Interessenvertretung fordert Ausfallentschädigungen für die Veranstalter
„Der Laufsport darf nicht untergehen“

Paderborn/Salzkotten (WB). Seit Wochen hält das Coronavirus die Welt in Atem, schränkt in entscheidendem Maße den Alltag ein und führt auch zur Absage aller organisierten Sportveranstaltungen – ob mediale Großereignisse wie die Olympischen Spiele und die Fußball-Bundesliga oder Laufevents, bei denen überwiegend Freizeit- und Breitensportler an den Start gegangen wären.

Montag, 30.03.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 30.03.2020, 05:01 Uhr
Der Paderborner Sascha Wiczynski ist Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft German Road Races. Foto:
Der Paderborner Sascha Wiczynski ist Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft German Road Races.

German Road Races (GRR), die Interessensvertretung der deutschen Läufe, zu deren langjährigen Vorstandsmitgliedern auch der Paderborner Sascha Wiczynski zählt, hat sich der Nöte der Veranstalter angenommen. „Die wirtschaftlichen Verluste sind immens. Ein Jahr Vorbereitung auf das geplante Laufereignis ist vergebens. Die behördlichen Absagen führen zu erheblichen finanziellen Belastungen durch Personal- und Materialkosten“, beklagt der GRR-Vorsitzende Horst Milde und fügt besorgt hinzu: „Diese Ausfälle sind teilweise existenzbedrohend. Deshalb fordern wir: Kein Veranstalter und kein Organisator darf pleite gehen!“

Ausfälle sind teilweise existenzbedrohend.

Horst Milde

Mit Vehemenz setzt sich German Road Races für seine Mitglieder ein, die zuletzt 120 Veranstaltungen, darunter der Paderborner Osterlauf sowie der Klingenthal Salzkotten Marathon, mit mehr als 400.000 Finish­ern auf die Beine gestellt haben. In einer mehrstündigen Videokonferenz entwickelte der Arbeitskreis „Hilfsfonds Laufen“ Handlungsempfehlungen, damit schnellstens Anträge gestellt werden können, um zur Linderung der bereits entstandenen und noch entstehenden Kosten Ausfallzahlungen von den Kommunen, dem Land oder dem Bund zu erhalten. Zudem wurden politische Repräsentanten aufgefordert, den Rettungsschirm auch über die Laufveranstalter zu spannen. „Wir erwarten die Einrichtung eines einmaligen Ausfallgeldes für in Folge der Covid-19-Krise abgesagte Laufveranstaltungen“, sagt Vorstandsmitglied Karsten Schölermann und ergänzt: „Für die Veranstalter wie auch für die Kleinbetriebe der Veranstaltungswirtschaft müssen nicht rückzahlbare Zuschüsse für die Ausfälle bereitgestellt werden. Dieser ‚Hilfsfonds Laufen‘ sollte die Höhe von 4,5 Millionen Euro betragen.“ GRR steht dabei für die Abwicklung der Anträge über die in Gründung befindliche Stiftung bereit. „Wir hoffen, unseren Mitgliedern Hilfestellungen anbieten zu können, damit sie diese Krise erfolgreich überwinden – und im nächsten Jahr wieder mit ihrer mit viel Herzblut organisierten Veranstaltung der Laufcommunity zur Verfügung stehen. Der Laufsport darf nicht untergehen“, sagt Milde.

Das ist unkollegial und unsolidarisch.

Horst Milde

Zugleich richtet German Road Races einen Appell an alle Lauf-Organisatoren, die von der behördlich angeordneten Absage betroffen sind, keine Verschiebung in den ohnehin übervollen Herbst-Terminkalender zu planen. „Damit werden diese Veranstalter ebenso beschädigt und verlieren einen Teil ihrer Teilnehmer. Das ist unkollegial und unsolidarisch. Letztlich bedeutet dies einen Kannibalisierungseffekt unter den Laufveranstaltern“, setzt Horst Milde auf ein Höchstmaß an Solidarität – unabhängig davon, dass aktuell noch nicht absehbar ist, ob nicht auch die Herbstläufe von Absagen betroffen sein werden.

Auf der Website www.germanroadraces.de gibt es eine Reihe von Vorschlägen, um die Läuferinnen und Läufer mit Trainingsplänen und begleitenden Maßnahmen auch unter erschwerten Bedingungen bei Laune zu halten. „Hier zeigt sich, dass Laufen als die Basis jeglicher sportlicher Aktivität selbst auf beengtem Raum möglich ist. Man muss nur wollen“, sagt Milde, der selbst mit Freude seine täglichen Runden unweit seiner Wohnung in einem kleinen Park in Berlin absolviert.

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