Mo., 24.06.2019

Sponsor erklärt: Halle soll klimaneutralstes Turnier der Welt werden – mit Video: »Der CO2-Wert kann gedrittelt werden«

So grün ist es während der Turnierwoche. Die Ökobilanz soll aber künftig besser werden.

So grün ist es während der Turnierwoche. Die Ökobilanz soll aber künftig besser werden. Foto: Thomas F. Starke

Von Hans Peter Tipp

Halle (WB). 13.600 Tonnen Kohlendioxid: So groß ist der ökologische Fußabdruck der Noventi Open in Halle. Für Dr. Sven Jansen aus dem Vorstand des Titelsponsors fällt der aktuell noch viel zu groß aus.

»Wir glauben, dass wir diesen Wert noch mal dritteln können«, sagte der promovierte Biochemiker am Samstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Turnierdirektor Ralf Weber in Halle. Tags zuvor hatte bereits sein Vorstandsvorsitzender Dr. Hermann Sommer erklären lassen: »Unsere Mission ist es, die Noventi Open zum klimaneutralsten Tennisturnier der Welt zu machen.«

Der Anfang sei gemacht, erklärte Dr. Jansen. Man habe gemeinsam mit dem Veranstalter »in einer Nachtaktion« begonnen, Getränkebecher aus Plastik von der Anlage zu verbannen und durch 400.000 Mehrwegbecher zu ersetzen. Diese Maßnahme traf den Geschmack vieler Besucher.

Zustimmung der Zuschauer

Bei einem Stimmungsbild am Sonntag vor dem Finale gab es unter den befragten Zuschauern reichlich Zustimmung für das Bemühen, den Ressourcenverbrauch beim Tennisturnier einzuschränken. Viele erklärten jedoch, dass sie ihren Kaffee immer noch in einem Becher serviert bekommen hätten, der anschließend in eine Mülltonne gewandert sei. Einziger Unterschied zu den Vortagen: Die Becher trugen eine Art Ökolabel.

Generell sei man gern bereit, Pfand zu zahlen, bekundeten zahlreiche Tennisfans – auch für das verwendete Geschirr. Denn noch werden in Halle die Nudeln auf einem Plastikteller, die Fritten ist einer Pappschale und die Bratwurst auf dem traditionellen Pappstreifen serviert.

Auch der Papierverbrauch soll sinken

All das könnte sich laut Dr. Jansen vom kommenden Jahr an ändern. »Jetzt kam alles kurz auf knapp«, sagte der Noventi-Mann: »Trotzdem ist es ein Signal, mit solch einem wichtigen, öffentlichkeitswirksamen Turnier in Richtung Nachhaltigkeit zu gehen.« Zum Thema Plastik kündigte der Vorstand des neuen Namenssponsors an: »Wir werden versuchen, das im nächsten Jahr komplett zu eliminieren.«

Dann soll auch der Papierverbrauch sinken. Dr. Jansen: »Wir werden schauen, ob man die Tickets kleiner machen oder gleich als E-Tickets herausgeben kann.« Mit Papier kenne man sich aus beim Apotheken-Dienstleister. Nach eigener Darstellung ist Noventi als einer der wenigen Branchenvertreter im Gesundheitsmarkt bereits als klimaneutrales Unternehmen zertifiziert: »Wir rechnen im Jahr 200 Millionen Rezepte ab. Das sind vier Tonnen Papier im Monat. Und das muss nicht sein – nicht in der heutigen Zeit«, stellte Dr. Jansen fest. Als dritte Aufgabe für die Zukunft brachte er den Aspekt E-Mobilität ins Spiel: »Da werden wir Synergieeffekte unter den Förderern heben müssen.« Er denkt an den verstärkten Einsatz von Elektrofahrzeugen.

13.600 Tonnen Kohlendioxid

Die aktuelle Ökobilanz hatte das Institut Fokus Zukunft aus Berg am Starnberger See auf einer Basis von 100.000 Turnierbesuchern erstellt. Die Gesamtbelastung von rund 13.600 Tonnen Kohlendioxid setzte Dr. Jansen in Relation zu anderen Großevents: »Das ist ungefähr ein Drittel dessen, was bei großen Fußballturnieren binnen einer Woche anfällt.« Um diese Emissionen zu kompensieren, unterstütze man ein von der Bundesregierung zertifiziertes Wasserprojekt in Brasilien unter Hoheit der Vereinten Nationen. In Deutschland sei eine Kompensation bei den gegenwärtigen Werten nicht erforderlich. Wichtiger sei es, anderen Ländern zu helfen.

Der Noventi-Vorstand bezeichnete die Veranstaltung am Hamburger Rothenbaum als bislang einziges klimaneutrales ATP-Turnier der Welt. Das möchte Halle auch schaffen. Aber nicht nur das. »Ich glaube, wir können es besser als Hamburg«, betonte Dr. Jansen.

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