Paderborn kämpft noch um den Relegationsplatz und muss auf Schalker Hilfe hoffen
Letzter – aber nicht am Ende

Von Matthias Reichstein

Gelsenkirchen(WB). Dass dieses 0:1 auf Schalke ein besonderes Spiel mit einem besonderen Ergebnis war, zeigte schon der direkte Blick auf die Tabelle: Der SC Paderborn ist zum ersten Mal Letzter der Liga – aber noch lange nicht am Ende. Auch wenn die Chancen auf den Klassenerhalt nur noch gering sind.

Montag, 18.05.2015, 17:35 Uhr aktualisiert: 18.05.2015, 18:24 Uhr
Paderborn kämpft noch um den Relegationsplatz und muss auf Schalker Hilfe hoffen : Letzter – aber nicht am Ende
Paderborner Versammlung nach dem Abpfiff: Sie soll helfen, diese bittere Niederlage zu verdauen. Foto: Stafen Hörttrich

»Die Enttäuschung ist sehr groß und es wird Tage dauern, die Köpfe frei zu bekommen«, sagte André Breitenreiter direkt nach dem Abpfiff einer Partie, die die Ostwestfalen nie verlieren durften. Mit einem Tag Abstand folgte diese Einschätzung von Paderborns Trainer: »Der Weg ist für uns so weit wie noch nie. Aber das Ziel ist noch zu erreichen und wenn diese Sensation eine Mannschaft schaffen kann, dann wir.«

Nur neun Tore in 16 Spielen

Der Glaube an die eigene Stärke ist noch da, weil der SC Paderborn verunsicherten, nervösen und gehemmten Gastgebern in Durchgang eins in allen Belangen überlegen war. Der seit Samstag stark abstiegsgefährdete Aufsteiger fand nur keinen Weg, den Ball auch ins Netz des Gegners zu befördern. Moritz Stoppelkamp (7./22./43.), Lukas Rupp (12./31.) und Marvin Bakalorz (34.) machten einmal mehr Paderborns größtes Problem in der Rückrunde deutlich: die Chancenverwertung. Nur neun Tore in 16 Spielen sind bei aller fußballerischen Qualität nicht bundesligatauglich. »Uns fehlt die letzte Effektivität«, kommentierte Manager Michael Born diese Zahlen.

Im zweiten Abschnitt wurde die Partie offener, weil Schalkes Trainer Roberto Di Matteo Julian Draxler brachte. Der Weltmeister sorgte für etwas mehr Belebung, zwang Lukas Kruse (46.) auch zu einer ersten Glanztat. Sead Kolasinac (48.) legte noch einmal nach, doch das war's dann wieder für ganz lange Zeit. Paderborn machte weiter Dampf, Paderborns Pechvögel im Angriff hatten diesmal nur andere Namen: Süleyman Koc (60.), Stefan Kutschke (70.), Elias Kachunga (79.) und Mario Vrancic (82.). Sie lieferten weitere Belege, wie gut der SCP das Umschaltspiel beherrscht. Aber leider auch, wie wenig diese Mannschaft daraus macht.

Rabenschwarzer Tag

»Die Jungs haben unser Vorhaben perfekt umgesetzt. Wir haben dem Gegner kaum Luft zum Atmen gegeben«, lobte Breitenreiter seine Spieler. Damit kann er aber nur das perfekte Spiel bis zum Strafraum der Gäste gemeint haben. Denn viel Mut, große Spielfreude und den nötigen Zug zum Tor – das alles zeigte der SCP, wurde am Ende aber für seine miserable Torquote ganz besonders bitter bestraft. Dass letztlich ein Eigentor des Kapitäns die Partie entschied, passte zu dem ohnehin schon rabenschwarzen SCP-Tag. Nach einer Hereingabe von Tranquillo Barnetta (88.) blieb Uwe Hünemeier im Luftkampf mit Klaas-Jan Huntelaar zwar Sieger, beförderte den Ball aber ins eigene Netz.

Hoffen auf die Relegation

Die tabellarischen Konsequenzen konnten nach dem 0:1 mit Platz 18 nicht schlimmer sein. Weiter nach unten geht es in dieser Liga nicht mehr. Jetzt darf der SC Paderborn nur noch auf die Relegation hoffen und hat dabei auch das Heft des Handelns nicht mehr in eigener Hand. Denn ein Sieg am Samstag gegen den stark formverbesserten VfB Stuttgart allein reicht nicht mehr aus, auch der HSV darf sein Heimspiel gegen Schalke nicht gewinnen. Dann würden die Liga-Dinos aus Hamburg und Stuttgart direkt absteigen, Paderborn dürfte dagegen noch gegen den Dritten der 2. Liga nachsitzen. »Wir geben erst auf, wenn es wirklich zu Ende ist«, klammerte sich Vizepräsident Martin Hornberger an diesen letzten Strohhalm. Ähnlich wie der Fußball-Funktionär sahen es auch die Spieler: »Das war's noch nicht. Wir wissen, was alles im Fußball passieren kann«, sagte Christian Strohdiek fast trotzig und hoffte auf Hilfe von ganz oben: »Vergangenes Jahr war der Fußballgott auch auf unserer Seite. Warum nicht auch diesmal?« Mehr auf das Sportliche beschränkte sich der Torwart. »Wir werden alles reinhauen und schauen, was rauskommt. Mit unserer Leistung von heute können wir Stuttgart schlagen.« Die Einschätzung von Lukas Kruse ist ohne Frage richtig, aber dafür braucht es mindestens ein Paderborner Tor.

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