu dem Schluss, dass das Bremen des Märchens eigentlich den heutigen Ortsteil der Stadt Marienmünster, Bremerberg, meint, das in Urkunden aus dem 13. Jahrhundert noch Bremen hieß. Es sei ein Märchen, das in dieser Region lebendig gewesen sei – in Bremen dagegen sei es auch lange Zeit noch nach Veröffentlichung als Märchen Nr.27 in der grimmschen Sammlung vom Jahre 1819 unbekannt geblieben, berichtete Reichert 2011 in einem Vortrag bei der Höxteraner Märchengesellschaft.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7489243?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F5876625%2F
Rentner schießt auf Nachbarn
Justizbeamte brachten den gehbehinderten Angeklagten von der Pflegeabteilung der Justizvollzugsanstalt Hövelhof zum Landgericht nach Detmold, wo sich der 76-Jährige am Montag verantworten musste. Foto: Althoff
Nachrichten-Ticker