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Do., 12.05.2016

Paderborn halbiert Etat bei Abstieg – Unternehmer für Mitarbeit gesucht Viele Fragen, kaum Antworten

Der erfolgreiche Paderborner Unternehmer Ralf Hämmerling könnte sich vorstellen, sich beim SCP wieder zu engagieren.

Der erfolgreiche Paderborner Unternehmer Ralf Hämmerling könnte sich vorstellen, sich beim SCP wieder zu engagieren. Foto: Jörn Hannemann

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Welche Liga, welche Spieler, welcher Trainer? Rund um den stark abstiegsbedrohten SC Paderborn gibt es viele Fragen, aber kaum Antworten.

Auch die Führungsspitze beim SCP steht augenscheinlich vor großen Veränderungen. So ist Vereinschef Wilfried Finke, erst am 30. November 2015 vom Aufsichtsrat bis 2018 erneut zum Präsidenten ernannt, amtsmüde. Er deutete im März einen möglichen Rücktritt als »ernsthafte Option« an. Die gelte zwar nur bei Klassenerhalt, der Club ist zurzeit aber intensiv darum bemüht, weitere Unternehmer aus der Region für eine aktive Mitarbeit im Verein zu gewinnen. Einer ist Ralf Hämmerling. Der 59-jährige Chef der Hämmerling-Gruppe (mehr als 500 Mitarbeiter, 100 Millionen Euro Jahresumsatz) mit Firmensitz in Paderborn-Sennelager gehört dem Verein seit mehr als 30 Jahren an und war bis 2004 als Vizepräsident einer der Entscheidungsträger. »Es hat ein Gespräch gegeben, aber wir reden nicht über eine mögliche Präsidentschaft. Mein Tag hat auch nur 24 Stunden, ich bin sehr engagiert im Unternehmen und das soll auch so bleiben.«

Wirtschaftliche Folgen bei Abstieg wären dramatisch

Ob Hämmerling sich künftig in anderer Form wieder engagiert, ließ er am Mittwoch offen: »Das möchte ich überhaupt nicht ausschließen. Es sollen sich wohl viele Dinge im Verein verändern, aber das werde ich in den kommenden Wochen mal alles in Ruhe auf mich zukommen lassen. Noch ist der SCP ein Zweitligist und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.« Hämmerling selbst plant für Sonntag einen Besuch in der Arena und will vor Ort das letzte Punktspiel gegen den 1. FC Nürnberg beobachten. »Ich hoffe, es wird kein Drama und ich drücke dem SCP die Daumen. Die 2. Liga würde vieles einfacher machen, aber die Chancen sind natürlich nur noch sehr gering.«

Sollte der SCP absteigen, wären die wirtschaftlichen Folgen dramatisch. Der Verein würde zum Beispiel statt 10 Millionen Euro nur noch 750 000 Euro TV-Geld kassieren. Auch der Vertrag mit dem Berliner Haupt- und Trikotsponsor kfzteile24 GmbH würde auslaufen. Der Gesamtetat der Ostwestfalen, der in dieser Saison bei etwa 22 Millionen Euro lag, würde auf knapp 10 Millionen Euro fallen und damit mehr als halbiert.

Erst nach dem letzten Spieltag am Sonntag will der Club bekannt geben, wer die Mannschaft künftig trainiert. Hier deutet allerdings alles auf eine weitere Zusammenarbeit mit Chefcoach René Müller hin. Vertragsgespräche wurden mittlerweile auch mit Sebastian Schonlau, Michael Heinloth und dem von Borussia Dortmund ausgeliehenen Khaled Narey geführt.

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Verluste auch beim Marktwert

Ebenso schlimm oder schlimmer wie die Verluste bei den TV-Geldern sind auch die Verluste bei den Marktwerten (lt. Transfermarkt immerhin noch 15 Mio. Euro), da die Stammspieler wie Bakalorz, Koc, Stoppelkamp, usw. ablösefrei gehen können. Beim Klassenerhalt würden die sonst wenigstens noch gutes Geld für den Neuaufbau in die Kassen spülen. Der Gesamtverlust beim Abstieg dürfte wohl die 25. Mio. übersteigen (TV-Geld, Marktwert, geringe Zuschauereinnahmen, geringere Sponsoreneinnahmen, usw.)

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