Struff muss Ex-Trainerin fast 275.000 Euro zahlen – Erfolg im Doppel
Nächste Niederlage vor Gericht

Halle/Hamm (WB). Der 12. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm hat am Mittwoch den Rechtsstreit zwischen Ute Strakerjahn (Lippstadt/57) und Jan-Lennard Struff entschieden. Der Warsteiner muss der Tennistrainerin neben den in der ersten Instanz (Landgericht Arnsberg) zugesprochenen 246.000 weitere 28.560 Euro zahlen.

Donnerstag, 21.06.2018, 07:35 Uhr aktualisiert: 21.06.2018, 07:38 Uhr
Am Morgen unterlag Jan-Lennard Struff vor Gericht. Abends gewann der Warsteiner seine Partie mit Partner Tim Pütz. Foto: Voss
Am Morgen unterlag Jan-Lennard Struff vor Gericht. Abends gewann der Warsteiner seine Partie mit Partner Tim Pütz. Foto: Voss

Eine Revision gegen das Urteil hat der Senat nicht zugelassen, so dass der Beklagte – wenn er das Urteil anfechten will – Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einlegen müsste.

Zum Hintergrund: Strakerjahn hatte Struff seit dem Grundschulalter betreut. Nach dem Abitur wurde der mittlerweile 28-Jährige Profi – mit Strakerjahn als Trainerin. Seit 2012 arbeiteten beide auf der Grundlage eines Vertrages zusammen, nach dem die Lippstädterin bis zu 20 Prozent an den Preis- und Antrittsgeldern des Profis sowie an seinen Einnahmen aus Sponsoring- und Werbeverträgen beteiligt war und so für ihre Vertragsleistungen bezahlt wurde.

Klägerin Ute Strakerjahn.

Klägerin Ute Strakerjahn.

2015 beendete Struff, die Zusammenarbeit mit Strakerjahn und einem von ihr hinzugezogenen Trainer. Der gültige Vierjahresvertrag wäre aber erst im Mai 2016 ausgelaufen.

Bei der gerichtlichen Auseinandersetzung spielte die Vertragsauslegung eine besondere Rolle. Denn dieser beinhaltete eine Nachwirkungsklausel mit Provisionsbeteiligung: Bis 2022, also sechs Jahre nach Vertragsende, sollte Strakerjahn noch an Struffs Einnahmen beteiligt werden. Nach ihrer Rechnung standen noch 290.000 Euro aus. Das Landgericht Arnsberg gab Strakerjahn 2007 weitgehend Recht. Struffs Anwalt sprach damals von einem »Knebelvertrag«, er legte Berufung ein. Das tat auch Strakerjahn.

Mittwochabend trat Jan-Lennard Struff dann noch bei den Gerry Weber Open im Doppel an. Mit Tim Pütz besiegte er im Achtelfinale (zugleich die erste Runde) die Paarung Raven Klaasen/Michael Venus (Südafrika/Neuseeland) 6:4, 7:6 (7:4). Damit hat Struff beim Rasenturnier in Halle jetzt schon fast 23.000 Euro (inklusive Einzelpreisgeld) verdient.

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