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Mo., 04.08.2014

Paderborns Trainer Breitenreiter fordert Leidenschaft und denkt über Verstärkungen nach »Mehr Gier, mehr Biss«

Der Turm im Paderborner Abwehrzentrum: Kapitän Uwe Hünemeier räumt hier gegen den Zweitligisten Wigan Athletic ab.

Der Turm im Paderborner Abwehrzentrum: Kapitän Uwe Hünemeier räumt hier gegen den Zweitligisten Wigan Athletic ab. Foto: Stefan Hörttrich

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Wird der SC Paderborn in Kürze doch noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv? Trainer André Breitenreiter will das nicht ausschließen und denkt erneut über Verstärkungen in der Viererkette nach.

Das Thema beschäftigt die sportliche Führung des Bundesligisten praktisch seit Beginn der Vorbereitung. Der Riegel blieb bislang als einziger Mannschaftsteil unverändert. Auf der Suche nach Alternativen in der Abwehr ist der SC Paderborn aber noch nicht fündig geworden: »Es gibt keinen Schnellschuss. Nur wenn es zu 100 Prozent passt, werden wir noch einmal aktiv«, sagt der Trainer und will noch das Ende der Testspielreihe abwarten. Erst wenn am Samstag mit dem Heimspiel gegen den englischen Spitzenklub FC Everton (Anstoß: 16 Uhr) die Zeit der Vorbereitung abgeschlossen ist, folgt eine neue Bestandsaufnahme.

Vom Abstiegskandidaten zum Aufsteiger

Fakt ist: Vor einem Jahr wurde mehr als zwei Dritteln des SCP-Kaders von der Öffentlichkeit noch die Zweitligatauglichkeit abgesprochen. Mit der sensationellen Wandlung vom Abstiegskandidaten zum Aufsteiger stellte Breitenreiter die gesamte 2. Liga auf den Kopf, doch Fakt bleibt: Innerhalb von zwölf Monaten können daraus keine gestandenen Bundesligaspieler werden. Das muss sich entwickeln. Die Frage ist nur, wie viel Zeit bekommt jeder Einzelne? »Wir haben in der vergangenen Saison das Maximale aus dem Kader herausgeholt. Jetzt müssen wir sehen, ob die Entwicklung noch weitergeht, oder ob der eine oder andere schon an die Decke stößt«, sagt Breitenreiter. Das Problem ist auch: Ob die Leistung am Ende tatsächlich für die Elite-Liga reicht, weiß der Coach letztlich bei keinem seiner Spieler.

Denn die absolute Erstligatauglichkeit hat bislang niemand nachgewiesen – egal ob in der Abwehr, im Mittelfeld oder im Angriff. Deshalb ist Vertrauen in das Team richtig und wichtig, doch am Ende sind Breitenreiter, sein Trainerteam und Manager Michael Born zum Handeln gezwungen. Der Cheftrainer macht deutlich: »Wo wir Probleme sehen, müssen wir nachbessern. Da gibt es dann keine Freundschaften mehr, da geht es nur um Erfolg.«

An der Schnelligkeit arbeiten

Aktuell sieht Breitenreiter die Entwicklung seines Kaders positiv, sagt aber auch: »Wir sind noch lange nicht dort, wo wir am Ende der vergangenen Saison waren.« Was ihm zurzeit fehlt, ist zum Beispiel auch die Bereitschaft, alles zu geben. »Auch wenn die Jungs nach der intensiven Vorbereitung müde sind, müssen sie mehr Gier und mehr Biss zeigen.« Am Freitagabend beim 0:1 gegen den englischen Zweitligisten Wigan Athletic standen die Ostwestfalen, anders als bei einigen Tests zuvor, hinten gut und ließen keine Chancen zu. Vorn zeigte der SCP aber Schwächen im Abschluss. Die führte Breitenreiter auf die fehlende Spritzigkeit seiner Elf zurück. 

Den Fitnessstand des Kaders lässt er am Dienstag mit dem zweiten Laktattest noch einmal überprüfen. Danach wird vornehmlich an der Schnelligkeit gearbeitet. »Wir stehen vor der letzten Etappe. Haben wir die hinter uns, sind wir gut aufgestellt«, ist Breitenreiter sicher. Mit der nötigen Frische kehren Konzentration und Aggressivität zurück. Beides braucht der SCP. Denn Spiele wie gegen Wigan, in dem die Ostwestfalen über 90 Minuten besser waren, sollten in der Liga gewonnen werden.

Kommentare

Wer hat Qualität abgesprochen?

Die Frage ist doch: Wer war es denn, der Teilen des Kaders die Qualität abgesprochen hat vor einem Jahr? Das war nur ein bestimmter Teil von Leuten, die sich zu dieser Beurteilung berufen sahen!

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