Spurensuche zu Missbrauch auf Campingplatz in Lügde geht weiter
Landrat will Polizei-Fehler aufarbeiten

Detmold (dpa). Nach Pannen und Fehlern bei den Ermittlungen der Polizei um tausendfachen Missbrauch auf einem Campingplatz in Lügde sollen die Personalausstattung der Kriminalpolizei, interne Abläufe und die IT-Ausstattung überprüft werden. Das kündigte der zuständige Landrat Axel Lehmann (SPD) am Donnerstag bei der Vorstellung eines Acht-Punkte-Programmes zur Aufarbeitung des Skandals an.

Donnerstag, 28.02.2019, 14:51 Uhr
Landrat Axel Lehmann, Margit Picker, neue Abteilungsleiterin der Polizei, und Matthias Brand, neuer Leiter der Direktion K. Foto: Bernd Thissen/dpa
Landrat Axel Lehmann, Margit Picker, neue Abteilungsleiterin der Polizei, und Matthias Brand, neuer Leiter der Direktion K. Foto: Bernd Thissen/dpa

Dabei soll Lehmann auch neues Personal helfen, dass der Behördenchef am Donnerstag in Detmold vorstellte. Auf Anweisung des NRW-Innenministeriums hatte der Landrat zuletzt zwei ranghohe Polizeiführungskräfte von ihren Aufgaben entbunden. Neu in Detmold ist jetzt Margit Picker.

Die neue Abteilungsleiterin Polizei wechselt aus dem Landeskriminalamt in den Kreis Lippe. Matthias Brand leitet ab sofort das die Direktion Kriminalität und kommt aus dem Polizeipräsidium Bielefeld.

Lehmann will im Rahmen des Maßnahmen-Programms auch die gesamte Polizei beim Thema Missbrauch und sexualisierte Gewalt mehr sensibilisieren und überprüfen, wie der Stand der Weiterbildung ist. Zudem soll der Austausch mit den Jugendämtern und dem Gesundheitsamt verbessert werden.

Spürhund erneut im Einsatz

Weitere Durchsuchungen auf Campingplatz in Lügde

1/9
  • Foto: Guido Kirchner/dpa
  • Foto: Guido Kirchner/dpa
  • Foto: Guido Kirchner/dpa
  • Foto: Guido Kirchner/dpa
  • Foto: Guido Kirchner/dpa
  • Foto: Guido Kirchner/dpa
  • Foto: Guido Kirchner/dpa
  • Foto: Guido Kirchner/dpa
  • Foto: Guido Kirchner/dpa

Unterdessen haben die Ermittler die Spurensicherung auf dem Campingplatz fortgesetzt. Am Donnerstag durchsuchten erneut zahlreiche Beamte die Wohnparzelle des Hauptbeschuldigten, sicherten mögliche Beweismittel und Spuren. »Wir lassen hier wirklich keinen Stein auf dem anderen«, sagte eine Polizeisprecherin.

Nach und nach würden die Gegenstände aus der chaotischen Wohnunterkunft in einen Container geräumt. Zur Unterstützung war außerdem eine Hundertschaft im Einsatz. Die Polizei rechnet damit, die Beweismittelsicherung auf dem Campingplatz am Freitag zu beenden.

Im Einsatz war erneut Spürhund Artus. Der auf die Suche nach Handys und Datenträger spezialisierte Diensthund der sächsischen Justiz hatte am Vortag bereits einen USB-Stick in einer Sesselritze in der Behausung des Hauptbeschuldigten gefunden. Zu möglichen weiteren Funden oder Auswertungen der bisher sichergestellten Beweise wollte die Polizei zunächst keine Angaben machen.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6428302?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F6358488%2F
Arminia und der Karten-Ärger
Zu 20 Prozent darf die Schüco-Arena am Samstag ausgelastet werden. Die Registrierung für die etwa 5400 Karten sorgt für Probleme. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker