>

Di., 24.02.2015

Elf Spieler noch ohne neuen Vertrag Paderborn hat keine Eile

Alban Meha gehört zu den SCP-Profis, die bleiben sollen.

Alban Meha gehört zu den SCP-Profis, die bleiben sollen. Foto: Stefan Hörttrich

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Fußballbundesligist SC Paderborn hat bei den Vertragsgesprächen mit seinen Profis den Kurs korrigiert. Ziel sind nicht mehr möglichst schnelle Entscheidungen. Der Verein, den elf Spieler zum Saisonende verlassen könnten, wartet jetzt ab.

Im Trainingslager in Belek drückte Manager Michael Born noch aufs Tempo: »Ich hoffe auf möglichst kurzfristige Entscheidungen«, sagte der 47-Jährige, der in der Türkei mit allen Spielern sprach und die Perspektiven deutlich machte. Der 34-jährige Daniel Brückner verlängerte bis 2016, Torhüter Lukas Kruse band sich für weitere zwei Jahre an den SCP. Andere wie Alban Meha, Jens Wemmer und Christian Strohdiek zögern. »Wir haben uns ausgetauscht, jetzt gehen wir alles in Ruhe an und entscheiden von Fall zu Fall«, sagt Born.

Das ist eine veränderte Vorgehensweise, für die Präsident Wilfried Finke (63) viel Verständnis aufbringt: »Das macht mir keine Kopfschmerzen. Wir haben keine Spitzenspieler und auch keine Profis, die auf der Wunschliste der Topvereine stehen.« Wenn es nach ihm geht, könnten die Gespräche »auch bis März dauern«, denn die vorliegenden Angebote werden ohnehin nicht nachgebessert: »Unsere Einnahmesituation ist ausgereizt. Deshalb werden wir sparsam bleiben und unsere Strukturen nicht auf Wunsch einiger Spieler verändern.«

Die Frage ist, welche von den elf auslaufenden Verträgen der SCP überhaupt verlängern will. Meha, Wemmer und Strohdiek können bleiben, wenn auch nicht um jeden Preis. Michael Heinloth und das Nachwuchstalent Mirnes Pepic ebenso. Danach ist vieles offen. Florian Hartherz hat sich in die Mannschaft gespielt und Brückner verdrängt. Das ist aber nur eine Momentaufnahme: Der Linksverteidiger, der jetzt durch seine Rotsperre gebremst wird, muss über längere Zeit überzeugen.
Ersatztorhüter Daniel Lück hingegen steht seit Jahresbeginn gar nicht mehr im Kader, Alexander Nübel hat ihn verdrängt, und deshalb stehen die Zeichen auf Abschied. Wie auch beim vom BVB nur ausgeliehenen Marvin Ducksch. Tim Welker konnte seine Bundesligatauglichkeit noch gar nicht unter Beweis stellen, ihm würde daher eine Ausleihe zu einem Drittligisten gut tun.

Und Marc Vucinovic? Der 26-Jährige kam 2013 mit Trainer André Breitenreiter vom TSV Havelse und stand zuletzt zumindest wieder im Kader. Seine Zukunft könnte auch von der Paderborner Ligazugehörigkeit abhängig sein. Grundsätzlich gilt aber: Der SCP braucht eine Blutauffrischung. Das deutet auch Finke an: »Die Spieler, die Angebote haben, sollen solange warten, wie sie möchten. Das machen wir umgekehrt auch so. Deshalb könnte es sein, dass wir dem einen oder anderen die Entscheidung abnehmen.«

Einer muss sich über die kommenden zwölf Monate keine Sorgen machen: Thomas Bertels. Der Langzeitverletzte darf bleiben und verlängert seinen Kontrakt bis 2016. »Wir lassen Thomas in dieser schwierigen Situation nicht allein«, hatte Born bereits in Belek angekündigt. »Auch der Trainer hat sich sehr für mich eingesetzt, dafür bin ich André Breitenreiter sehr dankbar«, sagt Bertels. Nach drei Fußoperationen wird der 28-Jährige aber wohl erst zur neuen Saison wieder einsteigen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3096709?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F