Do., 20.06.2019

Im Viertelfinale gegen Tsonga hilft dem Rekordchampion in Halle auch das Glück Federer besteht die Meisterprüfung

Ein hartes Stück Arbeit wartete auf Roger Federer im Achtelfinale.

Ein hartes Stück Arbeit wartete auf Roger Federer im Achtelfinale. Foto: Thomas F. Starke

Von Hans Peter Tipp

Halle (WB). Die Zuschauer jubelten begeistert – und waren zugleich erleichtert. Soeben hatte Turnierfavorit Roger Federer beim ATP-Turnier in Halle eine große Prüfung auf dem Weg zu seinem zehnten Titel bestanden. Doch der 37 Jahre alte Schweizer brauchte beim 7:6 (7:5), 4:6, 7:5 im Achtelfinale gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga auch ein bisschen Glück.

Federer kämpfte nach dem erfolgreichen Durchgang mit einem Tief, das ihn bis in den dritten Satz beschäftigte. Da wirkte der Maestro zwischenzeitlich sogar ziemlich genervt. Der eigene Aufschlag nicht präzise, im Return häufig chancenlos, die Beinarbeit nicht so flüssig wie gewohnt: Federer unterliefen ungewohnt viele Fehler. In dieser Phase quälte sich der Schweizer durch seine Aufschlagspiele. Tsonga machte es deutlicher.

Erst mit dem 4:4 im dritten Durchgang gelang Federer wieder ein leichter Spielgewinn. Trotzdem stand er beim 4:5 mit dem Rücken zur Wand. Beim Publikum wuchs die Sorge, dass es unter Umständen dieses Mal kein gutes Ende für den Turnierliebling nehmen könne. Der Schweizer musste dieses Servicespiel unbedingt durchbringen, sonst wäre er raus. Er hielt dem Druck stand.

Zwei gute Returns deuteten die Wende an. Einer davon gelang gegen einen Aufschlag, den Tsonga mit 231 Stundenkilometern über das Netz gefeuert hatte. »Das ist ein fast wie beim Fußballtorwart. Man muss immer hoffen, an den Ball zu kommen«, sagte Federer anschließend.

Im Match ließ er dann selbst die Rückhand krachen. Longline. Ganz exakt. Unerreichbar. Damit holte er sich drei Chancen zum vorentscheidenden Break. Aber noch war das Ding nicht durch. 15:30-Rückstand bei eigenem Aufschlag: Federer wackelte ein letztes Mal. Nun aber kam sein erster Aufschlag, und im nächsten Ballwechsel half die Netzkante. Zum Schluss ein Ass. Die Meisterprüfung war bestanden, Tsonga raus.

»Ich weiß gar nicht, ob Jo-Wilfried in diesem Match vielleicht sogar mehr Punkte gemacht hat als ich. Manchmal braucht man auch ein bisschen Glück«, sagte Federer und wirkte fast so erleichtert wie die Zuschauer. Die bedankten sich lautstark auch beim Verlierer. »Das hat er sich verdient«, befand Federer. Im Viertelfinale am Freitag trifft er nun auf den Spanier Roberto Bautista Agut.

Am Freitag im Viertelfinale: Centre Court (ab 12 Uhr): Matteo Berrettini (Italien) - Karen Khachanov (Russland); frühestens 13.30 Uhr: David Goffin (Belgien) - Alexander Zverev (Hamburg); anschließend: Borna Coric (Kroatien), Pierre-Hugues Herbert (Frankreich); frühestens 17.30 Uhr: Federer (Schweiz) - Bautista Agut (Spanien)

Doppel, Halbfinale: Court 1 (15.30 Uhr): Mektic/Skugor (Kroatien) - Klaasen/Venus (Südafrika/Neuseeland)

 

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