Kommentar zum »Horror-Haus«-Prozess
Ein gutes Urteil?

Sie quälten zwei Frauen, bis die tot waren – und müssen trotzdem nicht lebenslang ins Gefängnis? Das Urteil des Landgerichts Paderborn gegen die beiden Angeklagten im »Horror-Haus«-Prozess hat manchen Zuschauer den Kopf schütteln lassen. Ein Urteil , nach dessen Verkündung die Angeklagten strahlen und die Verteidiger sofort auf Revision verzichten – kann das ein gutes Urteil sein?

Freitag, 05.10.2018, 19:34 Uhr aktualisiert: 05.10.2018, 21:30 Uhr
Das Urteil im »Horror-Haus«-Prozess ist gefallen. Foto: dpa
Das Urteil im »Horror-Haus«-Prozess ist gefallen. Foto: dpa

Richter können nicht auf die Volksseele schielen, wenn sie eine Strafe festsetzen. Was nützt eine Verurteilung zu lebenslanger Haft, die Teile der Öffentlichkeit befriedigt, aber vom Bundesgerichtshof wieder aufgehoben wird?

Das Schwurgericht musste strafmildernd berücksichtigen, dass Wilfried Wagener schwachsinnig ist. Und dass seine Ex-Frau Angelika es mit ihrer umfassenden Aussage erst möglich gemacht hat, das Schicksal von Anika W. aufzuklären, das sonst auf ewig im Dunkeln geblieben wäre. »Keine noch so harte Strafe bringt mir meine Tochter zurück«, sagte die Mutter von ­Anika W. Wenn sie mit dem Urteil leben kann, sollten wir es auch können.

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