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Do., 03.03.2016

SCP-Präsident äußert sich zur Entlassung von Stefan Effenberg - René Müller ist neuer Paderborner Trainer - Saglik wird begnadigt Finke: »Nicht mehr erträglich«

Der Verein erklärt die Entlassung (von links): Manager Michael Born, Präsident Wilfried Finke, Pressesprecher Matthias Hack und der neue Cheftrainer René Müller.

Der Verein erklärt die Entlassung (von links): Manager Michael Born, Präsident Wilfried Finke, Pressesprecher Matthias Hack und der neue Cheftrainer René Müller. Foto: Jörn Hannemann

Paderborn (WB/sba). Nach fünf Monaten ist das Kapitel Stefan Effenberg beim SC Paderborn wieder beendet. Am Donnerstagmittag äußerte sich der Verein dazu auf einer Pressekonferenz. Zudem wurde der neue Trainer René Müller vorgestellt.

Am späten Mittwochabend hatte der Klub die Trennung von Effenberg bekannt gegeben. »Ich habe mir Gedanken über die Geschehnisse der vergangenen Wochen und Monate gemacht. Über die sportliche Entwicklung und die Nebengeräusche. Das alles war am Ende für mich nicht mehr erträglich. Die Inhalte in den Medien waren alle negativ. Ich habe gespürt, dass das Fass übergelaufen ist. Ich konnte es nicht mehr ertragen, dass der SC Paderborn bundesweit immer in solchen Zusammenhängen auftaucht. Wir drohten zum SC Effenberg zu degenerien. Deshalb habe ich mich entschieden, die Zusammenarbeit mit Herrn Effenberg zu beenden«, erklärte SCP-Präsident Wilfried Finke, der von der spanischen Insel Mallorca eingeflogen war.

Finke hatte Effenberg am Mittwochabend per Telefon mitgeteilt, dass sich der Verein zu der Entlassung entschlossen habe. Es sei ein »vernünftiges Gespräch gewesen. Stefan Effenberg hat in gewohnt professioneller Art geantwortet.« Noch am Abend hat Effenberg seine persönlichen Sachen aus der Trainerkabine geholt und der Mannschaft eine Nachricht hinterlassen. Das erste Training nach der Entlassung stand am Donnerstagnachmittag an.

»Verwunderlich war die Verwandlung der Mannschaft vom guten Spiel gegen Leipzig zum Spiel in Karlsruhe. Das in Karlsruhe war blutleer. Die Hoffnung, mit Effenberg die Kurve zu kriegen, war mit Karlsruhe zunichte gemacht worden. Danach war ich ratlos«, merkte Finke an. Manager Michael Born sagte: »Am Ende haben natürlich die Ergebnisse gefehlt. Und wir brauchen Punkte, um unsere Ziele zu erreichen.«

»Addition der Dinge entscheidend«

Am Ende sei aber »die Addition der Dinge« entscheidend gewesen, sagte Finke: »Ich habe die Begleitumstände unterschätzt, was die Person Effenberg betrifft. Auch die Nebengeräusche aus München«, womit der Präsident Effenbergs Frau Claudia gemeint haben dürfte, ärgerten Finke. Claudia Effenberg hatte sich zuletzt immer wieder per Twitter zu Wort gemeldet und dort etwa einen Schiedsrichter hart kritisiert.

Auch Effenbergs nicht mehr gültige Trainerlizenz habe den Klubchef in seinen »Grundfesten erschüttert. So etwas kann ich als Trainer nicht ignorieren, wenn ich in diesem Job langfristig seriös arbeiten will«, betonte Finke.

Über Vertragsmodalitäten und finanzielle Optionen will der Klub erst in den kommenden Tagen mit dem entlassenen Trainer sprechen.

Müller übernimmt und begnadigt Saglik

»Sie können sich sicher sein, dass ich mit vielem gerechnet habe. Aber nicht damit, dass am Mittwoch um 22 Uhr mein Telefon klingelt und ich von den Entwicklungen erfahre. Ich habe Herrn Finke dann schnell zugesagt, dass ich Cheftrainer der Profis des SC Paderborn werden möchte«, erklärte der neue Coach René Müller, der bereits zweimal als Interimstrainer beim SCP eingesprungen ist und bislang das Nachwuchsleistungszentrum des SC Paderborn leitete. Müller betonte: »Wir müssen jetzt schnell, alle gemeinsam, ein Wir-Gefühl entstehen lassen.«

Überraschend hat Müller als erste Amtshandlung den bislang suspendierten Stürmer Mahir Saglik begnadigt. »Wer ihn kennt weiß, dass er noch zu einem entscheidenden Faktor werden kann«, begründete Müller seine Entscheidung.

Effenbergs Co-Trainer Sören Osterland soll dem SCP erhalten bleiben. Finke: »Wir möchten gerne, dass er weiter für den Verein weiter arbeitet. Wir haben ihm angeboten, die U19 zu trainieren.« Der bisherige U19-Coach Markus Feldhoff rückt als Co-Trainer ins Profiteam auf.

Kommentare

SC Effenberg

Aus dem SC Effenberg wird hiermit wohl wieder der SC Finke...Naja das kennt man vom besagtem Herren ja schon das der meistens mit dem Wind redet. Aber von Mallorca aus kann man ja Spiele im Stadion und Stimmung in der Mannschaft beurteilen. haha ironie...Aber nix desto trotz war es ja klar das nur eines dieser beiden "Alpha"-Tiere überleben wird. Das es aber dieses Ist, was immer schön die Geldbörse öffnet wird ja nur zufall sein.

Effenberg Entlassung

Man sollte die Spieler in die Pflicht nehmen. Herr Effenberg ist Profi leider die Spieler des SCP überhaupt nicht.
Ausserdem hat Herr Born einen total überschätzen Fussballverstand.
Man kann nur hoffen das der SCP in der dritten Liga wieder seine Wurzeln wie Team und Kampfgeist zurückfindet.

Fernsehgericht hat getagt

Die Analyse des Herrn Finke strotz erwartungsgemäß nur so vor Selbstkritik ;-)
Osterland wird sich freuen - wer schon Regionalliga und die U23 eines Bundesligisten trainiert hat, für den ist die A-Jugend in Paderborn natürlich ein Quantensprung.

Die Suspendierungen waren also auch eher Finkes Empfinden entsprungen und Effenberg mußte sie sich vorsetzen lassen...

Vielleicht lernt man auch daraus, indem man zukünftig vor der Verpflichtung eines Trainers fragt, ob er eine gültige Lizenz hat?

Und daß sich Frau Effenberg via Twitter melden würde.... grenzwertig, aber sie tut es als "Privatperson" und war es so unvorhersehbar? Als sie anfangs dem Präsidenten im Stadion um den Hals fiel, war es doch auch nicht unangenehm, oder?

Und letztlich: Finke hat all seine Eindrücke aus dem Fernsehen.... Es ist feine Ironie: ausgerechnet Sky- Übertragungen kosten deren Ex-Mitarbeiter den Job. Das Fernsehgericht hat getagt...

3 Kommentare

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