Jörg W. wegen Mordes in drei Fällen, Kevin R. wegen zweifachen Mordes verurteilt
Urteil im Mordfall Hille: Lebenslange Haft für beide Angeklagten

Bielefeld/Hille (WB/ca/dpa). Im Mordfall Hille hat das Bielefelder Schwurgericht die beiden Angeklagten zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

Freitag, 19.07.2019, 10:31 Uhr aktualisiert: 19.07.2019, 13:44 Uhr
Der Angeklagte Jörg W. im Gerichtssaal. Foto: Oliver Schwabe/Archiv
Der Angeklagte Jörg W. im Gerichtssaal. Foto: Oliver Schwabe/Archiv

Jörg W. wurde wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt. Das Gericht verurteilte Kevin R. wegen zweifachen Mordes, außerdem wurde die besonders schwere Schuld festgestellt. »Die Schuld wiegt besonders schwer«, sagte der Vorsitzende Richter Georg Zimmermann zu beiden Angeklagten.

Grausame Details ans Licht gekommen

Auf zwei Höfen im ostwestfälischen Hille nahe der Grenze zu Niedersachsen waren im Frühjahr 2018 die übel zugerichteten Leichen von drei Männern ausgegraben worden. Der Fall hatte bundesweit schockiert. Der Hofbetreiber Jörg W. (53) und sein Ziehsohn, der frühere Zeitsoldat Kevin R. (25), hatten sich gegenseitig der Taten bezichtigt. Die Staatsanwaltschaft hatte Lebenslang für beide Angeklagte gefordert, außerdem die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, alle Prozessbeteiligten können innerhalb von einer Woche Revision durch den Bundesgerichtshof beantragen.

In dem Strafverfahren waren grausame Details ans Licht gekommen. Die Leichen zeigten Spuren brutaler Gewalt, Experten berichteten nach ihren Untersuchungen von zertrümmerten Knochen, von Brüchen und Hirnverletzungen. Die Taten verübte das Duo demnach mit Hammer, Ziegelsteinen und einem Messer.

Der drastische Fall kam ans Licht, weil die Familie eines Opfers - einem 30-Jährigen aus dem niedersächsischen Stadthagen - ihren Angehörigen als vermisst gemeldet hatte. Seine Leiche wurde auf einem Hof in Hille ausgegraben. Später stießen die Ermittler auf zwei weitere Leichname - eines Nachbarn (72) und eines Hilfsarbeiters (64).

Voll schuldfähig und psychisch gesund

Laut Staatsanwaltschaft hatten die beiden Deutschen zuerst den Nachbarn und den Hilfsarbeiter getötet, um sich zu bereichern. Später brachten sie demzufolge den 30-Jährigen um, weil dieser 5000 Euro für eine angeblich geplante gemeinsame Baufirma zurückforderte. Laut psychiatrischen Gutachten sind beide Angeklagte voll schuldfähig und psychisch gesund.

Jörg W. und Kevin R. hatten zwar behauptet, der jeweils andere habe die Gewalttaten verübt, an mehreren Tatwerkzeugen waren aber DNA-Spuren von beiden gefunden worden. Sie hatten in dem zehnmonatigen Strafverfahren keine Schuld eingestanden, auch keine Reue oder Bedauern gegenüber den Angehörigen bekundet. Erst ganz am Ende äußerten beide einmal, die Opfer täten ihnen leid.

 

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