So., 16.12.2018

Weihnachtsspendenaktion: Niclas (2) lebt mit schweren Behinderungen auf dem Wittekindshof Der Jüngste

Daniela Hinz spielt im Wittekindshof mit ihrem Sohn Niclas.

Daniela Hinz spielt im Wittekindshof mit ihrem Sohn Niclas. Foto: Anke Marholdt

Von Christian Althoff

Bad Oeynhausen (WB). Niclas lacht und strampelt vor Freude, als Kinderkrankenschwester Ulrike Henning mit ihm ins 32 Grad warme Wasser des Schwimmbeckens steigt. Der Zweijährige ist der jüngste Bewohner des Wittekindshofes in Bad Oeynhausen.

Daniela Hinz nennt ihren Sohn ein Wunderkind. »Dass Niclas lebt und sich so gut entwickelt – das ist unglaublich«, sagt sie. Der Junge war 15 Wochen zu früh auf die Welt gekommen. Den letzten Monat vor der Geburt hatte sie liegend im Klinikum Herford verbracht, um die Entbindung so weit wie möglich hinauszuschieben.

Die Spendenaktion

Die Weihnachtsspendenaktion unterstützt in diesem Jahr geistig behinderte Jungen und Mädchen, die vom Wittekindshof Bad Oeynhausen betreut werden. Wenn Sie helfen möchten, nutzen Sie bitte das unten aufgeführte Konto.

Als Niclas im August 2016 auf die Welt kam, wog er 460 Gramm. »Ich habe geheult, weil er so klein war und ich Angst um ihn hatte«, erzählt Daniela Hinz. Es war ein denkbar schwerer Start ins Leben. Niclas hatte eine leichte Gehirnblutung, einen Herzfehler, und er musste mit hohem Druck beatmet werden, weil die unreife Lunge nicht richtig funktionierte. Diese Druckbeatmung schädigte die kleine Lunge zwangsläufig weiter, und auch die Netzhäute lösten sich. Weil eine Verlegung des Frühchens zu gefährlich gewesen wäre, operierten Chirurgen des Herzzentrums Bad Oeynhausen Niclas in Herford. Dort wurden auch seine Netzhäute angelasert, doch das Sehvermögen des Jungen ist bis heute sehr schlecht. »Damals hieß es immer wieder, ich könne Niclas bald mit nach Hause nehmen«, sagt die Mutter. »Fünfmal stand sogar ein Datum für die Entlassung fest, aber dann ging es ihm wieder deutlich schlechter. Es war wie eine Achterbahnfahrt.«

Mitarbeiter haben Niclas immer im Blick

Kinderkrankenschwester Ulrike Henning betreut Niclas im Schwimmbecken Fotos: Anke Marholdt Foto: Anke Marholdt

Vor allem die Lunge war es, die den Ärzten Sorgen machte und sie schließlich veranlasste, den Jungen in die Kinderklinik Bethel zu verlegen. »Dort sagten mir die Ärzte nach Monaten, dass ich Niclas wohl nicht zu Hause versorgen könnte, weil seine Atmung rund um die Uhr überwacht werden müsse«, erzählt Daniela Hinz. Der Wittekindshof in Bad Oeynhausen war die einzige Einrichtung, die ein so kleines Kind mit einem so hohen Pflegebedarf aufnehmen konnte. Kinderkrankenschwester Ulrike Henning: »Als Niclas im Sommer letzten Jahres mit elf Monaten zu uns kam, musste er mit zwölf Liter Sauerstoff pro Minute beatmet werden.«

Das hat sich entscheidend verbessert: An vielen Tagen reicht es, wenn er nachts und während des Mittagsschlafs Sauerstoff bekommt. Trotzdem haben die Mitarbeiter den Jungen immer im Blick: Wenn sich die Haut um seinen Mund herum blau verfärbt, muss Niclas sofort ans Sauerstoffgerät. Zur Sicherheit hat der Junge einen kleinen Sensor am Fuß, der bei einer Unterversorgung Alarm auslöst. Vier Sauerstofftanks stehen in seinem Zimmer bereit.

Wöchentlicher Höhepunkt: das Schwimmen

»Niclas möchte in der Nähe anderer Menschen sein«, sagt die Kinderkrankenschwester. Deshalb nimmt sie den Jungen, wenn sie ihn morgens gewaschen, gewickelt und angezogen hat, von Zimmer zu Zimmer mit. Entweder sitzt Niclas dann in seinem Rollstuhl, oder er liegt auf dem Boden, wo er sich rollend, robbend und strampelnd fortbewegt. Weil er so aktiv ist, bekommt er kalorienreiches Essen durch eine Magensonde. »Wir versuchen aber, ihn an normales Essen heranzuführen«, sagt Ulrike Henning. »Kürzlich hat er angefangen, Babykost aus dem Gläschen zu essen.«

In Bad Oeynhausen bekommt der Junge eine Rundum-Betreuung. Er ist nicht nur unter ständiger Beobachtung, er wird auch gefördert. Krankengymnasten kümmern sich zweimal in der Woche um seine Beweglichkeit, und Mitarbeiter der Opticus-Schule Bielefeld kommen, um sein Sehen zu fördern.  Außerdem steht mehrmals in der Woche Frühförderung auf dem Programm. Dabei geht es zum Beispiel um die Koordination von Augen und Händen.

Der wöchentliche Höhepunkt für Niclas scheint aber die Stunde im hauseigenen Schwimmbecken zu sein. Wittekindshof-Sprecherin Anke Marholdt: »Im Wasser muss jedes Kind von einer Mitarbeiterin betreut werden. Wenn wir keine Spenden bekämen, könnten wir diese Kosten nicht immer decken, und viele Schwimmstunden müssten ausfallen. Auch deshalb sind wir für Spenden so dankbar.«

Weitere Informationen

Um zu spenden, nutzen Sie bitte folgendes Konto:

Wittekindshof

DE 96 3506 0190 2108 3790 25

Zweck: Weihnachtsspende

Oder spenden Sie online: www.wittekindshof.de/Spenden

Hier geht es zur Themenseite unserer Weihnachtsspendenaktion.

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