Grüne fordern neue Polizeistrukturen nach dem Skandal von Lügde
»In keinem anderen Bundesland ist die Polizeistruktur so zersplittert«

Düsseldorf/Lügde (dpa). Die Grünen fordern eine Zentralisierung der nordrhein-westfälischen Polizeibehörden als Konsequenz aus dem Skandal um jahrelang ungesühnten Kindesmissbrauch in Lügde.

Mittwoch, 27.02.2019, 15:06 Uhr
Auf dem Campingplatz Eichwald stehen vor der inzwischen eingezäunten Parzelle des mutmaßlichen Täters zwei Polizeibeamte. Auf dem Campingplatz in Lügde im Kreis Lippe waren Kinder für Pornodrehs missbraucht worden. Foto: dpa
Auf dem Campingplatz Eichwald stehen vor der inzwischen eingezäunten Parzelle des mutmaßlichen Täters zwei Polizeibeamte. Auf dem Campingplatz in Lügde im Kreis Lippe waren Kinder für Pornodrehs missbraucht worden. Foto: dpa

Der Fall zeige, das kleine Polizeibehörden nicht ausreichend spezialisiert und geübt seien, um so große Verfahren professionell zu bewältigen, sagte die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Verena Schäffer, am Mittwoch.

»In keinem anderen Bundesland ist die Polizeistruktur so zersplittert wie in NRW mit 29 Landratsbehörden und 18 Polizeipräsidien«, sagte Schäffer. Hier sei eine deutliche Reduzierung möglich. »Nicht alle Behörden können alles.« Bislang sei auch unklar, ob die Kinder, die Opfer des tausendfachen Missbrauchs auf dem Campingplatz im lippischen Lügde geworden seien, von Spezialisten vernommen worden seien.

Kripochef und der Polizeidirektor der Kreisbehörde Lippe von ihren Aufgaben entbunden

Auf dem Campingplatz sollen über Jahre mindestens 31 Opfer missbraucht und dabei gefilmt worden sein - die meisten Kinder zwischen 4 und 13 Jahren. Drei Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

Am Dienstag hatte Innenminister Herbert Reul (CDU) bekanntgegeben, dass nach dem Kripochef auch der Polizeidirektor der Kreisbehörde Lippe von seinen Aufgaben entbunden worden sei. Dessen Versetzung ausgerechnet an das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten sei »ein falsches Signal«, sagte Schäffer. Das Innenministerium versicherte auf Anfrage, dies sei keine mit einer höheren Besoldung verbundene Beförderung.

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