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Di., 05.05.2015

Erstarkter SC Paderborn setzt im Abstiegskrimi auf Gelassenheit statt Aktionismus Nur die Ruhe

Trainer André Breitenreiter ballt nach dem Sieg in Freiburg die Fäuste. Der Ligaverbleib ist zum Greifen nah.

Trainer André Breitenreiter ballt nach dem Sieg in Freiburg die Fäuste. Der Ligaverbleib ist zum Greifen nah. Foto: Oliver Schwabe

Paderborn (WB). Es ist noch nicht allzu lange her, der SC Paderborn hatte gerade mit 0:2 bei der Berliner Hertha verloren, da fühlten sich die meisten Experten endgültig bestätigt: Dieser Neuling wird in der 1. Liga nur ein Jahr alt. Vier Spieltage später aber ist es der
frühzeitig abgeschriebene Debütant, der seine Konkurrenten plötzlich alt aussehen lässt.

Mit dem Comeback-Sieg in Freiburg (2:1) hat der SCP sein Interesse an einer weiteren Bundesliga- Spielzeit mit Paderborner Beteiligung auf beeindruckende Weise untermauert. »Je mehr man uns abschreibt, desto stärker werden wir eben«, lautet die Retourkutsche, die Doppeltorschütze Lukas Rupp für alle Kritiker parat hat.

Und in der Tat: Statt sich nach der Niederlage in der Hauptstadt in sein sportliches Schicksal zu fügen, setzte das Team von Trainer André Breitenreiter zur Kehrtwende an. Nach sieben Punkten in den vorangegangenen 13 Partien genügten nun vier Auftritte, um es auf die identische Ausbeute zu bringen. Am 27. Spieltag noch vier Zähler hinter Rang 15 liegend, hat der vermeintliche Zweitligakandidat Nummer eins 270 Minuten vor dem Saisonende nun selbst wieder den ersten Nichtabstiegsplatz eingenommen. Zur Belohnung gab’s zwei trainingsfreie Tage, die die Mannschaft für einige Abstecher zum Frühlingsfest nutzte, ehe von heute an die Konzentration dem Heimspiel gegen Wolfsburg (Sonntag, 15.30 Uhr) gilt.

»Ruhe statt Aktionismus«

Während nach dem Hamburger SV (Rotenburg an der Wümme), nun auch Hannover 96 (Klosterpforte Marienfeld) zu einem Kurztrainingslager aufgebrochen ist, schöpft der SC Paderborn weiterhin aus der Ruhe die Kraft. »Wir wollen nicht in Aktionismus verfallen, sondern das aufrecht erhalten, was uns in den vergangenen Wochen ausgezeichnet hat. Es ist natürlich nicht immer einfach, ruhig zu bleiben, aber keine Frage, diese Ruhe könnte letztlich unser großes Plus sein«, sagt Manager Michael Born.

Auch so vollmundigen Verlautbarungen, wie sie jetzt vom Ligaletzten VfB Stuttgart zu vernehmen sind, begegnet der 47-Jährige mit dem bewährten Mix aus betonter Gelassenheit und gesundem Selbstbewusstsein. »Wir gewinnen die Heimspiele gegen Hamburg und Mainz und haben dann ein Endspiel in Paderborn – so einfach ist das«, behauptet VfB-Sportvorstand Robin Dutt glatt. Auf ein zustimmendes Nicken von Born sollte er nicht warten. Der verweist lieber auf die vier Punkte Vorsprung auf die schwankenden Schwaben und seine Erinnerungen an die Hinrunden-Duelle mit den vor dem Stuttgart-Spiel noch wartenden SCP-Gegnern. »Wir haben beim VfL Wolfsburg 1:1 gespielt, gegen Schalke ein Spiel verloren, das wir hätten gewinnen müssen und werden erneut versuchen, das Bestmögliche herauszuholen.« Und Dutt zu widerlegen.

Abgesehen vom Hinweis darauf, dass sich der HSV mit sechs Punkten in Serie und dem Heimspiel gegen Freiburg vor Augen in eine glänzende Lage versetzt habe, verbittet sich Born Prognosen in diesem Kellerkrimi. In Paderborn weiß man genau, wie schnell Abgeschriebene plötzlich wieder auf der Rechnung stehen.

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