Do., 14.02.2019

Missbrauchsfall in Lügde Tatort Campingplatz: Generalstaatsanwältin will nicht gegen Behörden ermitteln

Der Campingplatz in Lügde

Der Campingplatz in Lügde Foto: dpa

Lügde/Köln/Düsseldorf (epd). Im Fall des mutmaßlichen mehrfachen Kindesmissbrauchs in Lügde wird die Staatsanwaltschaft Berichten zufolge offenbar nicht gegen die Polizei und Jugendämter ermitteln.

Die Generalstaatsanwältin von Hamm sehe keinen Grund, gegen die mit dem Fall befassten Beamten und Mitarbeiter zweier Jugendämter vorzugehen, berichtete der »Kölner Stadt-Anzeiger« unter Berufung auf einen vertraulichen Bericht von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU).

»Nach meiner Bewertung rechtfertigt der berichtete Sachstand nicht die Aufnahme des Anfangsverdachts strafrechtlich relevanten Verhaltens gegen Beamte der Kreispolizeibehörde Lippe und Mitarbeiter der Jugendämter der Kreise Hameln und Bad Pyrmont«, wird die Generalstaatsanwältin zitiert.

Der Fall Lügde im Überblick:

Laut Staatsanwaltschaft in Detmold hatten Polizei und Jugendämter bereits seit 2016 wiederholt Hinweise auf einen möglichen Missbrauch erhalten. Ein Verfahren wurde aber nicht eingeleitet.

Im lippischen Lügde an der Grenze zu Niedersachsen sollen drei Männer Kinder im Alter zwischen vier und 13 Jahren über mehrere Jahre schwer sexuell missbraucht haben. Haupttatort soll ein Campingplatz sein, auf dem der 56-jährige Hauptverdächtige als Dauercamper lebte.

Vermutlich mehr als 1000 Mal sollen sich die Täter an Kindern vergangen und Kinderpornografie verbreitet haben. Die Zahl der identifizierten Opfer ist nach Angaben der Ermittler zuletzt auf 31 gestiegen. Die mutmaßlichen Täter sitzen in Untersuchungshaft. Einer der Täter aus Stade hat laut Ermittlern ein Teilgeständnis abgelegt.

Die Zahl der Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch ist in NRW im Jahr 2018 um 3,6 Prozent auf 2422 angestiegen.

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