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Do., 04.06.2015

Paderborns Außenstürmer hat konkrete Angebote aus der 1. Liga Zwei Millionen? Auch Koc geht

Der nächste Stammspieler geht: Süleyman Koc verlässt den SC Paderborn.

Der nächste Stammspieler geht: Süleyman Koc verlässt den SC Paderborn. Foto: Stefan Hörttrich

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Der Nächste, bitte:  Bundesliga-Absteiger SC Paderborn verliert  noch einen Stammspieler: Auch Süleyman Koc wird den Verein verlassen. Der 26-Jährige hat Angebote von mehreren  Erstligisten aus dem In- und Ausland vorliegen.

Diesmal verdient der SCP aber kräftig mit. Etwa zwei Millionen Euro dürften die Ostwestfalen bei dem Transfer kassieren. Zum Vergleich:  Koc kam im Januar 2014 für nur 65 000 Euro Ablöse vom Viertligisten SV Babelsberg.

Die Erstligisten stehen zurzeit Schlange und machen dem Europa-League-Teilnehmer FC Augsburg (WB vom 13. Mai)  Konkurrenz. Bei dem  Ligafünften steht Koc  schon seit einigen Monaten  auf der Liste. Manager Stefan Reuter und Chefscout Stephan Schwarz hatten den Außenstürmer zuletzt bei Paderborns 1:3-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg beobachtet.

Nach dem  Klassenerhalt am Montag  verstärkt  auch der Hamburger SV seine Planungen für den Umbau der Mannschaft  und hat    ebenfalls  Koc-Berater René Deffke kontaktiert. Dem Ex-Profi, nebenbei  Trainer des Landesligaaufsteigers BV Bad Lippspringe, sollen aber auch Anfragen von   Vizemeister VfL Wolfsburg, Aufsteiger FC Ingolstadt, Hertha BSC Berlin und dem 1. FC Köln vorliegen.

Alle genannten Klubs müssten allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen.  Koc  hat seinen Vertrag in Paderborn  erst Ende März  bis 2018 verlängert. Darin ist zwar eine Ausstiegsklausel für die 1. Liga enthalten, nach WESTFALEN-BLATT-Informationen wurde  die Ablösesumme aber nicht festgeschrieben. Sein aktueller Marktwert von etwa zwei  Millionen Euro  scheint bislang  keinen Klub abzuschrecken.

Im Gegenteil: Mit dem  türkischen Meister Galatasaray und Vizemeister Fenerbahce Istanbul sind zwei Vereine aus dem Ausland in den Poker eingestiegen. Bei beiden Klubs lockt nicht nur die Aussicht auf die Champions League. Mit einem Wechsel in die Türkei würde der Deutsch-Türke auch in die Heimat seiner Eltern zurückkehren.

Manager Michael Born will sich zum bevorstehenden Wechsel von Koc nicht äußern. Trainer André Breitenreiter sagte vergangene Woche gegenüber dieser Zeitung: »Wir sind ein Ausbildungsverein. Jeder, der die Chance hat, in der 1. Liga zu spielen, muss das machen.« Präsident Wilfried Finke stellte direkt nach dem Abstieg klar: »Sollte es Angebote geben, wäre ich bei jedem verhandlungsbereit. Das ist immer nur eine Frage der Größenordnung, und es könnte keine Situation eintreten, die mich schocken könnte.«

Sollte Koc den SCP  für annähernd zwei  Millionen Euro verlassen, wäre das kein neuer Rekord für den Verein: Im Juli 2012 kaufte der englische Zweitligist Hull City Paderborns Torschützenkönig Nick Proschwitz (17 Treffer) für 2,7 Millionen Euro. Allerdings blieben den Ostwestfalen damals netto »nur« 1,55 Millionen Euro. Die restlichen 1,15 Millionen Euro  mussten für Provisionen ausgegeben werden. Proschwitz kassierte 400.000 Euro, sein Berater weitere 300 000 Euro,  und  der FC Luzern  als Ex-Klub des Mittelstürmers bekam noch 300 000 Euro ab. Auch die Fifa ging nicht leer aus. Da es sich um einen internationalen Wechsel handelte, erhielt der Verband 150.000 Euro.

Kommentare

Zweifelslos schade

Alles Gute, Sülo! Aber es gilt nach wie vor a) wir haben noch jeden ersetzt, auch wenn für viele das Ende bevorzustehen schien (Owomoyela, Goofy, Ndjeng, Brouwers, Kumbela, Masuch, Proschwitz, Brandy, Alushi, Gonther, Mohr, Taylor, Kempe, Demme, Pavel, Jos, Roger) - im Gegenteil: meistens wurde es nur noch besser - und b) wer weg will, sollte nicht zum Bleiben gezwungen werden (Motivation).

Dazu kann man gegen Ausstiegsklauseln ohnehin nichts machen. Abgesehen davon sind wir selbst bei Schuldenfreiheit nach wie vor nicht in der Situation, Millionenablösen abzulehnen! Ablösen sind nicht nur eins der vier legitimen Einnahmequellen neben Sponsoren, TV und Zuschauern sondern eben auch Vereinsphilosophie (junge Spieler günstig holen und sie entwickeln - am besten so gut, dass große Vereine sie auch gerne hätten).

Wenn große Vereine unsere Spieler NICHT wollten, DANN und nur dann hätten wir was falsch gemacht!!! Nur schlechte Spieler will niemand... Wir haben offenbar Leute, die diese Talente erkennen, bevor sie andere erkennen, sonst würden die großen Vereine sie ja gleich holen.


Fußball ist ein hartes Geschäft im finanziellen Abnutzungskampf, bei dem Risiken immer vorhanden sind. Da der sportliche Erfolg schwer planbar ist, muss man, um überleben zu können, finanziell gesund bleiben. Das ist die einzige Überlebensgarantie!

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