Mo., 17.06.2019

Tennis in Halle: French-Open-Sieger Krawietz/Mies werden umjubelt Aus dem Nichts in den Fokus

Dauerlächelnd in Halle: Kevin Krawietz (links) und Andreas Mies

Dauerlächelnd in Halle: Kevin Krawietz (links) und Andreas Mies Foto: Sören Voss

Von Hans Peter Tipp

Halle (WB). Bald hat der Alltag sie wieder. Noch aber schweben die Doppelhelden Andreas Mies und Kevin Krawietz auf Wolke sieben – wenn auch ein »bisschen gerädert«, wie sie zugeben. Denn ihren sensationellen Tennistriumph bei den French Open haben der Kölner und der Coburger ausgiebig gefeiert.

»Meine Stimme ist dabei, zu regenerieren«, gab der 28 Jahre alte Mies am Samstag in etwas tieferer Tonlage als gewöhnlich zu, als er zusammen mit seinem Doppelpartner Turnierdirektor Ralf Weber bei der Auslosung des Hauptfeldes assistierte. Die Zuschauer hatten Krawietz/Mies mit donnerndem Applaus begrüßt. »Wir sind überwältigt von diesem stürmischen, begeisternden Empfang hier«, sagte Krawietz: »Das hätte ich so nicht erwartet.«

Am Pfingstsamstag hatten die bis dahin nur in Fachkreisen bekannten Tennisprofis in Paris als erstes deutsches Doppel seit 1937 ein Grand-Slam-Turnier gewonnen. »Ich kann das auch eine Woche danach noch immer nicht richtig begreifen. Aber es fühlt sich unglaublich schön an. Für uns beide ist ein Traum in Erfüllung gegangen«, sagte Mies. Zu den vielen Gratulanten zählte auch Alexander Zverev. »Das sind zwei unglaublich nette Typen«, stellte er in Halle fest und meinte: »Deutschland hat seit Paris zwei Grand-Slam-Champions im Herrentennis. Das ist schon sehr beeindruckend.«

»Keine Geschenke«

Doch jetzt springt für die beiden Sandplatzhelden die Tennis-Ampel um – von rot auf grün, von Asche auf Gras. Ist da ein weiterer Geniestreich zu erwarten? »Vor den French Open hätten wir gesagt, dass Rasen unser Lieblingsbelag ist«, sagte Krawietz lächelnd, das könne ja nun nicht so stehenbleiben: »Aber ich würde schon sagen, dass wir uns auf Rasen nicht unwohl fühlen.« Der Coburger erinnerte daran, dass das neue Erfolgsduo 2018 bei einem kleineren Rasenturnier im englischen Ilkley das Finale und sogar in Wimbledon immerhin das Achtelfinale erreicht hatte. Stammgast in der ersten Tennisliga, der großen ATP-Tour, sind sie freilich erst seit dieser Saison.

»Jetzt geht aber alles wieder bei Null los«, sagte Krawietz am Sonntag in Halle: »Für den French-Open-Titel können wir uns hier nichts kaufen.« Zumal alle anderen gegen sie künftig noch ein bisschen motivierter zu Werke gehen werden. Krawietz: »Es gibt keine Geschenke. Wir müssen uns alles wieder selbst verdienen.«

Brown/Pütz warten in Runde 1

In Halle geht es für Krawietz/Mies frühestens am Dienstag zur Sache. In der ersten Runde im Doppel warten Dustin Brown und Tim Pütz, der als Doppelspezialist und Davis-Cup-Partner des Warsteiners Jan-Lennard Struff bekannt geworden war. Mies: »Das ist ein echter Kracher gleich zum Start. Aber wir kommen mit viel Selbstvertrauen und wollen an die Leistung von Paris anknüpfen.«

Sollte Deutschlands derzeit bekanntestes Doppel diese Prüfung bestehen, würden eventuell Struff und Ben McLachlan (Japan) warten. Mies dazu: »Es ist natürlich schade, dass die Deutschen im Tableau auf einem Haufen sind und gegeneinander spielen.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6699215?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F6613939%2F6613941%2F