Sa., 22.06.2019

Rekordchampion will in Halle am Sonntag seinen zehnten Titel gewinnen - mit Video Goffin ist Federers letzte Hürde

Roger Federer hat sich mit seiner bislang besten Turnierdarbietung verdient für das Finale qualifiziert.

Roger Federer hat sich mit seiner bislang besten Turnierdarbietung verdient für das Finale qualifiziert. Foto: Thomas F. Starke

Von Hans Peter Tipp und Dirk Schuster

Halle (WB). Er hat es wieder getan: Roger Federer steht beim Rasentennisturnier in Halle zum 13. Mal im Finale. Um zum zehnten Mal in Ostwestfalen zu triumphieren, muss er am Sonntag (13 Uhr/ZDF) »nur« noch das Endspiel gegen David Goffin gewinnen.

Federer bot im Halbfinale seine bislang beste Turnierleistung. Der 37-Jährige, der zum 17. Mal in Halle antritt, ließ von Beginn an keinen Zweifel daran, dem Belgier Goffin unbedingt ins Endspiel folgen zu wollen. 6:3, 6:3 lautete nach 62 Minuten das Ergebnis aus Sicht des Favoriten im Duell mit dem Franzosen Pierre-Hugues Herbert.

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Die letzten Tage waren hart, deshalb freue ich mich riesig, dass ich im Finale stehe

Roger Federer

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»Die letzten Tage waren hart, deshalb freue ich mich riesig, dass ich im Finale stehe«, sagte der Schweizer mit Blick auf die intensiven Dreisatzmatches gegen Jo-Wilfried Tsonga im Achtel- und Roberto Bautista Agut im Viertelfinale.

Goffin qualifizierte sich einen Tag nach dem Viertelfinalsieg über Alexander Zverev durch einen Zweisatzsieg gegen den zum Geheimfavoriten aufgestiegenen Italiener Matteo Berrettini für das Finale. Der Belgier gewann mit 7:6 (7:4) und 6:3.

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Ich werde alles geben, um zu gewinnen

David Goffin

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»Es ist immer etwas Besonderes, gegen Roger anzutreten. Ich muss am absoluten Limit spielen«, sagte Goffin und versprach: »Ich gehe mit aller Entschlossenheit raus auf den Centre Court. Ich werde alles geben, um zu gewinnen.«

Einen Satz lang fanden weder Goffin noch Berrettini beim Noventi-Turnier das richtige Rezept gegen den Aufschlag des Konkurrenten. Der Italiener servierte etwas wuchtiger. Der kleine Wallone bevorzugte das filigranere Besteck. Aber wenn es sein musste, knallte auch er den Ball mit mehr als 200 Stundenkilometern über das Netz. »Ich habe gut aufgeschlagen. Das war wichtig, und das hat mir sehr geholfen«, sagte der 28-Jährige, der in der Weltrangliste zurzeit Platz 33 belegt.

Ansonsten setzte der wuselige Goffin auf die Taktik, die ihm schon gegen Zverev den Erfolg gebracht hatte. Er bemühte sich, den Ball flach zu halten, strahlte Ruhe und Gelassenheit aus und war dank seiner flinken Beine immer dann zur Stelle, wenn es ernst wurde. Dabei behielt er die etwas schwächere Rückhandseite des Italieners stets im Blick, blieb aber dennoch variabel.

Auch im Tiebreak beim Stand von 3:4 stand er zweimal in Folge bei knalligen Aufschlägen seines Gegenübers genau richtig, um sie dem Italiener mit gleicher Münze millimetergenau auf die Grundlinie zurückzubefördern. Diese Währung konnte Berrettini nicht wechseln. Mit einem eigenen Aufschlag zum 7:4 holte sich Goffin den Tiebreak – und damit auch den ersten Satz.

Im zweiten Durchgang blieb es eng und weiterhin ein Match auf Augenhöhe. Das entscheidende und einzige Break der Partie gelang Goffin zur 5:3-Vorentscheidung. Den Rest erledigte er mit dem eigenen Aufschlag und war anschließend ziemlich happy. Schließlich steht er erstmals seit November 2017 wieder in einem Endspiel auf der ATP-Tour.

Für Berrettini ging eine Erfolgsserie zu Ende. Der Italiener hatte zuvor acht Rasenmatches in Folge und in der Woche zuvor das Turnier in Stuttgart gewonnen.

Für den 20-maligen Grand Slam-Champion Federer besteht am Sonntag nun aufs Neue die Chance, erstmals bei einem Turnier den zehnten Pokalgewinn zu vollenden. Im Vorjahr war er im Finale am Kroaten Borna Coric gescheitert.

Im persönlichen Vergleich gegen Goffin führt Federer mit 7:1. Auch auf dem Tennis-Grün in Ostwestfalen sind sich die beiden schon einmal begegnet – Federer gewann 2016 im Viertelfinale mit 6:1 und 7:6 (12:10). Am Sonntag will er seine Bilanz gegen Goffin gern noch weiter aufpolieren.

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