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Di., 17.02.2015

Paderborn hat auch Hannover reingezogen – In der Bundesliga tobt der Kellerkampf Unten beginnt in der Mitte

Freistoßschütze Alban Meha bejubelt seinen Treffer gegen Hannover 96.

Freistoßschütze Alban Meha bejubelt seinen Treffer gegen Hannover 96. Foto: Oliver Schwabe

Von Friedrich-Wilhelm Kröger

Hannover (WB). Vielleicht klingen die Glocken, die von Alarm künden, weniger schrill in Hannover. Möglicherweise stehen die Ohren von Tayfun Korkut auch auf Durchzug. Es schien so, als hake der 96-Trainer das empfindliche 1:2 gegen den SC Paderborn als minderen Betriebsunfall ab.

Im Abstiegskampf sehe er seine Mannschaft nicht, »die Situation ist nicht bedrohlich«, teilte der Fußball-Lehrer in demonstrativer Gelassenheit mit. Dabei erwartet Korkut offenbar, dass die nächsten Punkte gegen Aufsteiger Köln und Schlusslicht VfB Stuttgart zur sicheren Beute werden und sich sein Team schnell wieder nach oben orientiert. Stattdessen sollte der blutleere Auftritt gegen den SCP den mit Europacup-Ambitionen angetretenen Hannoveranern zu denken geben. In der Rückrunde geht bisher noch gar nichts.

Breitenreiter hält sich zurück

Was André Breitenreiter wohl dachte? Der Paderborner Trainer enthielt sich nach dem Auswärtssieg in seiner Heimatstadt der Stimme als es darum ging, seine Einschätzung zum Ex-Club abzugeben. Er werde sich nur um den SCP kümmern, und das dürfte ihm in dieser Woche so richtig Spaß machen. Hätten die Ostwestfalen verloren, wären sie dem FC Bayern als Tabellen-17. begegnet. Mit dem 2:1 aus Hannover im Gepäck können die Paderborner diese Partie als Zwölfter führen – versorgt mit frischem Mut und einer nun wieder besseren Perspektive.

Es herrscht aber drangvolle Enge, unten beginnt in dieser Saison in der Mitte. Auch das passive Mitnehmen von kleinen und großen Vorteilen könnte sich immer mehr als Faktor erweisen. So gibt es vom SCP keine Einwände, dass Stuttgart und Köln am 21. Spieltag in letzter Minute erwischt wurden, das vor dem Rauswurf von Trainer Kasper Hjulmand stehende Mainz den Vorsprung in Dortmund doch nicht durchbrachte und der HSV sein Torverhältnis versaut hat.

»Wir wollen bis zum Ende eine Chancen haben«, betonte Breitenreiter schon mehrfach und ist sehr zufrieden damit, dass die Prognose, der Aufsteiger werde nach zehn Spielen ohne Sieg nun im Handumdrehen bis in die tiefsten Katakomben heruntergereicht, aus eigener Kraft widerlegt wurde.

Nicht ohne Rückschläge

Dabei mussten die Paderborner in Hannover ganz sicher kein Wunder vollbringen. Zum Schluss reichte es, die Flatter zu machen. Alban Meha verblüffte Schlussmann Ron-Robert Zieler mit einem Freistoß in krummer Flugkurve. Und im Gegensatz zum Trainer sieht der Torwart Gefahr im Verzug: »Wir dürfen die Augen davor nicht verschließen.« In Paderborn wissen sie das sowieso, dort wissen sie auch, dass die kommenden Gegner München, Mönchengladbach und Leverkusen unter normalen Umständen zu große Hausnummern sein werden. Aber 23 Punkte sind 23 Punkte. Die Basis für die Vertragsverlängerung in der Fußball-Bundesliga bleibt da.

Wen der SCP am ehesten hinter sich lassen könnte, ist dabei kaum seriös zu beantworten. Nur Bremen hat sich mit einem fünf Siege umfassenden Husarenritt aus dem Kandidatenkreis verabschiedet. Der Rest kommt nicht ohne Rückschläge über die Runden. In Berlin hielt der Trainer-Wechsel-Effekt genau ein Spiel, in Stuttgart bricht allmählich Panik aus... – doch das sind derzeit alles nur Indizien.

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