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Do., 07.11.2019

Staatsanwaltschaft Detmold sieht keine Erfolgsaussichten einer Revision Bewährungsstrafe gegen Heiko V. rechtskräftig

Heiko V. und sein Anwalt Jann Popkes zu Prozessbeginn.

Heiko V. und sein Anwalt Jann Popkes zu Prozessbeginn. Foto: Christian Althoff/Archiv

Detmold/Lügde (WB). Im Missbrauchsfall Lügde ist die Bewährungsstrafe gegen Heiko V. rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat am Donnerstag die Revision gegen das Urteil, das am 17. Juli dieses Jahres verängt wurde, zurückgenommen – nach »eingehender Überprüfung der Erfolgsaussichten«.

Heiko V. war wegen Anstiftung zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern in zwei Fällen, wegen sexuellen Missbrauchsvon Kindern in einem Fall, wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern in einem Fall und wegen Besitzes kinderpornographischer Schriften in Tateinheit mit dem Besitz jugendpornografischer Schriften in einem Fall zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Die Vollstreckung der Freiheitsstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten beantragt.

Die Strafaussetzung zur Bewährung auch stark kritisiert worden.

Das Landgericht hatte seine Entscheidung vor allem mit dem uneingeschränkten Geständnis des Angeklagten, seiner Einsicht in die therapeutische Aufarbeitung seiner pädophilen Neigungen und dem Bestehen tragfähiger sozialer Bindungen begründet.

Die Überprüfung des Urteils und seiner Begründung hat laut Staatsanwaltschaft zu der Entscheidung geführt, das Revisionsverfahren mangels Erfolgsaussichten nicht durchzuführen und das Urteil damit rechtskräftig werden zu lassen. Die Entscheidung des Landgerichts Detmold lasse gravierende Mängel, die eine Aufhebung des Urteils durch den Bundesgerichtshofs sicher erscheinen lassen, nicht erkennen, heißt es in einer Mitteilung von Donnerstag.

Dabei sei zu berücksichtigen, dass die Strafzumessung ureigenste Aufgabe des Tatgerichts ist und die Karlsruher Richter nur selten und nur bei schwerwiegenden Mängeln in diesen Bereich eingreifen. »Im Übrigen würde eine Aufhebung des Urteils durch das Revisionsgericht nicht automatisch zu einer höheren und vollstreckbaren Freiheitsstrafe führen. Vielmehr müsste das Verfahren in einer neuen Hauptverhandlung vor einer anderen Kammer des Landgerichts Detmold oder sogar vor einem anderen Landgericht in Teilen wiederholt werden. Bis zu einer neuen Hauptverhandlung würden weitere Monate vergehen. Die Chancen auf eine härtere Bestrafung wären aufgrund des weiteren Zeitablaufs nur noch gering«, teilte Ralf Vetter als Sprecher der Staatsanwaltschaft mit.

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