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So., 15.05.2016

Die Chronik des vorerst letzten Zweitliga-Spiels der Paderborner Abstieg vom letzten Tabellenplatz

Klare Worte der enttäuschten Fans.

Klare Worte der enttäuschten Fans. Foto: Jörn Hannemann

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Zu Hause hat der SC Paderborn am Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg gespielt. Die letzte Hoffnung auf den Klassenerhalt wurde dabei durch die 0:1-Niederlage zerschlagen. Die Chronik des Spiels.

 

18.14 Uhr (nach der Pressekonferenz zum Spiel): »Es herrscht Leere im Kopf«:So wie Thomas Bertels geht es wohl allen Spielern in Reihen des Zweitliga-Absteigers. Für Moritz Stoppelkamp fühlt sich dieser Abstieg nioch erheblich schmerzhafter an als der aus der 1. Liga vor einem Jahr: »Weil weder zu Beginn noch in der Mitte der Saison jemand damit gerechnet hat, dass wir absteigen. Wir haben die Euphorie, die der Erstliga-Aufstieg entfacht hat, mit nur einer Saison komplett zunichte gemacht.« Bertels richtete den Blick aber auch schon wieder nach vorne: »Jetzt gilt es hier eine Mannschaft zusammenzustellen, die die Bezeichnung Mannschaft auch verdient hat, und den Wiederaufstieg in Angriff zu nehmen.«

17.24 Uhr: Jetzt wagt die Mannschaft doch noch den Gang zu den Fans und wird mit zwiespältigen Reaktionen empfangen. Von der einen Hälfte des Anhangs gibt's Applaus, von der anderen jede Menge Unmutsbekundungen.

17:20 Uhr (Spielende): Schlusspfiff in Paderborn. Ein Jahr nach dem Erstliga-Abstieg ist der SCP auch kein Zweitligist mehr. »Ihr Versager« steht auf einem Banner, das die Fans ausgerollt haben. Versagt haben in dieser Saison aber nicht nur die Spieler, die sich mit gesenkten Köpfen in Richtung Kabine verabschieden.

17.16 Uhr: Edmond Kapllani trifft in Frankfurt erneut per Elfmeter und zur 2:1-Führung. »Wir steigen auf und ihr steigt ab«, singen die Nürnberger Fans, Der Paderborner Anhang lässt seinem Frust mit dem Abrennen von Pyrotechnik freien Lauf.

17.13 Uhr: Da ist es passiert. In Paderborn fällt das erste Tor, aber es fällt für denm FCN. Der eingewechselte Cedric Teuchert trifft zum 1:0 für Nürnberg (86.) und schießt den SCP – vorbehaltlich eines kapitalen Fußball-Wunders – in die 3. Liga. Nach 1983 und 2008 werden die Paderborner, in der Vorsaison noch Erstligist, zum dritten Mal in der Drittklassigkeit verschwinden.

17.09 Uhr: Auch die neunte Ecke für den SCP bleibt folgenlos, weil Tim Sebastian am langen Pfosten einen Hauch zu spät kommt. Nach Ecke Nummer zehn ist es Stoppelkamp, der den Ball über das Tor befördert. Stichwort Tor: Die Paderborner haben nur  noch sieben Minuten, um eines zu erzielen und dann darauf hoffen zu dürfen, dass auch Leipzig in Duisburg trifft.

17.06 Uhr: Letzter Wechsel beim SCP: Christian Bickel löst Süleyman Koc ab (79.).

17.02 Uhr: Ist das der Abstieg? Giorgi Chanturia bringt den MSV Duisburg gegen Leipzig in Führung. Jetzt wäre für den SCP selbst ein Dreier gegen Nürnberg nutzlos.

17 Uhr: 17 Minuten vor dem Ende der nächste  Tausch bei den Gastgebern. Der Kapitän Marvin Bakalorz geht von Bord. Dauerläufer Thomas Bertels soll für noch mehr Offensivkraft sorgen.

16.56 Uhr: Jetzt wechselt auch der SCP zum ersten Mal. Mahir Saglik hätte ohnehin kommen sollen, doch da sich Nicklas Helenius kurz zuvor verletzt hat, stürmt er nun nicht mit dem Dänen, sondern statt des Dänen (67.). Die Nürnberger denken derweil immer mehr an Frankfurt und haben ihr Wechselkontingent schon ausgeschöpft. Lukas Mühl ersetzt Rurik Gislason.

16.49 Uhr: Welch eine Konterchance. Vier Paderborner stürmen auf zwei Nürnberger Verteidiger zu, doch der Abschluss von Stoppelkamp ist nur als hamrlos zu bezeichnen (62.). 

16.46 Uhr: Ausgleich in Frankfurt. Ausgerechnet der Ex-Paderborner Edmond Kapllani trifft per Elfmeter zum 1:1 und stellt alles wieder auf Anfang. In Paderborn wechselt der FCN schon zum zweiten Mal. Für Danny Blum spielt nun Cedric Teuchert.

16.45 Uhr: »Steht auf, wenn ihr Paderborner seid!« – An der Unterstützung von den Rängen scheitert es nicht, aber noch immer will der Ball nicht ins Tor. Diesmal ist es Kevin Stögers Flachschuss, den Schäfer glänzend abwehrt (58.).

16.43 Uhr: Erster Wechsel bei den Gästen. Stürmer für Stürmer.  Für Niclas Füllkrug kommt Guido Burgstaller (56.), aber gefährlich ist nur der SCP. Koc vergibt aus spitzem Winkel die nächste Möglichkeit.

16.35 Uhr: Gute Nachrichten aus Frankfurt: 1860 ist dank Valdet Rama mit 1:0 in Führung gegangen. Damit ist Frankfurt nun Letzter und der SCP auf Rang 17 vorgerückt.

16.30 Uhr: Weiter geht's. Die zweite Hälfte beginnen beide  Mannschaften unverändert. Nur noch 45 Minuten plus Nachspielzeit ist der SCP von der 3. Liga entfernt. Die Hoffnungen auf ein SCP-Tor könnten größer sein. In den bisherigen 16 Heimspielen durften die Fans erst 13-mal über einen Treffer jubeln.

16.16 Uhr: Nach der einminütigen Nachspielzeit pfeift Ittrich die torlose erste Halbzeit ab. In der virtuellen Tabelle hat sich nichts verändert. Der SCP ist und bleibt Letzter, ist dem zweiten Abstieg in Folge nur 45 Minuten näher als vor dem Anpfiff. Um sich die dringend benötigte Führung zu verdienen, mangelte es an der Genauigkeit im Abschluss. Wenn es gefährlich wurde, hatte Moritz Stoppelkamp seine Füße im Spiel, aber  Paderborns erfolgreichster Torjäger in dieser Saison muss noch auf seinen siebten Treffer warten.

16.10 Uhr: Die Benteler-Arena ist erstmals in diesem Jahr ausverkauft. 15.000 Zuschauer sind Zeugen dieses noch immer torlosen Kellerkrimis.

16.05 Uhr: Auch wenn die Paderborner Verantwortlichen dafür gesorgt haben, dass auf der Anzeigetafel keinerlei Ergebnisse eingeblendet werden: Natürlich ist hier jeder über die Zwischenstände in den anderen Stadien informiert.

16.00 Uhr: Der MSV Duisburg und der FSV Frankfurt sind bislang so nett, den SCP nicht weiter unter Druck zu setzen. Das heißt weiterhin: Ein Tor genügt den Paderbornern derzeit, um auf Rang 16 zu klettern.

15.55 Uhr: Mittlerweile ist deutlich zu sehen, für wen es in dieser Begegnung um alles geht. Der SCP macht Druck, aber noch kein Tor. Auch Stoppelkamps Fernschuss (23.) ist nicht präzise genug.

15.48 Uhr: Die nächsten guten Möglichkeiten. Erst trifft Moritz Stoppelkamp fünf Meter vor dem Tor den Ball nicht richtig, im Gegenzug scheitert Danny Blum an Heuer Fernandes. 

Fans machen ihrer Wut luft. Foto: Jörn Hannemann

15.45 Uhr: Eine Viertelstunde ist jetzt vorbei. Die Situation ist unverändert. Wie in Paderborn ist auch in Duisburg und Frankfurt noch kein Tor gefallen.

15.40 UhrIn der achten Minute aber haben auch die Gastgeber ihre erste Gelegenheit: Nicklas Helenius kommt ausgesprochen frei zum Schuss, verfehlt das Tor der Nürnberger aber knapp. Das Signal zum Angriff. Der SCP spielt plötzlich mutig nach vorne und geht in Führung: 3:1 nach Ecken.

15.36 Uhr: Das kann nicht wirklich überraschen: Der SCP macht in den ersten fünf Minuten den Eindruck, den man von einer Mannschaft, für die es um alles geht, erwarten muss: Das Team von Trainer René Müller ist extrem nervös. Die Riesenchance für den FCN hat natürlich nicht zur Beruhigung der Nerven beigetragen.

15.32 Uhr: Puh. Das wäre nach nur 30 Sekunden schon fast das 0:1 gewesen. Tim Leibold fängt einen Pass von Dominik Wydra auf Khaled Narey ab und läuft allein auf Daniel Heuer Fernandes zu, aber der SCP-Keeper macht die Großchance mit einer starken Fußabwehr zunichte.

15.31 Uhr: Das Spiel läuft. Schiedsrichter Patrick Ittrich (Hamburg) hat die Partie in der fast ausverkauften Benteler-Arena angepfiffen. Stand jetzt ist der SCP Drittligist.

15.28 Uhr: Die Mannschaften laufen ein. Der Nürnberger Support ist schlicht beeindruckend. Neben den 2500 Karten, die offiziell an den FCN gegangen sind, sollen sich noch mindestens 1000 weitere Clubberer ein Ticket gesichert  haben – zu einem Zeitpunkt, als sie noch nicht wissen konnten, dass diese Partie für ihren Verein bedeutungslos sein würde und so klingt es derzeit fast, als bestreite der SCP ein Auswärtsspiel.

15.20 Uhr: Wer gehofft hatte, die Gäste schonten ihre Stammformation für die beiden Relegationsspiele gegen Eintracht Frankfurt, der sieht sich getäuscht. FCN-Trainer René Weiler betrachtet die letzten 90 Ligaminuten eher als Generalprobe. Von einer B-Elf kann trotz fünf Änderungen gegenüber dem jüngsten Heimsieg gegen den FC St. Pauli keine Rede sein. Dazu passt auch die Besetzung der Torhüterposition. Da steht nach zehnwöchiger Verletzungspause erstmals wieder Raphael Schäfer. Der Routinier soll Spielpraxis sammeln. 

Die Mannschafts-Aufstellungen Foto: WB

15.15 Uhr: Die Tatsache, dass es ein Heimspiel ist, das der SCP heute gewinnen sollte, taugt nicht unbedingt als Mutmacher. Lediglich zwei der bisherigen 16 Partien auf eigenem Geläuf hat der Erstliga-Absteiger für sich entschieden. Der letzte Dreier für Paderborn in Paderborn liegt sage und schreibe sieben Monate zurück. Die älteren Fans erinnern sich: Es handelt sich um den 2:0-Sieg gegen Eintracht Braunschweig zum Einstand eines gewissen Stefan Effenberg. . .

15.00 Uhr: Das ist alles andere als ein warmer Empfang: Von den Nürnberg-Fans, die mit 45 Bussen nach Paderborn gereist sind, werden die SCP-Kicker mit »Absteiger, Absteiger«-Rufen zum Aufwärmen begrüßt. Um den zweiten Abstieg in Folge zu verhindern, hat Trainer René Müller in Person des Dänen Nicklas Helenius einen ausgebildeten Stürmer in die Startelf gestellt. Insgesamt gibt es im Vergleich zur 0:1-Niederlage in München zwei Änderungen: Thomas Bertels und Sebastian Schonlau raus, Nicklas Helenius und Kevin Stöger rein.

14.45 Uhr: Noch 45 Minuten bis zum Anpfiff des vorerst letzten Zweitliga-Spiels des SC Paderborn 07? Es deutet vieles darauf hin. Der SCP (28 Punkte) muss an diesem letzten Spieltag in der Benteler-Arena in jedem Fall mehr Punkte punkten sammeln als die Kellerkonkurrenten MSV Duisburg (29/zuhause gegen RB Leipzig) und FSV Frankfurt (29/zuhause gegen den TSV 1860 München). Nur dann ist der Sprung vom 18. auf den 16. Platz noch möglich. Gewinnt Paderborn und gewinnen der MSV und der FSV nicht, ist der Relegationsrang gesichert, Holt der SCP nur einen Punkt, muss der FSV verlieren und der MSV sogar mit mindestens vier Toren Differenz verlieren.

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