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Sa., 07.03.2015

Der Freistoßspezialist hat ein »erstklassiges Ziel« Meha will oben bleiben

Zwischen Kletterpark und Karriere – Alban Meha kennt auf dem Weg nach oben keine Höhenangst.

Zwischen Kletterpark und Karriere – Alban Meha kennt auf dem Weg nach oben keine Höhenangst. Foto: Jörn Hannemann

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Wenn es nach Alban Meha geht, sitzt Bayers Bester auf der Bank: Roger Schmidt ist für den 28-jährigen Paderborner Profi der perfekte Trainer. Auf dem Platz und auch daneben: »Er hat mich entdeckt, er hat mir als einziger zugetraut, in der Bundesliga zu spielen.«

Wenn sich Paderborns Scharfschütze und Leverkusens Fußballlehrer am Sonntag (17.30 Uhr) wiedersehen, ist es deshalb für Meha mehr als nur das übliche Treffen an einem Bundesligaspieltag. »Ohne Roger wäre ich nicht da, wo ich heute bin.« Schmidt war es, der den kleinen Dribbler mit dem starken rechten Fuß 2011 vom Viertligisten Eintracht Trier zum SCP holte. Schmidt war es, der dafür sorgte, dass Meha am 17. Juli 2011 beim 2:1-Sieg in Rostock und mit schon 25 Jahren sein Zweitliga-Debüt feierte. Das Ende der Geschichte des Spätstarters ist bekannt: Meha gelang auch Dank seiner fast beispiellosen Schusstechnik der Sprung über zwei Klassen nahezu mühelos, wurde beim SC Paderborn ganz schnell zum Stammspieler und verzauberte als »Mister Standard« mit seinem famosen Ballgefühl das Unterhaus des deutschen Fußballs. »Meinem Berater habe ich mal gesagt, ich müsse nur mal eine Chance haben, in solchen Mannschaften zu spielen. Dann würde ich mich mit meiner Qualität schon durchsetzen«, sagt Meha über Meha – er sollte recht behalten.

Zur Person

Name: Alban Meha
Geboren am: 26. April 1986
Geboren in: Kosovska Mitrovica (Serbien)
Größe: 1,73 Meter
Gewicht: 76 Kilogramm
Familienstand: verheiratet mit Marijana, eine Tochter: Adriana (2)
Stärken: Standards, rechter Fuß, Dribbling
Schwächen: Kopfball
Welchen Prominenten würde ich gerne mal treffen: David Beckham
Stationen: Stuttgarter Kickers (bis 2005), VfL Kirchheim (2005 - 2007), SSV Reutlingen (2007 - 2010), Eiintracht Trier (2010/2011), SC Paderborn (seit 2011)
Größte Erfolge: Bundesliga-Aufstieg mit dem SC Paderborn (2014

An der Krönung seiner Karriere war Schmidt allerdings nicht mehr beteiligt. Schmidt machte gerade sein Meisterstück mit Salzburg, da spielte Meha seine mit Abstand beste Saison für den SC Paderborn, stieg mit dem SCP in die 1. Liga auf und war mit acht Toren in 14 Rückrundenspielen einer der Erfolgsgaranten.  Wen zwei Klassen Unterschied nicht schrecken, der lässt sich auch von der höchsten Liga nicht beeindrucken. Alban Meha hat sich auch für die Rest-Rückrunde ganz viel vorgenommen. Der Start begann insgesamt zwar mit nur vier Punkten und 17 Gegentoren sehr holprig, doch langsam kommt zumindest der Nationalspieler in Fahrt. »Seine Form ist deutlich ansteigend. Wenn er dieses Niveau hält, wird er wieder zu einem ganz wichtigen Spieler für uns«, lobt Trainer André Breitenreiter. Beim 2:1-Auswärtssieg in Hannover zirkelte Meha denn Ball sogar in alter Manier wieder ins Netz. Das erste Freistoßtor in der 1. Liga hat deshalb auch für den Tempodribbler eine hohe Bedeutung: »Das war ein ganz besonderes Gefühl. Ich wusste, dass ich es auch in der 1. Liga kann. Es aber auch allen zu zeigen, ist noch mal eine andere Nummer.« In der Hinrunde traf Meha außerdem noch beim letzten Heimsieg (3:1 gegen Hertha BSC Berlin) und beim hart erkämpfen 1:1 in Wolfsburg und kann diese Rechnung aufmachen: »Wenn ich treffe, punktet Paderborn.«

Vertragsgespräche sind ins Stocken geraten

Wie lange diese ostwestfälisch/albanische Zusammenarbeit noch weitergeht, ist ungewiss. Die Vertragsgespräche sind ins Stocken geraten. Erst wollte sich Meha mehr Zeit lassen, jetzt zeigt sich der Club zurückhaltend. »Ich fühle mich wohl hier und würde gerne bleiben«, sagt Meha. Der hat aber ein großes Luxusproblem: Die 1. Liga gefällt ihm so gut, dass er diese Klasse gar nicht mehr verlassen will. Die Lösung für das »erstklassige Ziel« wäre deshalb der Ligaerhalt. Doch zurzeit geht es genau in die andere Richtung: »Wir müssten zuhause mal wieder einen ganz Großen schlagen. Das gibt nicht nur Punkte, sondern auch viel Selbstvertrauen«, sagt Meha – auch mit Blick auf Bayer: »Leverkusen hat einen Lauf, aber wir waren schon beim 2:2 im Hinspiel dicht dran.«

Die Freundschaft zum Ex-Trainer würde ein Erfolg des Spielers nur kurz auf eine hohe Belastungsprobe stellen, denn Meha ist überzeugt: »Roger ist noch lange nicht am Ende. Bei ihm sehe ich nach oben keine Grenze.« Viel Luft nach oben hat auch noch Alban Meha. Der Trend ist zwar unverkennbar, von seiner Klasse vergangener Tage ist der Gipfelstürmer 2014 aber noch ein gutes Stück entfernt

Kommentare

Ja, der Meha wurde mit Bertels, Kara, Proschwitz und Roger geholt. Damals in den Augen der "Experten" ein sicheres Zeichen für den bevorstehenden Abstieg.

Alle anderen waren Schönfärber!

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