Fr., 05.07.2019

Lügde-Prozess: Wegen der Angst der Opfer müssen die Angeklagten den Gerichtssaal währen der Befragung verlassen – mit Video Missbrauchsopfer: »Muss ich jetzt ins Kindergefängnis?«

Die Angeklagten Mario S. und Andreas V. (von links) mussten den Saal während der Vernehmung der Kinder verlassen.

Die Angeklagten Mario S. und Andreas V. (von links) mussten den Saal während der Vernehmung der Kinder verlassen. Foto: Althoff

Detmold (WB/ca/sba). Mit einem erschütternden Satz einer Rechtsanwältin hat der vierte Prozesstag im Missbrauchsfall Lügde begonnen.

Anwältin Anke Reese aus Detmold vertritt drei Mädchen (acht, zehn und 13 Jahre alt) . Die drei Geschwister wurden auf dem Campingplatz von den drei Angeklagten missbraucht. Die Rechtsanwältin hat am Freitag den Ausschluss der Öffentlichkeit für die Vernehmung der drei Kinder beantragt. Reese begründete das damit, dass die Kinder panische Angst vor den Angeklagten hätten .

Eines der Mädchen habe die Rechtsanwältin gefragt, ob »ich jetzt ins Kindergefängnis muss«, wenn es eine Aussage mache. Das zeigt: Auch ein halbes Jahr nach der Festnahme der Täter stehen die Kinder unter einem ungeheuren psychischen Druck.

Die Kammer hat darauf nicht nur die Öffentlichkeit ausgeschlossen, sondern auch verfügt, dass die Angeklagten nicht im Saal sein dürfen , wenn die Kinder vernommen werden.

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