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Di., 21.04.2015

SCP-Präsident Finke möchte verlängern Immer wieder Spekulationen um Breitenreiter

André Breitenreiter steht noch bis 2016 in Paderborn unter Vertrag, hält seine Zukunftspläne aber offen.

André Breitenreiter steht noch bis 2016 in Paderborn unter Vertrag, hält seine Zukunftspläne aber offen. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Paderborns Trainer André Breitenreiter reagiert auf Spekulationen, die seine Person betreffen, gewohnt gelassen: »Es gibt keinen Kontakt zu anderen Klubs. Ich weiß aber nicht, was in vier Wochen ist.«

Eintracht Frankfurt, Hamburger SV und immer mal wieder auch Hannover 96 – seitdem André Breitenreiter in Paderborn erfolgreich arbeitet, wird er mit anderen Erstligisten in Verbindung gebracht. »Das hat schon Tuchel'sche Züge angenommen«, sagt Präsident Wilfried Finke, der selbst allerdings nur abwarten kann. Sein Trainer steht beim SCP noch bis zum 30. Juni 2016 unter Vertrag, völlig unabhängig davon, in welcher Liga der Klub spielt.

Keine Ausstiegsklausel

Allerdings gibt es eine Ausstiegsklausel. Das heißt: Innerhalb eines festen Zeitfensters kann der 41-Jährige für eine festgeschriebene Ablösesumme gehen. Für Roger Schmidt, der 2012 von Paderborn zu Red Bull Salzburg wechselte, kassierte der SCP eine Million Euro. In einem ähnlichen Rahmen dürfte sich auch die Ablösesumme für Breitenreiter bewegen.

Finke kann sich aber auch eine weitere Zusammenarbeit sehr gut vorstellen. Aktuell will er das sportliche Umfeld mit Gesprächen dieser Art aber nicht belasten. Die volle Konzentration soll dem Kampf um den Klassenerhalt gelten. Danach würde Finke gerne mit dem Chefcoach über eine vorzeitige Verlängerung um zwei Jahre bis 2018 reden: »Wenn wir die sportlichen Wünsche in Einklang bringen können, steht einer langfristigen Zusammenarbeit nichts im Weg.« Ganz abgeneigt scheint auch Breitenreiter nicht zu sein: »Wenn alles gut funktioniert, können wir noch jahrelang zusammenarbeiten.« Manager Michael Born beobachtet ein mögliches Tauziehen um den Trainer ohne Hektik: »Es gab schon viele Spekulationen, aber bis heute nie einen Kontakt und nie eine Anfrage.«

Warum Paderborns erfolgreichster Fußballlehrer der Vereinsgeschichte immer wieder mal in Hannover gehandelt wird, ist schnell erklärt: Er wohnt dort, er hat für 96 gespielt und mit dem Pokalsieg 1992 einen seiner größten Erfolge gefeiert. »Da liegt es doch nahe, dass mein Name schnell genannt wird«, sagt Breitenreiter. Im Moment sind die Dinge kompliziert und spekulativ. Hannover verpflichtetete Michael Frontzeck gestern zunächst für den Rest der Saison und würde ihn im Falle einer erfolgreichen Aktion als Feuerwehrmann auch behalten. Im Falle eines Abstiegs würde der Klub wieder auf Trainersuche gehen und möglicherweise auf Breitenreiter zurückkommen. Das wäre dann aber in der 2. Liga.

»Ich bin kein Wappenküsser«

Breitenreiters »grundsätzliche Einstellung« zum Geschäft liefert immer wieder besten Nährboden für neue Überlegungen rund um seine Person. »Ich bin kein Wappenküsser«, wiederholte er in der NDR-Sendung »Sportclub Stars« seine Einstellung. Für den Ex-Profi gibt es nichts Schlimmeres, als wenn Spieler nach einem Tor zu den Fans laufen, das Vereinswappen auf ihrem Trikot küssen und sich eine Woche später für einen anderen Klub entscheiden. Für ihn werden da Grenzen überschritten: »Ich würde nie etwas versprechen, was ich schon in vier Wochen nicht mehr halten kann.«

Er betrachte das schnelllebige Bundesligageschäft lieber »sachlich und realistisch«. Wörtlich sagt Breitenreiter: »Falls mal ein größerer Klub kommt, wird mir jeder den nächsten Entwicklungsschritt gönnen.« Da schließt er auch seinen aktuellen Arbeitgeber ausdrücklich mit ein: »Ich bin dem SCP dankbar dafür, dass er mir vor zwei Jahren die Chance gegebenen hat, als Trainer in der 2. Liga zu arbeiten. Aber wir haben auch großartige Erfolge gefeiert und den Verein schuldenfrei gemacht. Deshalb bin ich sicher, dass man mir nie Steine in den Weg legen würde.« Vereinschef Finke verweist hier auf die Verträge und sagt: »Es ist alles geregelt. Darüber hinaus würde ich einen Wechsel nicht zusätzlich erschweren.«

Der SCP hat von der DFL die Lizenzen für die 1. und 2. Liga erhalten. Die Zulassung für die Saison 2015/2016 ist nur an infrastrukturelle und personelle Auflagen geknüpft. Erstmals muss der Klub keine wirtschaftlichen Bedingungen erfüllen.

Kommentare

Ablenkung

Klar, dass Hannover oder Hamburg ein Interesse an Unruhe bei uns haben. Und Zeitungen aus Hamburg (BILD) oder BI beteiligen sich natürlich gerne daran.

Ich würde das einfach abwarten. Bei Klassenerhalt bleibt er. Und im unwahrscheinlichen Fall des Abstiegs müsste ein anderer Verein im Sommer ohne Trainer dastehen (Hamburg, Hannover?).

Also ich sehen die Chancen auf den Verbleib sehr, sehr gut, zumal ich Trainern nicht empfehelen würde, Verträge zu brechen. Das verlangen die schließlich auch von ihren Spielern. Das hat also mit Glaubwürdigkeit zu tun.

1 Kommentare

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