>

Mi., 11.03.2015

Der Superstart allein wird nicht reichen: eine Bestandsaufnahme Geht es für den SCP über die Relegation?

Stefan Kutschke kreuzt vor dem Leverkusener Tor auf – am Ende bleibt der SCP aber erneut ohne Treffer.

Stefan Kutschke kreuzt vor dem Leverkusener Tor auf – am Ende bleibt der SCP aber erneut ohne Treffer. Foto: Stefan Hörttrich

Von Friedrich-Wilhelm Kröger

Paderborn (WB). Zehn Spiele noch hat der SC Paderborn Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Derzeit belegt er Relegationsplatz 16. Der SCP lebt noch immer vom außergewöhnlichen Start. Aber jetzt muss wieder was kommen. Eine Bestandsaufnahme.

Die Talfahrt bremsen andere

Langsam von ganz oben nach ziemlich weit unten. Aber obwohl die Paderborner 15 ihrer 23 Punkte bereits nach zehn Spieltagen gewonnen hatten und in den 14 Partien danach nur noch acht Zähler hinzufügten, ist der Ofen noch lange nicht aus. Die Talfahrt verläuft zumindest nicht ungebremst, dafür sorgen andere. Brave SCP-Schützenhilfe leisten der SC Freiburg und der VfB Stuttgart auf den Plätzen 17 und 18.

Noch drei direkte Duelle

Das Epizentrum der Abstiegsangst befindet sich demnach in Baden-Württemberg. Das könnte die direkten Duelle mit dem Aufsteiger aus Ostwestfalen zu Auseinandersetzungen auf Biegen und Brechen machen. Paderborn muss noch beim Sportclub in Freiburg antreten. Und vielleicht wird die Partie mit dem VfB nicht nur deswegen zum Endspiel, weil sie am letzten Spieltag (23. Mai) stattfindet. Dritter Rivale aus dem Bereich der Gefährdeten ist zu Ostern in Berlin Hertha BSC. Es hat schon seinen Grund, solche Begegnungen zu Sechs-Punkte-Spielen zu erheben.

Zuerst wartet Frankfurt

Aber erst einmal wird die Mannschaft von André Breitenreiter den Versuch unternehmen, es in Frankfurt wie in Hannover (2:1) zu machen. Die Eintracht hat in der Rückrunde ein deutliches Profil, das eher nicht so für die Gäste spricht: Sind die Hessen auswärts zur Schießbude verkommen, haben sie die Dinge zuhause noch im Griff. Siege gegen Schalke und den HSV, dazu eine bis zur letzten Minute haltende Führung gegen Wolfsburg belegen die Heimstärke.

Die Startelf ist eine Wundertüte

Wer am Samstag um halb vier in Frankfurt auf dem Platz steht, ist im Falle des SCP wie immer offen. Im Grunde verteilt Trainer Breitenreiter nur zwei Stammplätze: An Torhüter Kruse und Kapitän/Abwehrchef Hünemeier. Der Rest hat schon auf der Bank gesessen (manchmal für 90 Minuten) oder wurde gleich komplett aussortiert. Die Startelf als Wundertüte – mitunter auch für die Mannschaft selbst. Breitenreiter passt die Aufstellung den taktischen Gegebenheiten und den Trainingseindrücken der Woche an. Und er reagiert auf Formschwächen: Sind die Leistungsträger im Loch, was gefährlich oft passiert ist, bleiben auch sie draußen. Der Trainer will mit seinen Umbesetzungen Frische, Spannung und Konkurrenzdruck erzeugen. Das ist sein Weg.

Fast nichts aus dem Spiel heraus

Die Wechselspiele haben aber in den vergangenen Wochen außer in Hannover auch nicht zum Erfolg geführt. Es ist ganz einfach: Wer nicht trifft, kann nicht gewinnen. Vor allem tut sich der SCP schwer damit, aus dem Spiel heraus erfolgreich zu sein. Das gab es abgesehen vom Siegtor in Hannover durch Lakic gar nicht mehr und wurde nur durch einen Freistoß sowie einen Elfmeter von Meha plus einem Schalker Eigentor kaschiert. Verständlich, dass die Paderborner die Kritik an ihrer offensiven Begrenztheit nicht mehr hören können, wegzudiskutieren ist sie nicht. Klar war die Leistung gegen Leverkusen ansprechend, doch wie oft musste Schlussmann Leno ernsthaft eingreifen? Nur zweimal. Hinzu kommt, dass es nach einem Rückstand schon einige Male richtig Dickes gab und sich Auflösungserscheinungen breit machten. Das Torverhältnis ist völlig ruiniert.

Rettung auf dem Umweg

Da wird mittlerweile ein sattes minus 23 notiert, das ist wie ein Punktabzug. Einen direkten Abstiegsplatz belegte der SCP – den ersten Wochen sei Dank – aber noch nicht, und wenn's Rang 16 bleibt, so dürfte er sich damit anfreunden. Die Rettung über die Relegation wäre auch die Rettung.

Kommentare

Was sollen denn die anderen 17 Vereine sagen?!

Freiburg hat einen Kader mit einem doppelt so hohem Marktwert wie wir. Stuttgart hat den dreifachen. Wer sagt, dass man mit dem Kader die Klasse halten MUSS, der vergisst, dass man 17 Konkurrenten hat, die in allen Bereichen (Finanzen, Trainingsbedingungen, Erfahrung, ...) meilenweit voraus sind!

Nichtsdestotrotz haben wir sicher ein gute Chance und müssen uns nicht kleiner machen als wir sind. Aber ich gehe davon aus, dass alle in jedem Spiel das Maximum wollen!

Mit diesem Kader muss man die Klasse einfach halten. Die Zeit des Kleinredens von Seiten der Offiziellen muss endlich vorbei sein, keine Mannschaft fällt darauf noch rein. Den Spielern darf der Markel "Undedog" nicht weiter als Erklärung für Niederlagen dienen.

2 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3127264?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F