16-Jähriger soll pornografisches Material besessen haben – Bielefelder Polizisten finden noch mehr Beweismittel
Tatort Campingplatz: Ermittlungen gegen mittlerweile sieben Verdächtige

Lügde/Bielefeld (WB). Die Ermittlungskommission »Eichwald« hat im Missbrauchsfall von Lügde Tatorte auf dem Campingplatz durchsucht und weitere Gegenstände gefunden, die offenbar als Beweismittel in Betracht kommen. Das teilte die Polizei am Dienstag mit.

Dienstag, 26.02.2019, 15:33 Uhr
Die Bielefelder Polizei hat die Tatorte weiträumig abgesperrt. Foto: dpa
Die Bielefelder Polizei hat die Tatorte weiträumig abgesperrt. Foto: dpa

Die Tatorte auf dem Campingplatz, wo mindestens 31 Kinder missbraucht worden sein sollen, waren zuvor bereits durch die Polizei in Lippe gesichert und versiegelt worden. Ein von den Polizisten sichergestelltes Auto eines Beschuldigten wurde abgeschleppt, um im Polizeipräsidium Bielefeld intensiv untersucht zu werden.

Sämtliche digitalen Asservate, die der Ermittlungskommission »Eichwald« vorliegen, befinden sich im Original in den Händen der Polizei Bielefeld. Zur Auswertung werden Sicherungskopien genutzt.

Mittlerweile wird laut Polizei gegen sieben Beschuldigte ermittelt. Gegen drei Beschuldigte besteht demnach der dringende Tatverdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Sie befinden sich in Untersuchungshaft. Gegen einen weiteren Beschuldigten wird aufgrund eines Hinweises auf mögliche Datenmanipulationen wegen des Tatverdachts der Strafvereitelung ermittelt. Gegen zwei weitere Beschuldigte wird wegen des Tatverdachts der Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern ermittelt.

Durch die Auswertung der Datenträger hat sich nun auch gegen einen weiteren Beschuldigten ein Verdacht ergeben. Ein 16-Jähriger aus der Region soll kinderpornografisches Material besessen haben, das auf dem Campingplatz entstanden ist, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Vetter am Dienstag.

Die Beschuldigten vier bis sieben befinden sich auf freiem Fuß. Die zugrunde liegenden Sachverhalte werden weiter aufgehellt und die Ermittlungen dazu fortgeführt.

»Eichwald« besteht mittlerweile aus 60 Ermittlern

Die Ermittlungen gegen Polizeibeamte und gegen Mitarbeiter von Jugendämtern werden nicht innerhalb der Ermittlungskommission »Eichwald« bearbeitet, sondern in einer gesonderten, fünfköpfigen Ermittlungskommission »Rad« unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Karsten Lagmöller. Bekanntlich wird derzeit gegen zwei Polizeibeamte wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt ermittelt.

Weiteren Hinweisen auf Verbindungen zwischen Beschuldigten und Polizeibeamten wurde nachgegangen, Polizeibeamte wurden dazu vernommen und es fanden Befragungen auf dem Campingplatz statt. Die Ermittlungskommission »Rad« hat nach den bisherigen Erkenntnissen keine Belege dafür, dass Polizeibeamte in die Taten involviert waren oder diese geduldet haben. Auch Mutmaßungen rund um gemeinsame Vereinsaktivitäten von Beschuldigten und Polizeibeamten haben sich bislang nicht bestätigt.

Bislang sind 31 minderjährige Opfer identifiziert, darunter 27 Mädchen und vier Jungen.

Die Ermittlungskommission »Eichwald« besteht mittlerweile aus 60 Ermittlern. Eine weitere personelle Aufstockung wird nicht ausgeschlossen. Die Ermittlungskommission »Eichwald« hat weiterhin hohes Interesse daran, dass sich Zeugen melden. Das Hinweistelefon ist weiterhin unter 0521/5454215 zu erreichen.

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