Sa., 09.02.2019

Leser helfen behinderten Kindern mit 175.000 Euro Der Wittekindshof sagt danke!

Fast 175.000 Euro haben Leserinnen und Leser gespendet, um geistig behinderten Kindern auf dem Wittekindshof in Bad Oeynhausen zu helfen. Als Dankeschön gab’s von den Kindern tolle Bilder.

Fast 175.000 Euro haben Leserinnen und Leser gespendet, um geistig behinderten Kindern auf dem Wittekindshof in Bad Oeynhausen zu helfen. Als Dankeschön gab’s von den Kindern tolle Bilder.

Bad Oeynhausen (WB/ca). 174.469,93 Euro – so viel Geld haben Leserinnen und Leser seit Mitte November für geistig behinderte Kinder gespendet, die auf dem Wittekindshof in Bad Oeynhausen leben.

Pfarrer Prof. Dr. Dierk Starnitzke (r.) und Wittekindshof-Bewohner Dorian (15) freuten sich am Freitag über den symbolischen Scheck. Er wurde übergeben von (v.r.) den Redaktionsleitern André Best und Ulrich Win­dolph sowie Reporter Christian Althoff, der die Spendenaktion organisiert hatte. Foto: Oliver Schwabe

Nach Abschluss der WESTFALEN-BLATT-Weihnachtspenden-aktion  übergaben am Freitag die Redaktionsleiter André Best und Ulrich Windolph einen symbolischen Scheck an Pfarrer Prof. Dr. Dierk Starnitzke, den Theologischen Vorstand der Diakonischen Stiftung Wittekindshof. Stellvertretend für die vielen Jungen und Mädchen nahm der 15-jährige Dorian an der Scheckübergabe teil. »Danke für das viele Geld. Wir haben Bilder für Euch gemalt!«

Dr. Dierk Starnitzke dankte der Zeitung dafür, dass sie in den vergangenen Wochen die Schicksale etlicher behinderter Kinder und die Arbeit der Menschen auf dem Wittekindshof einfühlsam dargestellt habe.

"

Die Berichte haben nicht nur die Herzen von Menschen erreicht.

Dr. Dierk Starnitzke

"

»Die Berichte haben nicht nur die Herzen von Menschen erreicht, die für die Kinder gespendet haben, sondern sie haben unsere Arbeit auch vielen Menschen nähergebracht, die uns vielleicht vorher gar nicht gekannt haben.«

Wittekindshof-Mitarbeiterin Eva-Maria Kern, die am Spendentelefon für Leserfragen zur Verfügung stand: »Wir haben mehr als 2000 Spenden erhalten – von fünf Euro bis 4000 Euro.« Außerdem hätten Leser angerufen und nach den Bedürfnissen bestimmter Kinder gefragt. »Sie haben ihnen dann ein Paket geschickt.«

Immer noch Versorgungslücken

Redaktionsleiter André Best sagte, es müsse zu denken geben, dass eine Einrichtung wie der Wittekindshof in einem reichen Land wie Deutschland überhaupt auf Spenden angewiesen sei. »Umso erfreulicher ist es, dass unsere Leser auch diesmal wieder so großzügig waren.« Redaktionsleiter Ulrich Windolph sprach von »großem Respekt«, mit dem er die Arbeit der Wittekindshof-Mitarbeiter sehe. »Was Sie hier leisten, das kann nicht jeder, und das kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.«

Pfarrer Starnitzke erklärte, der Wittekindshof könne die Spenden sehr gut gebrauchen. In Nordrhein-Westfalen sei die Versorgung Behinderter zwar deutlich besser sei als etwa in Niedersachsen, aber es gebe eben doch noch immer Versorgungslücken. »Bei uns lebt zum Beispiel ein Mädchen im Wachkoma, für das eine Lungenentzündung das Todesurteil wäre.

Trotzdem hat die Krankenkasse die Kostenübernahme für einen speziellen Liegekeil, auf dem das Mädchen besser atmen kann, abgelehnt – mit der Begründung, das Kind habe ja keine Lungenentzündung.« Theologin Anke Marholdt: »Ohne Spenden hätten wir diesen Keil nicht anschaffen können.«

Garten wird angelegt

Die Spenden der Leser kommen ohne jeden Abzug den Mädchen und Jungen zugute, über die das WESTFALEN-BLATT berichtet hat, aber darüberhinaus auch vielen anderen Kindern. So wird zum Beispiel ein Garten für geistig behinderte Jugendliche angelegt, die in ihrer Familie schwere Traumata erlebt haben – durch Gewalt, Missbrauch oder schlimmste Vernachlässigung bis hin zum Hunger. Anke Marholdt: »In dem Garten können sie Verantwortung für Pflanzen übernehmen und lernen, dass mit Zuneigung und Pflege etwas Gutes entstehen kann.«

Mit dem Geld kann aber auch endlich eine Balkontür verbreitert werden, um Kinder, die wochenlang krank im Bett liegen, mal an die frische Luft schieben zu können. Für andere Kinder sichern die Spenden therapeutische Reitstunden, wieder andere bekommen nun endlich ein Dreirad. Und die Ärzte des Wittekindshofs erhalten eine Wärmebildkamera, um nun auch bei jenen Kindern schmerzhafte Entzündungen zu entdecken, die sich nicht äußern können.

Anke Marholdt: »Es sind sehr viele kleine und große Wünsche, die wir jetzt erfüllen können.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6378825?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F6192724%2F