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Sa., 27.04.2019

Alle Camper sollen befragt werden – kein Hinweis auf weitere Täter Lügde: Reul schickt zusätzliche Ermittler los

Die Polizisten sollen unter Leitung eines Bielefelder Kriminalbeamten von Montag an alle noch nicht kontaktierten Camper der Anlage »Eichwald« befragen

Die Polizisten sollen unter Leitung eines Bielefelder Kriminalbeamten von Montag an alle noch nicht kontaktierten Camper der Anlage »Eichwald« befragen Foto: Althoff/archiv

Von Christian Althoff

Lügde (WB). Im Missbrauchsfall Lügde hat das Innenministerium die Zahl der Ermittler um 13 Polizisten aufgestockt. Jetzt sind 94 Beamte mit dem Fall befasst.

Die fünf Kreispolizeibehörden Minden-Lübbecke, Herford, Gütersloh, Paderborn und Höxter sowie eine Behörde außerhalb Ostwestfalen-Lippes mussten jeweils zwei Kripobeamte zur Verfügung stellen.

Sie sollen unter Leitung eines Bielefelder Kriminalbeamten von Montag an alle noch nicht kontaktierten Camper der Anlage »Eichwald« befragen. Die Kreispolizeibehörde Lippe musste keine Beamten abstellen, weil es nach Polizeipannen im Missbrauchsfall Lügde Ermittlungen gegen einzelne Polizisten aus Lippe gibt.

Camper im Fokus

Zur Aufgabe der neuen Truppe sagte Ministeriumssprecher Wolfgang Beus: »Vielleicht gibt es ja noch ein Opfer, von dem wir nicht wissen. Oder Hinweise auf einen Täter, den wir noch nicht auf dem Schirm haben.«

Die Ermittlungskommission »Eichwald« hatte schon vor Wochen begonnen, jene Camper zu befragen, die sie auf ihren Parzellen angetroffen hatte. Jetzt sollen alle Camper systematisch aufgesucht werden – auch zu Hause.

50 Kinder befragt

»Wir wollen einfach nichts übersehen«, sagte Beus. Bisher haben allerdings weder die Ermittlungskommission »Eichwald« noch die federführende Staatsanwaltschaft Detmold irgendeinen Hinweis darauf, dass außer den Campern Michael V. (56) und Mario S. (34) andere Männer Kinder auf dem Campingplatz missbraucht haben könnten.

Die Bielefelder Polizei hat in den vergangenen Monaten etwa 50 Mädchen und Jungen befragt – mutmaßliche Opfer und andere Kinder. Und kein einziger dieser jungen Zeugen soll einen Hinweis auf andere Täter gegeben haben.

Auch die Auswertung von 11.000 Missbrauchsvideos und 30.000 Missbrauchsfotos soll bislang keinen Anlass dafür gegeben haben, von weiteren Beschuldigten auszugehen.

Die Staatsanwaltschaft Detmold begrüßte die zusätzlichen Kräfte. Sie beschleunigten die Ermittlungen, sagt Oberstaatsanwalt Ralf Vetter.

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