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Di., 10.05.2016

SCP-Coach Müller kündigt »Vollgas« gegen Nürnberg an – 1860 will Schützenhilfe leisten Nur zwei Versprechen bleiben

Trainer René Müller glaubt weiter an die Rettung.

Trainer René Müller glaubt weiter an die Rettung. Foto: Oliver Schwabe

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Vor der Niederlage in der Fröttmaninger Arena hatte der SC Paderborn noch eine realistische Chance auf den Klassenerhalt. Zumindest der Umweg über die Relegation und die Würzburger Kickers erschien wie eine erspielbare Option. Nach dem 0:1 (0:0) gegen die Löwen gibt es jedoch kaum noch Hoffnung. Lediglich zwei Versprechen sind geblieben.

Eines gibt es von SCP-Trainer René Müller. »Die Fakten sind eindeutig. Wir sind auf die Ergebnisse der Konkurrenz angewiesen, aber alles Jammern hilft jetzt nichts. Im Sport ist bis zur letzten Minute alles möglich und ich verspreche für das letzte Spiel am Sonntag gegen Nürnberg eine Vollgas-Veranstaltung.« Erst muss die Hausaufgabe erledigt werden, dann sich zeigen, ob auf die Zweitligakonkurrenz Verlass war. Die Aussichten auf überzeugende fremde Hilfe sind allerdings überschaubar. Zwar werden sich wahrscheinlich auch die Clubberer am letzten Spieltag weniger mit dem Schicksal des SCP als vielmehr mit ihren anstehenden Relegationsspielen um die Erstligarückkehr beschäftigen, aber auch bei den Gegnern der noch überholbaren Kellerrivalen MSV Duisburg (Heimspiel gegen Aufsteiger Leipzig) und FSV Frankfurt (Heimspiel gegen die Löwen) scheint die Motivation nicht übermäßig groß. Für die Leipziger geht es allenfalls um einen standesgemäßen Abschied aus Liga zwei. Inwieweit sie nach der Aufstiegsfeier noch dazu in der Lage und vor allem auch gewillt sind, die um die Existenz kämpfenden Meidericher zu ärgern, bleibt abzuwarten.

Kampf um die letzte Chance mutiger angehen

Einen Hauch ermutigender sind da die Beweggründe, die die Sechziger antreiben könnten, sich in Frankfurt erheblich zu wehren. Zum einen sind die Blauen 14. und wollen es bleiben, um in der ersten Runde des DFB-Pokals im Topf der 32 Hochkaräter zu landen und ein vermeintlich leichteres Los zu bekommen. Zum anderen ist da Trainer Daniel Bierofka, der die gemeinsame Münchener Zeit mit Moritz Stoppelkamp noch nicht vergessen hat, aber auch unabhängig davon nicht mit dem Begriff Wettbewerbsverzerrung in Verbindung gebracht werden möchte und das zweite Versprechen formuliert: »Einerseits ist es doch Ehrensache, dass wir alles in die Waagschale werfen. Andererseits wünsche ich Moritz, dass ihm doch noch der Klassenerhalt gelingt.« Dass »Stoppel« auch im beinahe unvorstellbaren Fall des Ligaver­bleibs eher kein Paderborner bliebe, steht auf einem anderen Blatt. Dass »Biero« seinem Team einen freien Montag geschenkt hat und erst am Dienstagnachmittag wieder zum Training bittet, ebenfalls.

Unstrittig ist, dass der SCP den Kampf um die allerletzte Chance mutiger wird angehen müssen als die Partie in München. Mittelfeldmann Dominik Wydra war nicht der einzige, der eine angriffslustigere Aufstellung erwartet hätte. »Wir hatten viele gefährliche Flanken, aber uns haben im Strafraum die Anspielmöglichkeiten gefehlt«, sagte der Österreicher zur Formation, die bis zur Einwechslung von Nicklas Helenius (75.) ohne gelernten Stürmer auf Zählbares aus war.

In Ruhe auf das Nürnberg-Spiel vorbereiten

Das war auch ein Thema unter den aufgebrachten Anhängern, die den SCP am Sonntagabend am Flughafen Paderborn-Lippstadt alles andere als herzlich in Empfang nehmen wollten. »Nach der Landung wurden wir darüber informiert, dass einige Fans an den Autos warten könnten, doch als wir etwas später draußen waren, hatte sich die Situation dank der Polizei entspannt und wir konnten in Ruhe nach Hause fahren«, sagte Teammanager Ole Siegel.

In relativer Ruhe gilt es, sich nun auf das Nürnberg-Spiel vorzubereiten, bei dem Sebastian Schonlau gelbgesperrt fehlen wird. Der leicht angeschlagene Hauke Wahl (Oberschenkelprobleme) steigt am Mittwoch wieder ins Training ein. Bei Thomas Bertels (Tritt auf die Narbe an der Ferse) bedarf es noch einiger weiterer Untersuchungen.

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