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Mo., 03.06.2019

Ermittlungen noch lange nicht abgeschlossen Fall Lügde: Zweiter Prozess möglich

Auf dem Campingplatz in Lügde wurden laut den Ermittlungen mehr als 40 Kinder zwischen vier und 13 Jahren über Jahre hinweg sexuell missbraucht.

Auf dem Campingplatz in Lügde wurden laut den Ermittlungen mehr als 40 Kinder zwischen vier und 13 Jahren über Jahre hinweg sexuell missbraucht. Foto: Guido Kirchner/dpa

Lügde (WB/epd). Im Missbrauchsfall Lügde könnte es einen weiteren Prozess geben. »Wir haben immer noch eine Unmenge an Spuren und Hinweisen. Die Ermittlungen sind noch lange nicht abgeschlossen«, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Vetter. Je nach Ermittlungsergebnis werde entweder die aktuelle Anklage erweitert oder anschließend ein zweiter Prozess geführt.

Der erste Prozess startet am 27. Juni am Landgericht Detmold mit je zwei Verhandlungstagen pro Woche. Ein Urteil könnte nach drei Monaten fallen, sagte Vetter.

Auf dem Campingplatz wurden laut den Ermittlungen mehr als 40 Kinder zwischen vier und 13 Jahren über Jahre hinweg sexuell missbraucht. Drei der Beschuldigten sitzen in Untersuchungshaft, gegen fünf weitere wird ermittelt.

Gegen drei Männer ist im Fall Lügde bereits Anklage erhoben worden: gegen einen 56-jährigen Dauercamper, einen 34-jährigen Camper und einen 49-Jährigen aus Stade. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Vetter hat der Hauptbeschuldigte Angaben zu seinem Mittäter und weiteren Personen gemacht, gegen die noch ermittelt wird. Zu den Vorwürfen gegen sich selbst schweige der Dauercamper bislang.

Höchststrafe mit Sicherheitsverwahrung?

Ihm und dem 34-jährigen Komplizen werden 454 Fälle von Kindesmissbrauch vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft werde voraussichtlich die gesetzliche Höchststrafe fordern, sagte Vetter. In diesem Fall würde dies 15 Jahre Haft bedeuten, auch eine anschließende Sicherheitsverwahrung stehe im Raum. Das bedeutet, dass die beiden Täter auch nach Verbüßen ihrer Strafe nicht freigelassen werden, solange ihnen ein Gutachter nicht bestätigt, dass sie nicht mehr gefährlich sind. Beide Männer sollen seit mindestens 20 Jahren Kinder missbraucht haben.

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