Mo., 21.01.2019

WESTFALEN-BLATT-Leser lernen den Wittekindshof kennen Rundgang durch die Geschichte

Archivar Michael Spehr (von rechts) und Pfarrer Prof. Dr. Dierk Starnitzke begleiten die Leser bei der Führung.

Archivar Michael Spehr (von rechts) und Pfarrer Prof. Dr. Dierk Starnitzke begleiten die Leser bei der Führung. Foto: Lydia Böhne

Bad Oeynhausen (WB). Seit der Gründung 1887 hat sich auf dem Wittekindshof in Bad Oeynhausen viel getan. 44 Leser haben bei einem Rundgang einen Eindruck von den strukturellen und räumlichen Veränderung der Einrichtung für Menschen mit Behinderung gewonnen.

Die WESTFALEN-BLATT-Weihnachtsaktion unterstützt diesmal geistig behinderte Kinder, die auf dem Wittekindshof leben. Zum zweiten Mal hatten Leser am Samstag die Möglichkeit, die Einrichtung kennenzulernen.

Die Führung begann am Haus Goldkreuz. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde lange als Wohnhaus genutzt. »Früher waren 20 Leute in einem Schlafsaal untergebracht, heute geht das nicht mehr«, erläuterte der Archivar Michael Spehr. Jetzt leben die meisten Bewohner in Einzelzimmern. Deshalb habe sich auch die Zahl der Menschen, die auf dem Gelände im Bad Oeynhausener Ortsteil Volmerdingsen leben, von ehemals 1500 auf heute 680 reduziert. Seit 2011 betreibt die Diakonische Stiftung dort eine eigene Schule mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung sowie körperlich-motorische Entwicklung. »Die Beschulung erfolgt seit 1889«, sagte Spehr.

NS-Mahnmal für Opfer von Euthanasie und Zwangssterilisation

Die Leser spazierten mit dem Archivar und Vorstandssprecher Pfarrer Prof. Dr. Dierk Starnitzke auch durch die Außenanlage des Kinder- und Jugendbereichs. »Man könnte sagen, dass mit Kindern und Jugendlichen alles angefangen hat«, sagte Spehr. Ein achtjähriger Junge war es, der 1887 als erster Bewohner auf den Wittekindshof zog.

Das Fachwerkhaus, mit dessen Kauf Pfarrer Hermann Krekeler am 2. Mai 1887 den Wittekindshof am Hang des Wiehengebirges begründete, liegt am alten Dorfplatz. Heute wird es als Museum genutzt. Von dort sind es nur wenige Meter zum NS-Mahnmal, das an die Opfer von Euthanasie und Zwangssterilisation erinnert. Man wisse von etwa 300 Menschen, die vor Ort im ehemaligen Krankenhaus Bethanien zwangssterilisiert wurden, sagt Spehr.

Für Angelika Voß aus Büren (Kreis Paderborn) war es der erste Besuch auf dem Wittekindshof. »Es ist wichtig, dass man auch die dunklen Kapitel der Geschichte nicht verschweigt«, lobte sie. Die Rentnerin war über die Berichterstattung von Einzelschicksalen m WESTFALEN-BLATT auf die Einrichtung aufmerksam geworden und hatte sich entschieden zu spenden. »Es ist toll zu sehen, wo das Geld ankommt«, sagte sie.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6335170?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F4160808%2F5903629%2F6192724%2F