Mi., 29.05.2019

Staatsanwaltschaft führt in der Anklageschrift 17 minderjährige Opfer auf Missbrauchsfall Lügde: Dritte Anklage in 162 Fällen

Die Anklageschrift umfasst Taten zwischen 1999 und 2019, die auch auf dem Campingplatz in Lügde begangen worden sein sollen.

Die Anklageschrift umfasst Taten zwischen 1999 und 2019, die auch auf dem Campingplatz in Lügde begangen worden sein sollen. Foto: Guido Kirchner/dpa

Lügde/Detmold (dpa). Im Fall Lügde wirft die Anklage einem 34 Jahre alten Mann insgesamt 162 Fälle des sexuellen und schweren sexuellen Missbrauchs von Kinder vor.

Nach Angaben des Landgerichts Detmold umfasst die 45 Seiten lange Anklageschrift Taten im Zeitraum von 1999 bis zum 11. Januar 2019, die auf dem Campingplatz bei Lügde und in Steinheim im Kreis Höxter begangen worden sein sollen, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft Detmold hat demnach 17 Opfer, acht Mädchen und neun Jungen, aufgeführt, die zum Zeitpunkt der Taten minderjährig waren. Darunter befinden sich sechs Mädchen, die auch durch den Hauptverdächtigten Andreas V. geschädigt worden sein sollen.

Zusätzlich ist der Besitz von Kinder- und Jugendpornographischen Fotos und Videos Teil der Anklage. Der 34-Jährige soll knapp 5000 Dateien besessen haben. Das Landgericht prüft jetzt, ob die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wird.

Kindesmissbrauch in 293 Fällen

Im Fall der beiden anderen Hauptbeschuldigten hatte das Gericht bereits zu einem früheren Zeitpunkt Details veröffentlicht. Demnach werden dem 56-jährigen Andreas V. von der Anklage 293 Fälle vorgeworfen.

Demnach soll sich der Mann unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen, schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie dem Besitz von kinderpornografischen Schriften verantworten.

Ein Komplize (49) aus Stade in Niedersachsen ist mitangeklagt, weil er unter anderem in mindestens vier Fällen an Webcam-Übertragungen des Dauercampers teilgenommen haben soll. Teilweise soll Heiko V. den Hauptverdächtigen vorher ausdrücklich zum Missbrauch aufgefordert haben. Nach bisheriger Planung könnte der Prozess am 27. Juni in Detmold beginnen.

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