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Di., 14.10.2014

Erfolgsrezept Kontinuität: Trotz 14 auslaufender Verträge wird es beim Erstligisten keinen Umbruch geben Beim SCP bleibt man sich treu

Eigengewächs Lukas Kruse ist seit drei Jahren die unumstrittene Nummer eins beim SC Paderborn.

Eigengewächs Lukas Kruse ist seit drei Jahren die unumstrittene Nummer eins beim SC Paderborn. Foto: Oliver Schwabe

Von Peter Klute

Paderborn (WB). Kontinuität ist eines der Erfolgsrezepte des SC Paderborn. Die Mannschaft, die im Mai den Sensationsaufstieg in die 1. Bundesliga schaffte, war vor allem eines, sie war eingespielt. Im Sommer 2015 laufen 14 Verträge aus, das ist etwa die Hälfte des Kaders. Einen Umbruch wird es aber trotzdem nicht geben.

Präsident Wilfried Finke, Manager Michael Born und Trainer André Breitenreiter haben vorgesorgt, bei den endenden Kontrakten handelt es sich nur vereinzelt um die von Leistungsträgern. Einige sind aber schon dabei: Torwart Lukas Kruse, Daniel Brückner, Jens Wemmer, Alban Meha und Christian Strohdiek.

Mehr Spieler wollen bleiben

»Wir haben erste Gespräche geführt, werden das aber so lange nicht öffentlich machen, bis es etwas zu verkünden gibt. Auch zu einzelnen Spielern werde ich nichts sagen«, hält sich Born bedeckt. Es ist aber sicher kein Geheimnis, dass der SCP beim genannten Quintett versuchen wird, die Verträge zu verlängern. Beim 33-jährigen Brückner vielleicht mit der Einschränkung, dass ihm nur noch ein Einjahresvertrag angeboten werden könnte.

Bei den Spielern dürfte sich die Abwehrhaltung in Grenzen halten, denn keiner von den Betroffenen wird woanders so eine große Chance haben, in der 1. Bundesliga zu spielen, wie in Paderborn. Und selbst wenn der SCP im Mai absteigen sollte, wird er ein anderer Zweitligist sein als vor dem Aufstieg. Sowohl was die finanziellen Mittel als auch die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit angeht.

Das Blatt hat sich gedreht: In der Vergangenheit haben häufig Spieler den SCP verlassen, um sich sportlich und beim Bankkonto zu verbessern. Da musste sich der Verein strecken und zog dennoch nicht selten den Kürzeren. Jetzt dürften mehr Spieler bleiben wollen, als der Klub vielleicht will. Das weiß auch Born, der zugibt: »Es ist zu spüren, dass der SC Paderborn eine attraktivere Adresse geworden ist. Die Spieler wissen, was sie bei uns erreichen können.«

Das wird allerdings nicht dazu führen, dass Born und Co. ihre Philosophie ändern. »Wir werden unseren Weg nicht verlassen«, verspricht der Manager, sagt aber auch: »Wir müssen die Entwicklung abwarten.« Damit meint er sowohl die des Vereins als auch die der Profis. Soll heißen: Der eine oder andere, der für die 2. Liga gut genug wäre, ist es fürs Oberhaus nicht. Dennoch wird, will und muss der SCP zweigleisig planen. »Wir werden nicht nur Erstliga-Verträge abschließen«, betont Born.

Amedick erhält keine Angebot

Nach Informationen dieser Zeitung hat aus dem Kader einzig Lukas Rupp ausschließlich für die 1. Bundesliga unterschrieben (bis 2016). Dennoch drohen im Abstiegsfall weitere Abgänge.

Ligaunabhängig schon lange nicht mehr auf dem Zettel steht Martin Amedick. Ausgerechnet der Mann mit der meisten Erstliga-Erfahrung (74 Einsätze) wurde vor der Saison in die U 23 verbannt. Es ist beschlossen, dass sein bis 2015 datierter Vertrag nicht verlängert wird.

Torwart-Talent Alexander Nübel (Vertrag bis 2016) gehört die Zukunft, die der aktuellen Nummern zwei und drei, Daniel Lück und Nico Burchert, ist ungewiss. Stand-by-Keeper Burchert könnte ganz als Trainer in den Nachwuchsbereich wechseln, bei Lück dürfte die Tendenz eher Richtung Abschied gehen. »Auf der Kippe« stehen auch die Reservisten Marc Vucinovic, Thomas Bertels und Florian Hartherz.

Gute Chancen auf ein Verbleiben an der Pader hat dagegen wohl Michael Heinloth, dessen Vertrag sich nach einer bestimmten Anzahl an Einsätzen sowieso verlängert. Er dürfte aber, selbst wenn er diese Option nicht erfüllt, ein neues Angebot erhalten – so wie wohl auch die Nachwuchskraft Tim Welker. Bei dem Innenverteidiger würde sich anschließend eine Ausleihe anbieten.

Bleiben die aktuellen Leihspieler. Marvin Ducksch gehört Borussia Dortmund, hat sich bisher aber auch in Paderborn nicht durchgesetzt. Umgekehrt kehren Saliou Sané (Holstein Kiel), Rick ten Voorde (FC Dordrecht) und Sebastian Schonlau (SC Verl) im Sommer an die Pader zurück. Reichlich Personalien, viel Arbeit für Born.

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