Mi., 28.08.2019

Urteil fällt am 5. September Missbrauchsopfer demonstrieren vor Lügde-Verhandlung

Während einer Schweigeaktion in Hameln wurden mit Kinderschuhen an die Opfer im Missbrauchsfall Lügde gedacht.

Während einer Schweigeaktion in Hameln wurden mit Kinderschuhen an die Opfer im Missbrauchsfall Lügde gedacht. Foto: dpa/Archiv

Detmold  (epd). Missbrauchsopfer haben für Freitag vor dem Landgericht Detmold am letzten Verhandlungstag des Lüdge-Prozesses zu einer Mahnwache mit anschließender Demonstration aufgerufen.

Ab 10 Uhr wollen sich die Aktivisten auf dem Detmolder Markplatz treffen. Anschließend soll ab 12 Uhr die Mahnwache am Landgericht stattfinden.

Der Missbrauch an Kindern dürfe nicht verjähren, fordere Markus Diegmann, der zu dieser Forderung eine Petition gestartet hat, am Mittwoch in Berlin. Zugleich solle gegen die »unfassbar milde erste Bewährungsstrafe« gegen einen der Tatbeteiligten protestiert werden.

Die Aufrufer fordern eine schärfere Verurteilung für die Teilnahme an und das Anstiften zum mehrfachen sexuellen Missbrauch von Kindern. Dafür dürfe es keine Bewährung geben. Aufgerufen haben zu der Mahn- und Protestveranstaltung neben Diegmann weitere Missbrauchsopfer und die Initiative »Die Kinder von Lügde«. Die Aktion steht unter dem Motto »Aktiv gegen Missbrauch«. Diegmann, der selbst Missbrauch erlebte, reist nach eigenen Angaben seit fast drei Jahren auf einer ›Tour41‹«

Sicherungsverwahrung gefordert

Am Freitag ist der letzte Verhandlungstag gegen die beiden Hauptbeschuldigten des Lügde-Prozesses. Das Urteil soll am 5. September verkündet werden. Die Staatsanwaltschaft hatte Haftstrafen mit anschließender Sicherungsverwahrung für die beiden Hauptangeklagten gefordert.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den 56-jährigen Andreas V., der auf einem Campingplatz in Lügde lebte, und den 34-jährigen Mitangeklagten Mario S aus Steinheim (Kreis Höxter) des Kindesmissbrauchs mit Herstellung von Kinderpornografie in mehr als 450 Fällen.

Ein 49-jähriger Mitangeklagter aus dem niedersächsischen Stade war bereits am 17. Juli wegen Anstiftung zum schweren Missbrauch und Beihilfe zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Der Mann soll über Webcam-Übertragungen am Kindesmissbrauch teilgenommen haben.

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