Di., 14.05.2019

Missbrauchsfall Lügde: Einzelheiten will das Landgericht im Laufe der Woche bekanntgeben Staatsanwaltschaft Detmold hat Anklage erhoben

Die abgesperrte Parzelle des mutmaßlichen Täters auf dem Campingplatz in Lügde.

Die abgesperrte Parzelle des mutmaßlichen Täters auf dem Campingplatz in Lügde. Foto: Guido Kirchner/dpa /Archiv

Detmold/Lügde/Steinheim (WB/ca/dpa). Tatort Campingplatz: Sieben Monate nach der Anzeige einer Mutter hat die Staatsanwaltschaft Detmold jetzt Anklage gegen zwei der drei Beschuldigten, Andreas V. (56) aus Lügde und Heiko V. (49) aus Stade, erhoben – gegen Andreas V. wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs und gegen Heiko V. unter anderem wegen Besitzes von Kinderpornographie.

Das Gericht werde den Beschuldigten die Anklagen zuleiten und um Stellungnahme bitten, sagte ein Gerichtssprecher. Danach werde die rund 70-seitige Anklage mit dazugehörigen Haupt- und Fallakten geprüft. Dies werde einige Wochen dauern. Das Material sei umfangreich. Anschließend entscheidet das Gericht, ob die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wird.

Im Fall Lügde werden der 56-jährige Dauercamper Andreas V. und der 34-jährige Mario S. aus Steinheim beschuldigt, über viele Jahre hinweg mehr als 40 Kinder missbraucht und dabei gefilmt zu haben. Die drei genannten sitzen seit Monaten in Untersuchungshaft.

»Schlimmste sexuelle Handlungen«

»Was in Lügde passiert ist, übersteigt jede Vorstellung«, hatte Rechtsanwalt Peter Wüller aus Bielefeld, der vier mutmaßliche Missbrauchsopfer vertritt, am Wochenende dem WESTFALEN-BLATT gesagt. Auf dem Campingplatz »Eichwald« in Lügde sollen missbrauchte Kinder gezwungen worden sein, an anderen Kindern schlimmste sexuelle Handlungen vorzunehmen.

In der vergangenen Woche gab die Staatsanwaltschaft Detmold den Verteidigern der Beschuldigten und den Opferanwälten zum ersten Mal Einblick in die Akten. »Es fällt schwer, die Aussagen der Kinder emotionsfrei zu lesen«, sagt Wüller. In der Akte seien auch Porträtfotos, die die Kripo von den Kindern gemacht habe. »Wenn ich mir die Gesichter der Kleinen ansehe und dann lese, was ihnen angetan wurde, wird mir schlecht«, sagt der Rechtsanwalt.

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Gemeinsame Verantwortung

Ich bin mir sicher, dass es nicht sein kann das weder der Betreiber noch die anderen Camper auf dem dortigen Platz etwas von den dortigen unvorstellbaren Vorgängen mitbekommen haben.
Daher kann es nach Abschluss des Verfahrens nur das Ziel der Allgemeinheit sein diesen Ort des Grauens und des unvorstellbaren Leidens für
immer und ewig zu beseitigen und dem Erdboden gleichzumachen.
Dort sollte ein Mahnmal aufgestellt werden und sich niemals wieder Menschen, außer zur Trauer oder zum Gedenken, aufhalten.

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